Sperrung eines Bereichs der Innenstadt GE für den privaten Autoverkehr

Stadt Gelsenkirchen

z.Hd. Frau Oberbürgermeisterin K. Welge

Hans-Sachs-Haus

Ebertstr.11

 

Antrag nach § 24 GO NRW (Anregungen und Beschwerden)

——–Sperrung eines Bereichs der Innenstadt für den privaten Autoverkehr —

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin!

In Ihrer Videobotschaft zur Amtsübernahme (1.11.2020) haben Sie u.a. ausgeführt, dass Sie auf die Unterstützung durch die Bürgerschaft in Form „der einen oder anderen Idee“ angewiesen sind. Dazu wollen wir gerne unseren Beitrag leisten und senden Ihnen neben unseren Wünschen für eine glückliche Amtsführung unseren Antrag nach § 24 GO zu. Wir gehen dabei davon aus, dass einer Debatte bzw. einer Beschlussfassung in den entsprechenden Gremien der Stadt eine von der Verwaltung initiierte Beteiligung der Bevölkerung vorausgeht!

Mit freundlichem Gruß

Bernd Matzkowski & Heinz Niski

 



© OpenStreetMap-Mitwirkende
Unsere Dokumentation ist unter der “Creative-Commons“-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ 2.0 (CC BY-SA 2.0) verfügbar. Quelle: OpenStreetMap


Antrag nach § 24 GO NRW (Anregungen und Beschwerden)

——–Sperrung eines Bereichs der Innenstadt für den privaten Autoverkehr ——–

Die gesamte Verkehrspolitik, auch die der innerstädtischen Verkehrsführung, ist bisher generell auf den Vorrang des Autoverkehrs ausgerichtet gewesen. Diese Betrachtungsweise ist unter verschiedenen Gesichtspunkten (Umwelt, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Verkehrswende) nicht mehr zeitgemäß. Kleinteilige Ansätze, wie z.B. einzelne verbreiterte Fahrradspuren (etwa Bismarckstraße), stellen oft nur Scheinlösungen dar, die letztlich den Vorrang des Autoverkehrs nicht aufheben und auch nicht zu einer Entlastung der Innenstadtbereiche und einer Attraktivitätssteigerung führen. Deshalb stellen wir folgenden Antrag:

1. Die Innenstadt von Gelsenkirchen wird im Geviert Florastraße bis zur Kreuzung mit der Ringstraße, Ringstraße bis zur Hiberniastraße, Hiberniastraße bis Husemannstraße und Husemannstraße bis Florastraße für den (privaten) Autoverkehr gesperrt. Ausgenommen von dieser Sperrung sind:

Anlieferungen zu bestimmten Zeiten

Krankenfahrten

die Zufahrt für Anlieger

Linienverkehr

Einsatzfahrzeuge u.ä.

 

2. Auf außerhalb dieser Zone liegenden Großflächen, etwa dem Gelände ehemaliger Schalker Verein, werden kostenlose Parkplätze zur Verfügung gestellt. Die Einrichtung eines (kostenlosen) Shuttleverkehrs Richtung (autofreier) Innenstadtzone wird verwaltungsseitig geprüft.

3. Die Verwaltung wird beauftragt eine Konzeption dieser Art (autofreie Zone) für den Innenstadtbereich von Buer zu entwickeln.

Begründung:

In etlichen Städten gibt es bereits Modellversuche, den Autoverkehr im Innenstadtbereich zu minimieren, zu beschränken oder ganz zu verbannen. Diese Versuche bzw. Planungen oder Modellansätze dazu gibt es auch in größeren Städten, so aktuell etwa in WIEN (siehe hierzu die LINKS unten). Der Antrag wird wie folgt begründet:

a) In etlichen der im Antrag genannten Bereich liegenden Straßen kommt es durch den Autoverkehr zu Staus, Gedränge, Behinderungen von Fußgängern und Radfahreren, Missachtung von Halteverboten, Überschreitungen von Parkzeiten, Parken in zweiter Reihe und anderem Fehlverhalten. Dies geht nicht nur zu Lasten der Anwohner in diesen Straßen (Lärm, Luftverschmutzung), sondern verstärkt auch die Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern, besonders Fahrradfahren und Fußgängern.

Dem kann nur durch ein konsequentes Einfahrverbot in diesen Bereich entgegengewirkt werden.

b) Durch die Suche nach Parkplätzen im genannten Bereich kommt es nicht nur zu einem vermehrten Ausstoß von Schadstoffen durch Kraftfahrzeuge und ein zusätzliches Lärmaufkommen, sondern zu einer Minderung der Attraktivität dieses Bereichs für Fußgänger, die sich etwa zum Einkauf in die Innenstadt begeben. Das von Autos unbedrängte Aufsuchen des Innenstadtbereichs könnte die Attraktivität der Innenstadt erhöhen, wenn das Einfahrverbot von zusätzlichen Maßnahmen begleitet würde, die die Aufenthaltsqualität erhöhen können: etwa bisherige Parkplätze begrünen und/oder als innerstädtische Spielflächen gestalten, für Kunstaktionen freigeben, etwa für Aktionen/Gestaltungswettbewerbe mit Kindertagesstätten, Schulen usw.

Eine autofreie Innenstadt kann vielfältige wirtschaftliche und soziale Vorteile mit sich bringen. Neue Investitionen in die städtische Infrastruktur können die regionale Wirtschaft stärken und eine Belebung des Einzelhandels käme langfristig den Steuereinnahmen zugute. Die Lebensqualität und der Gesundheitszustand der Bevölkerung könnten sich deutlich verbessern, während Städte auch für Touristen noch attraktiver würden. Ein innovatives Mobilitätskonzept könnte in vielen Städten für steigende Besucherzahlen sorgen und wäre so ein Motor für die heimische Gastronomie- und Hotelbranche.“

Die im Antrag genannten Maßnahmen sollten auch damit verbunden werden, dass das Konzept seitens der Stadt offensiv „vermarktet“ wird (Gelsenkirchen: die Innenstadt mit Aufenthaltsqualität)

c) Die vorgeschlagene Maßnahme ist als Bestandteil einer Konzeption für Gelsenkirchen als Stadt nachhaltiger, klimafreundlicher und sozialer Gestaltung und innovativer Mobilität zu sehen. Meint: die vorgeschlagene Maßnahme versteht sich als erster Schritt, Gelsenkirchen aus der „Imagefalle“ zu holen.

