Die Versammlung der Labertüten

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Im Moment tobt ein gigantischer Zweikampf. Ein Zweikampf über die Vorherrschaft in der Welt der Schlagzeilen. Die Kontrahenten in diesem Zweikampf sind auf der einen Seite die Corona-Panik-Aktivisten und auf der anderen Seite die Klima-Katastrophen-Aktivisten. Die einen haben als Pfeile im Köcher „zulaufende“ Intensivstationen, steigende Todeszahlen, wachsende Inzidenzen. Und sie haben Bataillone von Journalisten an ihrer Seite. Die anderen trumpfen mit Katastrophenszenarien auf, mit steigenden Meeresspiegeln, mit dem nahenden Untergang der Welt. Und an ihrer Seite haben sie Bataillone von Journalisten.
Einige Tage lang waren eindeutig die Klima-Retter in Führung. Sie bestimmten die Nachrichtensendungen, die Kommentarspalten, die Hintergrundberichte und Sondersendungen, was sie der Konferenz in Glasgow zu verdanken haben, wo sich mittlerweile rund 30 000 Klima-Gipfel-Beteiligte Sorgen um das Klima machen. Da wird konferiert, diskutiert, lamentiert und besonders viel schwadroniert. Und man kann Beschlüsse fassen, die einem Schlagzeilen sichern und gleichwohl nicht mehr sind als heiße Luft. Da hat sich zum Beispiel eine „Allianz“ (kennen wir aus SI-FI-Welten) gebildet aus 30 Staaten, die den Ausstieg aus der Verbrenner-Technik nicht nur gefordert haben, sondern auch umsetzen wollen, und zwar dadurch, dass sie bis 2040 keine (Fahrzeuge mit) Benzin- und Dieselmotoren mehr herstellen wollen. Und dieser mächtigen Allianz gehören  natürlich Staaten an, die bekanntermaßen weltweit führend sind, was die Produktion von Kraftfahrzeugen mit Verbrennern angeht. Also Länder wie Kroatien, Kanada und Israel, aber auch Autoriesen wie Kenia, Ruanda und die Türkei. Nicht dabei sind übrigens Länder, die, was die Autoherstellung angeht, eher unbedeutend sind, etwa Deutschland, China und die USA. Die wollen sich, starrsinnig, wie sie sind, die Option auf E-Fuel-Technik nicht durch einen derartigen Beschluss nehmen lassen. Aber das kommt natürlich nicht in die Schlagzeile, ist chancenlos!
Da kommt schon eher so ein Plaudertäschchen wie Luisa Neubauer ganz groß raus, der man in einer großen Zeitung das „Zitat des Tages“ zugesteht, das da lautet: „Deutschland hätte die Macht, Dinge voranzutreiben und zu liefern.“ Mal abgesehen davon, dass das Liefern ein Geschäftsmodell von DHL oder auch Amazon ist, stellt sich mir die Frage: Was will die Dichterin uns damit sagen? Dinge voranbringen, liefern, vor allem aber Macht haben? Ein 80 Millionen-Volk, bei 8 Milliarden Erdenbewohnern? Ein Staat, dessen Hauptstadt noch nicht einmal in der Lage ist, seine eigenen Wahlen korrekt durchzuführen. Ein Staat, der auch Jahre nach der Krise von 2015 immer noch keine klare Linie in der Migrationspolitik hat, dessen geschäftsführende Kanzlerin in der aktuellen Krisensituation an der polnischen Grenze zum finsteren Lukaschenko-Reich lediglich ein Betteltelefonat mit Putin führt. Deutschland soll Dinge vorantreiben? Ein Staat, um beim Thema Klima zu bleiben, der mit seiner Klima-und Energiewende-Politik in Europa so gut wie isoliert ist!
Und dann kommt Frau Neubauer auch noch damit um die Ecke, eine „neue Regierung“, die überhaupt noch nicht installiert ist, zu ermahnen, ihre Versprechen einzuhalten. Nun, man kann natürlich auch ein Embryo im Mutterleib auffordern, sich später  als Jugendlicher gut zu benehmen! Das Ergebnis wird in etwa gleich sein!
