Der grüne Panda-Prediger: eine Reise

Immer etwas strubbelig, immer etwas unrasiert, immer ein wenig verknautscht wirkend und etwas rollig, weil nicht dem Schlankheitswahn verfallen. Man kann ihn sich wirklich gut als Panda vorstellen, der genüsslich Bambus verzehrt (wovon ein Großer Panda zwischen 10 und 40 KG am Tag verputzt). Ein Raubtier eigentlich – aber putzig! Und irgendwie auch gemütlich!

Und lange hat er auch ein  ganz gemütliches Leben geführt, der grüne Knuddelbär, was er, der Philosoph und Geschichtenerzähler, mit eigenen Worten so beschreibt: „Ohne Politik wäre es bequemer gewesen. Ich hatte mich gemütlich eingerichtet in meinem Leben, hatte viele Kinder um mich, schrieb Bücher. Aber ich hatte mich eingeigelt, und begann, auf die blöden Politiker zu schimpfen.“

Doch irgendwie reichte ihm das nicht, und er ist eines Tages dann doch aus seinem Bambus-Biotop aufgebrochen:

„Und dann raffte ich mich auf, fuhr zu einer grünen Mitgliederversammlung und kam als Kreisvorsitzender zurück. Seitdem bin ich Politiker mit Haut und Haar.“ (www.robert-habeck.de)

Was sagt uns das über die GRÜNEN? Da kommt also einer einmal zu einer Mitgliederversammlung und –schwups! – ist er Kreisvorsitzender! Spricht das für die Überzeugungskraft unseres Panda-Bären oder sagt das mehr über die Personalnot bei grünen Mitgliederversammlungen aus, bei denen Wahlen anstehen?

Und was sagt uns das über Habeck? Zunächst mal die Reise als solche:  Er „fuhr“! Tat er das schon ökologisch korrekt, also mit dem Fahrrad oder Bus und Bahn, oder doch noch mit einer Diesel-Dreckschleuder? Egal! Entscheidender ist hier das Bild, genauer: die Reisemetaphorik. Er macht sich auf den Weg zu den GRÜNEN und kommt als ein anderer zurück! Das alte Bild von der Metamorphose, von der Wandlung, die sein Ich zu einem anderen Ich macht. Ein Erweckungserlebnis! Der Panda verlässt seine Komfort-Bambuszone und kommt als ein anderer aus dem Busch der Bequemlichkeit mit der Mitgliederversammlung als Station des Transits!

Und nun wird aus dem Sofa-Philosophen ein Menschheitsbeglücker mit einer Mission. Und ein Beglückungs-Missionar muss predigen – und der Prediger bedarf einer Prediger-Performance. Und die holt sich unser Panda-Politiker! Einerseits wohl von Steve Jobs, der bei seinen legendären Auftritten zur Einführung neuer Apple-Produkte auch auf der Bühne herumging, ohne Rednerpult, an das man sich klammern kann, und via Head-Set seine Botschaften ins Publikum blies. Und so machte es auch Habeck jetzt wieder bei seiner Grundsatzrede in Bielefeld. Wie Jobs leicht unrasiert, in eher legerer Kleidung, aber bevorzugt dunkel (dunkles blau-grau-schwarz). Statt des Jobs-Rollis ein leicht aufgeknöpftes Hemd, damit der Panda es bequemer hat am Hals und weil das Hemd den Bauchansatz gleichzeitig locker betont und dadurch  kaschiert  – ganz anders als ein enger Rollkragenpullover!

Andererseits hat er sich wohl auch an evangelikalen Fernsehpredigern in den USA  orientiert, die die Gemeinde in einen wohligen Rausch, in eine gefühlsduseliges Miteinander versetzen, das Gemeinschaft stiftet, weil die Vernunft ausgeschaltet oder abgeschaltet wird, bis die Gemeinde jede noch so inhaltsleere und zugleich bedeutungsschwangere Formulierung schluckt — wie die Israeliten das vom Himmel fallende Manna beim Auszug aus Ägypten. Beschrieben wird Manna als „etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif“ (2 Mos 16,14 EU), „weiß wie Koriandersamen“ und mit dem Geschmack von „Honigkuchen“ (2 Mos 16,31 EU). Diese Speise fiel nachts auf den Wüstenboden und konnte des Morgens aufgesammelt werden. Sie durfte nicht aufgespart werden. Alles was am Abend noch nicht aufgegessen war, verdarb über Nacht (2 Mos 16,19–20 EU).  Darin kann eine Forderung des Herrn nach Vertrauen gesehen werden.“  (Quelle: Wikipedia)

Das pandasche Manna fällt vom Himmel der Kongresshalle, wenn der Panda-Missionar etwa davon spricht, die Grünen müssten die „osmotische Verbindung zur Wirklichkeit“ sein, „wo die progressiven Kräfte hineindiffundieren können.“(Quelle: WAZ v. 18.11.19, S. WRP 1)

Hier heißt es also, dem Prediger-Panda zu vertrauen, dass hinter den gleich einer Botschaft aufscheinenden Worten ein Sinn existent ist. Und deshalb müssen die Worte schnell aufgesammelt und gegessen werden, denn lässt man sie über Nacht sacken oder kommt gar ins Denken, dann sind sie verdorben und gehen bestenfalls noch als gehobenes Geschwurbel durch – zum Lachen oder Kopfschütteln!

Aber noch ist der Panda nicht ganz am Ende seiner Reise, so steht zu vermuten, denn viele sehen ihn schon als Kanzler. Ein Hindernis könnte jene Frau sein, die sich bei einem Interview als Kobold-Expertin geoutet und wohl deshalb bei den Vorstandswahlen ein Ergebnis erzielt hat, das fast so gut ist wie die Ergebnisse von Kim-Jong-un!

 

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Bernd Matzkowski

Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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