Gelsenkirchen nimmt mit diesem Schritt zumindest regional eine Vorreiterrolle ein, weil die Stadt mit einem solchen Konzept die bisherigen verkehrsplanerischen Konzepte als überholt markiert und ihnen eine Alternative gegenüberstellt.

#geinnenstadtautofrei


Antragsteller:

Bernd Matzkowski, Heinz Niski


City Konzept Wien 1   City Konzept Wien 2



Antrag auf WeAct


Antrag auf Change.org


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39 Gedanken zu „Sperrung eines Bereichs der Innenstadt GE für den privaten Autoverkehr

  • 1. November 2020 um 21:24
    Permalink

    Super! Haargenau in meinem Interesse!

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    Antwort
  • 2. November 2020 um 14:42
    Permalink

    Absurde Idee! Ich bin froh dass die jungen Leute ihre BMW und Mercedes die Weberstraße hin und her fahren lassen. Wird das geschlossen suchen sie sich eine andere Poser Strecke. Das kann niemand wollen.

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    Antwort
  • 3. November 2020 um 0:36
    Permalink

    Prima Idee. Gerade unterschrieben und auf Facebook geteilt.

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    Antwort
  • 3. November 2020 um 8:47
    Permalink

    Im Internet eingesammelte Kommentare:


     
    WAZ Online:

    KaczMarek

    Toller Denkansatz! So könnte man mit einem Streich gleich mehrere Probleme aus der Welt schaffen: weniger Raser und Poser in der Innenstadt (ist in der Altstadt immer wieder ein Ärgernis), weniger Parkplatzprobleme für Anwohner, eine Steigerung der Lebensqualität innerhalb der Innenstadt durch Verringerung des Lärms sowie die Möglichkeiten für neues, die aus den frei werdenden Flächen entstehen würden. Als Anwohner wäre ich grundsätzlich erstmal dafür!

    Son of Ückendorfvor

    Gute Idee. Aber da wird wohl die Autolobby und so einige andere Zeitgenossen nicht freiwillig mitmachen….

    neuich
    Na ja, da Gelsenkirchen schon einkaufstechnisch so gut wie Tod ist

    kann man ihr so jetzt auch den Todesstoß versetzen. Gelsenkirchen ist seid langem schon keine attraktive Einkaufsstadt und wird es auch niemals mehr werden. Ebenso wie Buer die sich zur alte Leute Stadt ohne vernünftige Einkaufmöglichkeit entwickelt. Mal schauen welche Abgaben und Steuern dann noch in Gelsenkirchen erhöht werden damit man, wenn die Restkunden nicht mehr kommen, Gelder generiert. Armes GELSENKIRCHEN!!!

    Son of Ückendorf
    @neuich
    Mir..

    .. erschließt sich die Logik nicht so ganz.
    Was hat das miteinander zu tun?
    Aber ich muss auch nicht alles verstehen…. :-))

    Martina Maczollek
    @Redaktion HerrKules
    Niemals würde ich so einen Mist unterschreiben.

    Martina Maczollek
    Wollt ihr den Geschäften den Todesstoß geben?


     


     

     

    Gelsenkirchener Geschichten:

    Emscherbruch

    Letzte Chancen muss man nutzen

    http://chng.it/5PKSxCrKRD

    Emscherbruch

    6 Unterzeichner nach einem Tag.
    Liebe Leute, so geht das nicht!

    Der Plan ist gut. Es geht um die Zukunft der Innenstadt, wenn sie demnächst mit unvorstellbarem Leerstand zu kämpfen haben wird.

    Frau Welge braucht Hilfe, sonst schafft sie es nicht, sagte sie am ersten Tag als OB, und Ideen brauche sie auch, sagt sie in diesem Video.
    https://www.gelsenkirchen.de/de/_meta/aktuelles/artikel/47446-videobotschaft-von-oberbuergermeisterin-karin-welge
    Also: Wer hilft?

    Exbulmker

    Reflexartig habe ich erst gedacht „so ein Quatsch“ und wollte schreiben „interessiert mich nicht, denn freiwillig fahre ich sowieso nicht nach Gelsenkirchen“. Dann habe ich mir die Petition von Bernd und Heinz noch einmal in Ruhe durchgelesen und glaube ernsthaft, daß der Ansatz richtig ist. Insbesondere der Verkehr in der Weberstraße – wobei man stehende und parkende Fahrzeuge kaum als Verkehr bezeichnen kann – ist zum abgewöhnen. Ob ein Ausschluss von Fahrzeugen in dem skizzierten Bereich zur Belebung der Innenstadt im Sinne von Attraktivität führt, lasse ich dahingestellt; da gehört dann noch ein wenig mehr dazu.

    Knut

    gerade unterschrieben und auf Facebook geteilt!

    Rapor
    Dann kann man die City ganz vergessen.
    Ich geh da freiwillig sowieso nicht hin, bzw. fahre. Und dann nur, wenn ich kostenlos parken kann, also am frühen Vormittag. Einige wenige Möglichkeiten gibt es noch. Sind ja auch immer nur wenige Minuten.

    Jochen
    Wenn die Behindertenparkplätze anfahrbar bleiben ist mir das wurscht, außer zur Verwaltung, meiner Bank und Ärzte brauch ich die Stadt nicht.

    Ob ich das noch erleben werde ist auch fraglich.

    Jochen

    Ex-Ückendorfer
    Glaubt ernsthaft irgendwer, dass Auswärtige dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen? Dieser realitätsfremde Irrglaube macht die Innenstädte schon lange unattraktiv. CentrO, RuhrPark und den Internethandel indes dürfte es sehr freuen.
    Ich persönlich kaufe deutlich lieber beim stationären Einzelhandel, bin aber auch nicht bereit, über (zum Teil) teure Hürden zu springen, um mir dann womöglich noch ein „Hamwanichtda“ abzuholen.

    Emscherbruch
    Richtig, das glaubt niemand.
    Der Vorschlag mit dem Schalker Verein als Parkplatz und dann mit dem Bus weiter, ist Müll. Das würde ich auch nicht nutzen.

    Nee, man muss die Leute da abholen, wo sie stehen, also parken.
    Nur mal so, die allermeisten Parkhäuser der Innenstadt liegen am Rand der vorgeschlagenen Zone. Dort kann man weiterhin parken.
    Dazu könnten Parkhäuser neu errichtet werden.
    1. auf dem derzeitigen Parkplatz an der Bismarckstraße (Ecke Ringstraße-Kirchstraße)
    2. auf den Parkflächen rund ums MiR
    3. wer kennt noch mögliche Orte?