Aber die Lohnschreiber in den Redaktionsstuben der Zeitungen und die Nachrichtenverkünder, egal ob Peter Pattex oder Gundula Gaukelei, präsentieren diese Phrasen der Frau Neubauer und die Beschlüsse der 30 mit einem wohligen Gefühl im Bauch (Presse) und einem warmherzigen Augenaufschlag (Glotze), als sei Moses noch einmal mit neuen Gesetzestafeln zu den Menschen herabgestiegen.
Allein: Glasgow ist bald Geschichte, die Ergebnisse der Versammlung der Labertüten insgesamt eine Ansammlung von Nichtigkeiten, garniert mit Unsinn. Da ist es gut, wenn sich ein neues (altes) Thema (wieder) nach vorne schiebt: Corona. Auf Corona ist Verlass.Und auch auf die nicht unbeträchtliche Zahl der Corona-Labertüten! Deren Schwafel-Mantra das vom Sieg über Corona ist! Aber, wie sich nun zeigt:
Corona werden wir nicht los! Aber auf die, die das sagen und immer wieder gesagt haben, hört ja keiner. Wir werden Corona nicht besiegen, schon alleine der Mutationen wegen nicht, die zum Wesenskern von Viren gehören, um sich anzupassen und um zu überleben. Wir können Corona vielleicht unter Kontrolle bekommen, so wie wir die Grippe halbwegs unter Kontrolle bekommen haben. Aber auch nicht mehr! Da macht man eher Versprechungen, auch wenn sie abseitig sind. Haben wir nicht noch alle die Sätze im Ohr, die uns sagten, wer zweimal geimpft ist, ist auf der sicheren Seite!? Sätze, die sagten, wenn wir uns einige Wochen einsparen lassen, wird das Virus besiegt sein. Sätze, die uns verkündeten, der Ruin von Teilen der Wirtschaft, die soziale, geistige, psychische und physische Schädigung der Kinder müsse in Kauf genommen werden, um das Virus zu besiegen? War nicht im Frühjahr davon die Rede, man habe jetzt alles im Griff, die gefährdeten Gruppen, also die Alten und Vorerkrankten, seien jetzt geschützt? Da passt es ja bestens für die weitere Corona Achter- und Geisterbahnfahrt, wenn der vermeintlich „Top-Virologe“ Deutschlands (WAZ) heute verkündet, man habe sich, vorsichtig geschätzt, auf über 100000 Tote einzustellen, wenn wir nicht endlich die Impfmüdigkeit überwinden. Das ist ja mal ein Aufschlag, der auch von dem Top-Wirrologen Lauterbach hätte kommen können, dem Gruselking unter den Panik-Boys.
Dass nun schon wieder ein Jahr ins Land gezogen ist und wir uns nahezu identische Positionen wie vor einem Jahr anhören müssen, ist schon fast peinlich zu nennen. Komisch, dass Frau Neubauer und andere „Aktivisten“ Deutschland nicht auch auf diesem Gebiet eine Top-Position und Führungsrolle zuweisen. Aber da schweigt der Sängerin Höflichkeit zum Glück, denn sie ist ja nur für die Freitags-Zukunft zuständig. Für die restlichen Wochentage nicht!
Meine Prognose: Spätestens am kommenden Dienstag oder Mittwoch, nach einem Peak am Montag, wird „Glasgow“ schlagzeilenmäßig so herunter gefahren sein, dass Corona spätestens am Donnerstag locker die Schlagzeilen-Führung übernimmt.
Es sei denn, ein Außenseiter dreht übers Wochenende ganz mächtig auf.
Das wäre dann der Lukaschenko-Effekt!

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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Uw.Kemm.

Diversifizierung des Portfolios ist angesagt.
Lauterbach positioniert sich bereits in Sachen Klima. Vielleicht wird man im Hause Reemtsma bald Corona für sich entdecken. 😉

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