    Wenn man den Neumarkt/Heinrich-König-Platz als annähernd geografischen Mittelpunkt des bezeichneten Areals annähme, dann sind Fußwege zwschen 200 und 800 m von allen Parkhäusern bis dorthin zu bewältigen. Also nichts, was irgendwie heute volkommen anders wäre. Auch im Ruhrpark legt man schnell mehrere hundert Meter zurück, bis man sein Ziel erreicht hat.

    Kostenfreier Parkplatz? Denkbar: Bei den sich daran beteiligenden Restaurants und Geschäften das Parkticket entwerten lassen, gleich mitbezahlen und für 4 Stunden parken 1 € zahlen.

    Das Marketing darf natürlich auf keinen Fall den Begriff „Autofreie Innenstadt“ verwenden.
    Das ist ein verbrannter Kampfbegriff aus der Mottenkiste der Stickoxidparanoiden.

    Muss irgendwas mit Klima und Smart drin vorkommen. 😉

    Ausblick in die Zukunft:

    Gut durchlüftete Parkhausetagen bieten übrigens eine wunderbare Möglichkeit, in der bis 2300 anhaltenden Pandemie mit wahrscheinlich wechselnden Erkältungsviren, überdachte Open-Air-Konzerte abzuhalten. Die Akustik ist brilliant. Von Freitag bis Sonntag sowie am Mittwoch wird an jeder Ecke der Stadt ein anderer Musikstil in einem Parkhaus gespielt.
    Stündlich als Signal ein smarter Glockenschlag von der Altstadtkirche, und schon können die Menschen das Parkhauskonzert wechseln.
    Beim Verlassen des Parkhauses kurz auf die Gelsenkirchen-App geblickt und angegeben, wohin man als nächstes will, und schon können die Besucherströme gelenkt werden.
    Push-Nachricht: Wo du gerade hin willst, ist es schon zu voll. Komm bitte in 2 Stunden vorbei, OK? Platz ist reseriert. Wie wärs mit einem Käffchen in der Arminstraße? Da wäre jetzt dein Lieblingstisch frei und mit einem Klick ist er reserviert! Drei Minuten Fußweg -> da gehts lang!
    P.S. Dein Fachgeschäft hat den bestellten Artikel seit gestern für dich als Geschenk eingepackt. Abholen bis 0.00 Uhr möglich. Wenn du einen Transportrolli brauchst, stell ihn bitte im Parkhaus wieder ab. Wenn er da nicht ankommt, buchen wir 2000 € von deinem Konto ab – kleiner Scherz, du machst das schon. 🙂

    Viel Spaß noch in Deinem GELSENKIRCHEN!
    Weil es unsere Stadt ist!

    Gut
    Ehrlich
    Lebenswert
    Smart

    Endlich
    Neues
    Klima
    In
    Reichweite

    Charakter
    Hab
    E
    N
    !

    GELSENKIRCHEN!

    Bahnschalker

    Die Initiative ist begrüßenswert. Was aber klar fehlt, sind Alternativen. Es gibt keinen GE-Takt. Busse und Straenbahnen sind nicht aufeinander abgestimmt und fahren in unterschiedlichen Intervallen (zwischen 7,5 und 60 Minutentakt ist alles dabei).

    Ein Radschnellweg – der sich in Gelsenkirchen von Nord nach Süd anbieten würde – existiert nicht. Und die Schulen der Stadt werden von mehr Elterntaxis frequentiert als von Fahrrädern der Schüler und Lehrer, weil der Schulweg schlicht lebensgefährlich ist.

    Hier fehlt nicht nur eine Lobby, sondern vor allem auch der Wille, Infrastruktur statt für 4 Räder für 2 Räder bereitzustellen.

    Gelsenkirchen könnte das Paradebeispiel für eine Verkehrswende sein. Parkplätze am Rande der Stadt verlagern das Problem, lösen es aber nicht.

    Emscherbruch

    Zunächst Zustimmung, Bahnschalker.

    Öffis in GE sind suboptimal. Der Fahrpreis ist unattraktiv. (Resser Mark -Altstadt, hin und zurück 5,60 €) Leute rechnen häufig beim Privatauto nur die Kraftstoffpreise gegen. Eine Fahrt nach Oberhausen und zurück ist bei mehreren Personen im Auto damit billiger.

    Radweg von Nord nach Süd wäre entlang der Kurt-Schumacher möglich, wenn man in Schalke-Nord die Häuserzeile auf der Ostseite abreißen würde, wäre sogar noch Platz für eine zusätzliche Begrünung des Radwegs. Probleme macht natürlich die Berliner Brücke, die ich nicht abbauen würde. Die Straßenbahn 302 muss ohne Bahnschranke über die Bahngleise, damit ein 5-Minutentakt überhaupt möglich ist. Und ganz im Ernst: Wer flaniert denn dann bei abgerissener Hochbrücke abends auf Höhe der kreuzenden Bahnlinie mitten durchs Industriegebiet, um von Schalke nach Schalke-Nord zu kommen?
    (Ist aber ein anderes Thema)

    Bahnschalker hat geschrieben: ↑
    03.11.2020, 14:37
    Hier fehlt nicht nur eine Lobby, sondern vor allem auch der Wille, Infrastruktur statt für 4 Räder für 2 Räder bereitzustellen.

    Gelsenkirchen könnte das Paradebeispiel für eine Verkehrswende sein. Parkplätze am Rande der Stadt verlagern das Problem, lösen es aber nicht.

    Übergangsweise geht kein Weg an Parkhäusern vorbei, wenn man den Leuten nicht den Eindruck vermitteln will, sie dürften jetzt nicht mehr ihr teuer bezahltes Auto innerhalb der Stadt benutzen. Das passierte bislang stets, wenn sich selbst als progressiv einordnende Menschen Verkehrstechnik aus Opas Zeiten als ihre Neuheit präsentieren wollte. Radwege gab es früher zu genüge. Sie wurden von Ochsenkarren und Pferdefuhrwerken mitbenutzt. „Autofreie Innenstadt“ suggeriert ein Verbot. Dann fahren die Leute mit ihrem KFZ woanders hin: Centro, Ruhrpark, etc. Wenn im Laufe einer Entwicklung viel mehr Leute mit dem Rad unterwegs sind, braucht man übrigens auch jede Menge Parkraum. Eine Stadt verliert an Attraktivität, wenn überall abgestellte Räder im Weg sind.

    Die Parkhäuser haben damit schon drei Nutzungsmöglichkeiten: Autos, Räder, Konzerthalle.

    Bernd Matzkowski

    Unser Antrag „Autofreie Innenstadt“
    Wir freuen uns, dass unser Antrag bereits etliche Meinungsäußerungen ausgelöst hat. Aus einigen Beiträgen gehen Fragen und auch Missverstände hervor, u.a. weil im WAZ-Artikel der Inhalt des Antrags natürlich nicht vollständig wiedergegeben ist. Deshalb wollen wir einige Punkte noch einmal klarstellen.

    1. Im Anschreiben an Frau Oberbürgermeisterin Welge haben wir unsere Auffassung zum Ausdruck gebracht, dass vor Entscheidungen in den Gremien der Stadt über unseren Antrag nach § 24 GO NR die Stadtverwaltung einen Diskussionsprozess initiieren und organisieren soll, der zum Ziel hat, mit allen Interessierten einen offen Meinungsaustausch zu führen. Insofern versteht sich die Veröffentlichung unseres Antrags als Anschub für diese Debatte. Die Beiträge zeigen, dass das bereits funktioniert! Um diesen Diskussionsprozess breit aufzustellen haben wir den Antrag, der ein Antrag für die Behandlung in den Gremien der Stadt ist, auf verschiedenen Plattformen verlinkt bzw. eingestellt.
    2. Teil des Konzepts ist, dass wir beantragt haben, ein solches Konzept für Buer verwaltungsseitig vorbereiten zu lassen. Wir haben also durchaus den Gelsenkirchener Norden im Blick.
    3. Weil wir Zeitungsartikel zur Debatte in Wien veröffentlicht haben, heißt das nicht, dass die beiden Städte zu vergleichen sind. Die Links sollen deutlich machen, dass in weitaus größeren Städten diese Diskussion ernsthaft geführt wird und dass die widersprüchlichen Interessen die Meinungsbildung beeinflussen. Das wird hier allerdings auch so sein. Wien ist also als Beispiel, nicht als Vorbild gemeint.
    4. Der Teufel steckt im Detail, also z. B in der Zufahrtsthematik (wer darf in den Bereich bis wohin einfahren?); die Beispiele im Antrag sind eben Beispiele, noch keine Lösungen; diese stehen am Ende des Prozesses, nicht am Anfang

    5. Der Antrag versteht sich als Teil einer Debatte, die Innenstadt neu zu denken. Wir werden, auf lange Sicht, nicht die alte Qualität mit großen Kaufhäusern und etlichen Fachgeschäften wiederholen können, so glauben wir. An die Stelle des Alten muss etwas Neues treten, das gemeinsam gedacht und gemacht werden soll. Vielleicht eine Innenstadt, in der An- und Einwohner zu – im besten Wortsinn – Bummelanten (bummeln), Schlendrianen (schlendern) und Flaneuren (flanieren) werden und genervte Parkplatzsucher, gehetzte Shopper und gelangweilte Passanten nur noch der Vergangenheit angehören! Und vielleicht siedeln sich in der Innenstadt dann nicht nur Anwohner, sondern auch Geschäfte, Büros, Ateliers und andere Einrichtungen an, an die wir heute noch nicht denken

    Bernd Matzkowski/ Heinz Niski (3.11.2020)

    Bernd Matzkowski

    Emscherbruch hat geschrieben: ↑
    03.11.2020, 13:58
    Nee, man muss die Leute da abholen, wo sie stehen, also parken.
    Nur mal so, die allermeisten Parkhäuser der Innenstadt liegen am Rand der vorgeschlagenen Zone. Dort kann man weiterhin parken.
    Dazu könnten Parkhäuser neu errichtet werden.
    1. auf dem derzeitigen Parkplatz an der Bismarckstraße (Ecke Ringstraße-Kirchstraße)
    2. auf den Parkflächen rund ums MiR
    3. wer kennt noch mögliche Orte?

    Da bin ich bei dir, die Fläche ist von Parkhäusern und Parkflächen umsäumt.Wenn man eine pfiffige Idee hat, einen materiellen Anreiz o.ä., dann werden die Parkhäuser aufgesucht werden.
    Was die Müll-Idee angeht. Ich würde in diesem Stadium der Ideensammlung nicht gleich etwas als Müll verwerfen, sondern erst mal schauen, was überhaupt an Vorstellungen entsteht, z.B. auch zu dem genannten Gelände, das etwa 2 Minuten mit dem Rad vom Bahnhof entfernt ist.
    Aber ansonsten: danke für deinen Beitrag!

    Marion67
    Fahrpreis 4-Stunden-Ticket, mir reichen vier Stunden allemal, 4,20€… das soll aber nur mal am Rande Erwähnung finden.

    Emscherbruch
    Bernd Matzkowski hat geschrieben: ↑
    03.11.2020, 16:06
    Was die Müll-Idee angeht. Ich würde in diesem Stadium der Ideensammlung nicht gleich etwas als Müll verwerfen, sondern erst mal schauen, was überhaupt an Vorstellungen entsteht, z.B. auch zu dem genannten Gelände, das etwa 2 Minuten mit dem Rad vom Bahnhof entfernt ist.
    Aber ansonsten: danke für deinen Beitrag!

    Lieber Bernd, du hast vollkommen recht.
    Danke für den Hinweis.
    Das Wort „Müll“ ist unpassend und war eine saloppe Vorformulierung, die ich vergaß zu editieren, da ich derzeit enorme Probleme mit dem Zugang zum Forum habe und nach jeder getätigten „Vorschau“ nicht nur aus dem Textfluss, sondern auch aus dem Editiermodus herausfliege.

    Neuformulierung: Die Idee, am Schalker Verein eine große Parkfläche für Autos zu schaffen, halte ich wegen der Entfernung für suboptimal, auch weil als zusätzlicher Kostenfaktor der kostenlose Transferverkehr finanziert werden müsste und die notwendigen Wartezeiten zur Nutzung des Service hinzukämen.

    Bahnschalker
    Man wollte ja am Busparkplatz Veltins-Arena ein Umstieg zur 302 ermöglichen und ließ diese alle 5 Minuten fahren. Umsteiger? Nahe Null. So ähnlich wäre es auch mit einem Großparkplatz am Schalker Verein. Man muss Parkraum verknappen und Straßen umwidmen.

    Nehmen wir mal eine Gelsenkirchener Rad-Achse Radschnellweg 1 – Gesamtschule Ückendorf – Wissenschaftspark – Hauptbahnhof – Hans-Sachs-Haus – Musiktheater – Schalker Straße – Berliner Brücke – Schalker Meile – Schalker Sportpark (Anschluss an Hugo-, Kanal- und Emscherradweg) – Veltins-Arena – Berger See – Bergmannheil – Buer Rathaus – Königswiese – Hassel (Anschluss an die Allee des Wandels). Das wäre eine Riesenchance um sterbende und tote Stadtquartiere aufzuwerten.

    Wenn das Brandenburger Tor in Gelsenkirchen stehen würde, hätten die „Planer“ dieser Stadt längst das Hotel Adlon abgerissen und daraus ein Parkhaus gebaut. Und vielleicht das Brandenburger Tor gleich mit, um dort ein Quitschoranges Hochhaus hinzusetzen.

    Ich finde es schade, dass die Diskussion nicht vor der Kommunalwahl aufgegriffen wurde. Willy Brandt würde wohl heute „mehr Klimaschutz wagen“ sagen.

    Emscherbruch
    176

    Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

    Bernd Roth
    Autofreie Innenstadt ist eine ähnlich euphemisierende Konnotation wie freigestellte, also gefeuerte Arbeitnehmer. Die Aussperrung der automobilisierten Bürger kann die Innenstadt kaum positiv beleben. Eine nur den Radfahrern und den Freiluftbiertrinkern überlassene Innenstadt wird die dort ansässigen und auch besonders von den Autokunden geschätzten klein- und mittelständigen Fachgeschäfte kurzatmig machen. Offene, aus allen Richtungen erreichbare Parkplätze hingegen sind eher zeitgemäß, denn nicht jeder unterwirft sich gern dem Anspruch der Multis auf dem Monopol des Normativen. Besonders benachteiligt wären von der autofreien Innenstadt die in die Jahre gekommenen Mitbürger, die nicht mehr so gut zu Fuß sind.

    Rapor
    Wie würde wohl der Zuspruch zu einer Petition für kostenlose Parkplätze in der Innenstadt aussehen?
    Gäbe es diese in ausreichender Anzahl, wie würde sich die Käuferzahl entwickeln?

    Westfale
    Da stehen auf einer zubetonierten Industriebrache, irgendwo in Gelsenkirchen all die schönen, neuen und teuren Teslas, BMW i3, Golf-e und wie sie alle heißen.
    Deren Besitzer haben nicht nur privat viel investiert, alle Möglichkeiten an Kaufprämien und Sondersteuerabschreibungen genutzt und für die Batterieproduktion weltweiten Raubbau an den Lithium- und Kobalterzen betreiben lassen.
    Alles um den durch unsere Weltuntergangspropheten angedrohten Fahrverboten zu entgehen.
    Wenn sie jetzt auch noch das Glück hatten eine freie Ladestelle für ihr E-Vehikel zu ergattern, warten sie jetzt im Nieselregen auf einen Shuttle der sie in das Leuchtturmprojekt „autofreie Innenstadt Gelsenkirchen“ bringen soll. Um ihr kostbares Gefährt brauchen sie sich keine Sorgen machen, die Firma Stölting hat ihr Personal für den Wachtdienst deutlich aufgestockt. Die Arbeitslosenquote in Schalke Nord ist dadurch um etliche Prozentpunkte auf 22,6% gefallen.
    Am Sammelplatz in der Stadt angekommen wartet auf Kunden für Handys, Prepaid-Karten, Primark und den geschmackvollen Einrichtungsgegenständen der 1€-Läden alles was das Herz begehrt.

    Abrupt endet mein Albtraum und ich erwache schweißgebadet.

    Leute, es ist unbestritten, dass unser Verkehrskonzept grundlegend verändert werden muss. Genauso unbestritten ist es aber auch, dass unsere Innenstädte deutlich attraktiver werden müssen. Der Zugang muss erleichtert werden.
    Da macht es wenig Sinn, dass man aus Pandemielangeweile Uralt- Parteiprogramme der Verbotspartei aus den 90er Jahren zum dritten oder vierten Mal wieder aufwärmt.

    Obwohl .. an dem Gedanken kann ich mich erwärmen. Jedes Mal wenn unsere Verbotspartei sich in Umfragen vor Wahlen der 20%-Marke nähert, wird die subalterne Basis aus der Provinz unruhig, scharrt mit den Füßen und gebärt neuen Unsinn. Die Zustimmung sinkt auf beruhigende 12% und die Partei ist auf weitere vier Jahre von den wirklichen Entscheidungen ausgeschlossen.
    Und ich kann in Ruhe weiterschlafen.
    westfale

    Bahnschalker
    Man sollte die Bahnhofstraße für Autos öffnen und einen kostenlosen Parkplatz auf dem Heinrich-König-Platz einrichten. Die U-Bahn darunter aufgeben und den Platz für ein Parkhaus nutzen. Warum kann man am Kennedyplatz nicht geradeaus fahren? Baut endlich die Kurt-Schumacher-Weber-Straße. Das Verwaltungsgericht abreißen und die jetzige Weberstraße auf 4 Fahrspuren ausbauen. So bekämpft man Stau, da wo er entsteht. Fußgänger und Radfahrer stören die auswärtigen Besuchermassen, die endlich nach Gelsenkirchen kommen, wenn sie ausreichend Parkplätze bekommen.

    So doof wie Kopenhagen, Oslo, oder diverse niederländische Städte, die immer mehr Autos aus der City verbannen, sind wir in Gelsenkirchen nicht. Und dann die Pläne für die A41 aus der Mottenkiste holen. Mobilität schreiben wir mit GE.

    Ironie aus.

    Mechtenbergkraxler
    Bei vielen Diskussionen wird ein Aspekt meist außen vor gelassen: Verkehr – in Maßen – erzeugt auf normalen Einkaufsstraßen Tag und Nacht einen Grundpegel an Leben, der in einer reinen Fußgängerzone spätestens ab 20 Uhr fehlt. Nichts gegen Fußgängerzonen, aber dieses „in Maßen“ wurde im Falle der Bochumer Straße südlich des Bahnhofs sträflich verletzt. Ich kenne die Bochumer Str. dort noch als lebendige Shopping-Meile, mit Möbelhaus Peka an der Ecke, diversen kleineren und größeren Läden, mit dem Restaurant Masius sogar mit einem guten Gastronomen vertreten. Dort war Tag und Nacht was los und man konnte angstfrei auch spät abends da lang gehen. Das änderte sich schlagartig mit dem Abklemmen des Durchgangverkehrs inkl. Verlagerung von Bussen und Straßenbahn und dem Anlegen der Fußgängerzone. Markante Reden wurden damals, Anfang der 1970er Jahre geschwungen, von einer der größten Fußgängerzonen des Ruhrgebiets vom Stadttheater bis zum Neustadtplatz, auf die Gelsenkirchen stolz sein könnte.

    Es gibt immer mehr Städte, die dieses immer stärkere Ausweiten von Fußgängerzonen mittlerweile als Fehler ansehen. Nach Feierabend herrscht in diesen Zonen oft tote Hose und leider auch Angst und Vandalismus; so geschehen in GE-Neustadt an dieser Stelle. Autofrei ist fein, aber es sollte wohldosiert eingesetzt werden.

    MK

    Bahnschalker
    Dann müsste die Bochumer Straße doch im weiteren Verlauf die Einkaufsmeile schlechthin zu sein – bei dem regen Verkehr auf 4 Rädern. Ist sie aber nicht. Genauso wie die Schalker Meile zwischen Berliner Brücke und Glückauf-Kampfbahn oder die Bismarckstraße. Die Denke „Autoverkehr=Pulsierendes Leben“ „Fußgängerzone=Wirtschaft geht vor die Hunde“ ist falsch.

    Die Neustadt, in der ich groß geworden bin, ist nicht durch eine Fußgängerzone vor die Hunde gegangen. Das auszuführen würde den Rahmen sprengen und wäre einen eigenen Themenstrang wert.

    Mehr Radverkehr und mehr Raum für Fußgänger wäre aber eine große Chance für eine Vitalisierung – auf der ganzen Bochumer Straße auf der Achse vom RS1 über Gesamtschule Ückendorf, Wissenschaftspark/Justizzentrum, Neustadtplatz- Hauptbahnhof bis in die City (gerne weiter über Musiktheater und Schalker Straße).

    Allerdings habe ich wenig Hoffnung, dass sich etwas ändern wird. Das Umparken im Kopf lfindet leider nicht statt.

    Brucki
    Mechtenbergkraxler hat geschrieben: ↑
    22.11.2020, 19:17
    Nach Feierabend herrscht in diesen Zonen oft tote Hose und leider auch Angst und Vandalismus; so geschehen in GE-Neustadt an dieser Stelle. Autofrei ist fein, aber es sollte wohldosiert eingesetzt werden.

    Ich fahre da regelmäßig abends mit dem Rad her und muss korrigieren. Genau das Gegenteil ist der Fall. Durch die vielen gastronomischen Betriebe und die Aufenthaltsflächen (Spielgräte und Bänke) ist da bis tief in die Nacht richtig was los!

    Rapor
    Und ich kenne Leute, die sind wegen des bunten Lebens dort, bis in die Nacht,l nach vielen Jahren weggezogen.
    Sie fühlten sich nur noch fremd und unerwünscht.
    Eine Radachse wäre wirklich wünschenswert, der Autoverkehr auf dem engen Teil der Bochumer ist unpassend. Aber alles über die Ückendorfer auch.
    Gelsenkirchen mit Kopenhagen und Oslo zu vergleichen, finde ich recht gewagt. Die haben ja noch nicht einmal eine Bundesligemannschaft!
    Dafür haben wir Anschluß an 4 Bundesautobahnen…

    Emscherbruch
    Kleine Ideensammlung. Bitte nicht von der Textmenge abschrecken lassen. 😉

    Westfale hat geschrieben: ↑
    22.11.2020, 11:58
    Leute, es ist unbestritten, dass unser Verkehrskonzept grundlegend verändert werden muss. Genauso unbestritten ist es aber auch, dass unsere Innenstädte deutlich attraktiver werden müssen. Der Zugang muss erleichtert werden.Da macht es wenig Sinn, dass man aus Pandemielangeweile Uralt- Parteiprogramme der Verbotspartei aus den 90er Jahren zum dritten oder vierten Mal wieder aufwärmt.

    Sehe ich ganz genauso. Der Zugang zur Innenstadt muss erleichtert werden – nicht die Zufahrt.

    @westfale: Man könnte der Verbotspartei zeigen, wie man als Bürger gemeinsam eine Vorstellung der innerstädtischen Infrastruktur entwickeln kann, ohne einen Teil der Bürger durch radikale Forderungen vor den Kopf zu schlagen. Die Bürger benötigen keine Feindbilder und Weltuntergangsszenarien. Sie benötigen eine realisierbare Perspektive, um aus der Hoffnungslosigkeit herauszukommen, die sehr häufig auch in ironischen Kommentaren in den GG zu finden ist. Die Bürger brauchen Angebote, die relativ kurzfristig umgesetzt werden können. Die Menschen und Firmen dürfen die bei uns vorhandenen Ressourcen nicht verschrotten, sondern sollten sie unbedingt weiter nutzen, bis diese ihre geplante Nutzungszeit erreicht haben. Das nennt man Nachhaltigkeit!

    Die Zufahrt bis zum Ring ist meiner Meinung nach also nicht das Problem.
    Verkehrsprobleme entstehen aber bei der Parkplatzsuche. Außerdem wird das sinnlose Herumfahren und Vorzeigen des Lebensinhalts (Auto-Posen) von Anwohnern und Fußgängern als bedrohlich empfunden. Um die Innenstadt von diesen beiden Problemen zu befreien und sie dadurch für mehr Menschen attraktiver zu machen, muss man nicht radikale Wege für das ganze Stadtgebiet vorschreiben. Die Bürger sollen die Wahl haben und selbst entscheiden, mit welchen Verkehrsmitteln sie innerstädtisch mobil bleiben wollen: Auto, Motorrad, Fahrrad mit und ohne Hilfsmotor, Bus, Bahn oder zu Fuß.
    Da, wo sich alle Verkehrsteilnehmer schlussendlich treffen, also innerhalb des Rings der Hauptverkehrsflüsse um die Altstadt, heißt es ab jetzt: Fußgänger first!
    (Nicht „Radfahrer first“ und auch nicht „E-Busse first“ oder sowas.)

    Konkretisierung des Plans:
    Entlang des skizzierten Rings fließt der Verkehr auf den heutigen Hauptverkehrswegen weiterhin um die Innenstadt herum.

    Zwei bis drei weitere Parkhäuser (z.B. am MiR oder Ecke Kirchstraße/Ringstraße, etc.) erhöhen die dortigen Parkplatzkapazitäten für Fahrzeuge aller Art um ein Vielfaches. Dafür fallen im Gegenzug alle Parkstreifen in den Straßen der Innenstadt weg, die derzeit umkämpft werden und für unnötigen Verkehr, also Lärm und Stress, sorgen.

    Der Bereich der Innenstadt innerhalb des Rings bleibt den Fußgängern, Rollator-Schiebern, Rollstuhlfahrern, den „Fahrrad Schiebenden“, den KFZ von Anwohnern, von Gewerbetreibenden und von Lieferanten vorbehalten. Alle anderen KFZ sollen draußen bleiben. Ausgenommen von dieser gnadenlosen Bevorzugung der schwächeren Verkehrsteilnehmer, sind jeweils die Zufahrten zu den Parkhäusern. Dort gilt für alle KFZ Schritttempo.

    Nur Anwohner und Geschäftsinhaber, die Parkplätze auf dem eigenen Grundstück haben, können weiterhin ihre Immobilie anfahren, vorhandene Tiefgaragen natürlich ebenfalls. Hat ein Anwohner keinen solchen Parkplatz, kann er einen in den Parkhäusern für 1 € am Tag mieten. Vor den Behörden mit Publikumsverkehr bleiben jeweils wenige Parkplätze für gehbehinderte Autofahrer erhalten, sowie die Taxistände.

    Stromladesäulen in der Innenstadt braucht man nicht errichten, da auch E-Autos in den Parkhäusern am Ring bleiben. Statt fünfzig Prozent der Bevölkerung durch Frauenparkplätze in Parkhäusern weiter zu bevorzugen, gibt es nun Parkplätze mit Lademöglichkeit für die Strom-Büchsen. Vorteil: Die Starkstromversorgung muss nicht in allen Straßen der Altstadt installiert werden, sondern nur gezielt in den Parkhäusern. Man spart jede Menge Verteilerstationen und Transformatoren.

    Da die Seitenstreifen als Park-Alternative wegfallen, ist eine gute Auslastung der Parkhäuser zu erwarten, was Investoren freuen wird. Die Park-Preise können moderat gehalten werden, denn denkbar ist auch eine Querfinanzierung durch Geschäfte, Restaurants, die Stadtverwaltung, usw., die kostenloses oder preisreduziertes Parken ermöglichen, wenn bei Ihnen eingekauft oder eingekehrt oder ein Behördengang absolviert wird.

    Mit dem Parkticket kann man die U-Bahn zwischen den Haltestellen Bochumer Straße und Musiktheater kostenlos mitbenutzen.

    Von Nord nach Süd sowie West nach Ost wird jeweils eine Verbindung als Fahrradstraße ausgewiesen, auf denen Fahrräder vor allen anderen Vorfahrt haben. Nur dort ist das schnelle Fahrradfahren in der Innenstadt erlaubt. In den Bereichen, die heute bereits Fußgängerzone sind, gilt: Fahrradfahrer absteigen! So wird die Zahl von Unfallopfern unter den Fußgängern durch rücksichtslose Fahrradfahrer auf ein Minimum reduziert.

    An den zentralen Plätzen am Hauptbahnhof (z.B. im derzeit verschlossenen zweiten Durchgangstunnel) und am Heinrich-König-Platz werden Fahrradabstellsysteme geschaffen, die ebenfalls kostenpflichtig sind und deren Parktickets (Gelsenschein) in den Geschäften/Restaurants sowie bei der Stadtverwaltung, analog zu den Autoparkern, durch Scannen an der Kasse (wie bei „Sammeln Sie Punkte?“) zu kostenlosem Parken umgewandelt werden. Auch die Fahrradfahrer mit Gelsenschein können die U-Bahn in der Innenstadt benutzen.

    Der Gelsenschein ist (natürlich 😊) als Kernbaustein der Smart City digital, aber an den Parkhäusern auch als Papier-Ticket verfügbar. Der smarte Gelsenschein hilft, um in Echtzeit die Steuerung des Verkehrs zu den Parkhäusern zu regeln, wenn z.B. ein Gelsenschein-Besitzer sich auf den Weg in die Innenstadt macht. Spätestens auf Höhe des Grillo-Denkmals an der Kurt-Schumacher-Straße wird ihm z.B. von Norden kommend der nächste freie Parkplatz im nächsten verfügbaren Parkhaus per Sprachnachricht angesagt. Fahrradfahrer mit Gelsenschein erhalten die Belegungsstände der Fahrradabstellsysteme in der Nähe auf dem Smartphone angezeigt.
    Gelsenschein wird zum innerstädtischen Bezahlsystem ausgebaut, mit dem alle öffentlichen und privatwirtschaftlichen Dienstleistungen (Restaurants, etc.) bezahlt werden können.

    Fazit:
    Die Probleme in der Innenstadt mit Auto-Posern, dem Parkplatzsuchverkehr (Hup, Hup!) und heute miteinander konkurrierenden Verkehrsteilnehmern, sind damit Großteils beseitigt.
    Die Innenstadt kann von Radfahrern durchfahren werden, ohne dass man neue Radwege am Ring schaffen muss oder Konflikte mit Fußgängern entstehen.
    Das Lärmniveau in der Innenstadt sinkt. Die Freude am „Lustwandeln“ steigt.
    Der bislang durch abgestellte Fahrzeuge blockierte Raum innerhalb des Rings steht nun zur Neugestaltung zur Verfügung. Versiegelte Flächen können aufgebrochen und bepflanzt, Treffpunkte und Orte für Gastronomie im öffentlichen Raum geschaffen werden.
    Das Problem der illegal am Straßenrand entsorgten Fahrzeuge mitten in der Innenstadt wird eingedämmt.
    Um Autofahrer aus dem Ruhrgebiet zum „Einkaufserlebnis“ in die Altstadt zu locken, darf man das ganze Projekt natürlich nicht „Autofreie Innenstadt“ nennen.
    Und sicherlich ist das Thema Mobilität für Mobilitätseingeschränkte nochmals genauer zu betrachten.

    Zeitsprung:
    Bei der Extraschicht 2023 wird die Altstadt erstmals Ankerzentrum. Unter anderem kann ein historischer Pfad vom Am Rundhöfchen bis zur Bochumer Straße entlang der Bahnhofstraße mit der VR-Brille beschritten werden. Auf dem Pfad werden die Besucher zurück in die „Gründerjahre“ versetzt. Man kann aus mehreren Jahren auswählen: 1880, 1904, 1930, 1958, …
    Immer mehr Gelsenkirchener nutzen nach Feierabend und an den Wochenenden die Ausgehangebote und kleinen kulturellen Spielstädten in ihrer Altstadt. Dank des smarten Gelsenscheins bieten viele Restaurants an, die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bei der Begleichung der Rechnung zu übernehmen. Die Aktion nennt sich „Trinkgeld für die Bogestra“ und sorgt für eine bessere Auslastung des ÖPNV in den Abendstunden. An mehreren Wochenenden im Jahr finden Konzerte in ausgewählten Parkebenen der vielen Parkhäuser statt. „Gelsenkirchen beschallt“ wird zur Marke und verdrängt „Bochum-Total“ in der Gunst des Ruhrgebietspublikums von Platz 1.
    Der „smarte“ Gelsenschein hat sich etabliert. Er ist zum Bezahlmittel und Informationsportal in der ganzen Stadt geworden.

    Vielleicht gelänge nach einer Weile des Lernens auch den heutigen Ideologen, als Kategorien des eigenen Denkens nicht mehr „gut“ und „böse“, sondern lieber „hilfreich, weil machbar“ zu verwenden. Die Ziele müssen von der abstrakten Ebene („Die Welt geht unter! Wir müssen die Welt retten!“) heruntergebrochen werden auf reale Sehnsüchte („Wir wollen eine Innenstadt, in der sich viele Bürger gerne aufhalten!“). Schon bald wird man merken, eine Umgebung, in der sich Menschen wohl fühlen, erfüllt viele Aspekte, die automatisch auch dem Stadtklima guttun. Anstatt einen Kampf gegen den Klimawandel auszurufen (ein vollkommen abstraktes Gebilde, von dem sich niemand eine konkrete Vorstellung machen kann – deshalb müssen statistische Mittelwerte komplexer Messreihen – das 1,5°C-Ziel – beschworen werden), lieber eine Einladung aussprechen, unsere Altstadt zu einem Ort umzubauen, in dem das städtische Leben aufblühen kann, weil Menschen sich dort wohlfühlen.

    Weil es unsere Stadt ist!


     


     

    WAZ Facebook:

    David Graß
    Gelsenkirchen mit Wien zu vergleichen ist schon gewagt. Der Einzelhandel würde es ziemlich sicher mit Auszug danken. Aber: was ist der Einzelhandel in den Einkaufsstraßen der Stadt noch wert?

    Werner Callies
    Schon geil, wie die WAZ es zulässt, dass hier Werbung für eine Onlinepetition zu diesem Schwachsinn gemacht wird.
    Sowas nenn ich mal unparteiisch…
    🤦‍♂️

    Herrkules
    Sehr geehrter Kallies!
    Dass Sie unseren Antrag schwachsinnig finden, ist ihr gutes Recht. Und außerdem wollen wir ja eine Debatte! Unabhängig davon liegen Sie einem Punkt falsch:Hätten Sie, ohne Schaum vor dem Mund, den WAZ-Artikel und den Antrag selbst gelesen, wäre klar geworden, dass wir einen Antrag an die Stadt Gelsenkirchen nach § 24 der Gemeindeordnung des Landes gestellt haben. Der Antrag ist also hier in Verwaltung und städtischen Gremien zu behandeln. Insofern hat die Lokalausgabe der WAZ einen guten Grund zur Berichterstattung. Die online-Aktivitäten sind lediglich eine digitale Möglichkeit, das Anliegen zu unterstützen!

    Werner Callies
    Redaktion HerrKules
    Lern erst mal Deutsch und lesen, du Vogel.
    Und dann melde dich mit korrektem Namen und versteck dich nicht hinter so einem Pseudonym. Dann kannste dich gerne noch mal, auch ohne Schaum vorm Mund, melden!
    Alles klar?
    Ändert aber nichts daran, dass dieses grünve.rsiffte Anliegen schei§§e ist!

    Redaktion HerrKules
    Hallo Herr Kallis,
    aus Gründen der Datensparsamkeit schreiben wir hier unter dem Namen des Magazins HerrKules. Mit drei Klicks gelangen Sie zu unserem im Pass eingetragenen Namen und sogar zur Adresse, Telefonnummer und E-Mail.
    Können Sie das toppen?
    Dass Ihnen unser Vorschlag als verunreinigte, grüne Fäkalie anmutet, ist völlig ok. Rauh aber herzlich, oder einfach: Gelsenkirchener Charme.
    Dennoch, wir sind in keiner Partei tätig oder Mitglied.

    Sven Neubauer
    Apropos Wien.
    Dort bezahlt man für eine Jahreskarte der Öffis 365€.
    Hier würde man, für eine ähnliche Leistung, ca. 2.000€ bezahlen.

    Francesca Dohle
    In dem Fall bin ich leider dagegen. Für Leute, die schlecht zu Fuß sind, ist das Mist. Ebenso für Leute, die mal eben kurz etwas in der Stadt erledigen möchten oder müssen. Auch wenn der Shuttlebus kostenlos ist, ist man immer auf Diesen angewiesen. Dazu kommt dann im Bus das Gedränge. Ich persönlich fahre gerne Auto, weil man durch die Mobilität eben flexibler ist. Mal eben schnell beim Arzt ein Rezept abholen, in der Apotheke das Medikament holen oder nur mal eben zur Bank etc. geht dann alles nicht mehr. Ich glaube, das würde die Stadt für einige eher unattraktiver machen. Grünanlagen oder ähnliches sind zwar sehr schön und eine tolle Idee. Trotzdem würde die Mobilität und Flexibilität schon arg verloren gehen.

    Manuela Schittek
    Was eine selten dumme Idee, wie kann man Gelsenkirchen mit Wien vergleichen.
    Wien ist eine Weltstadt und eine Touristenort .
    Gelsenkirchener Innenstadt würde aussterben.
    Lieber Gott bewahre uns vor Grün!

    Thomas Pankrath
    Gibt es die Innenstadt überhaupt noch? Kaufe immer im Internet.

    Lukas Gremer
    Dieser Vorschlag zielt zwar in die richtige Richtung, er schießt aber in meinen Augen übers Ziel hinaus! Was wir brauchen ist eine offene und ehrliche Debatte, wie man den Autoverkehr reduzieren kann und keine grünen Illusionen!
    Hierbei muss man sich auch klar machen, dass das Auto in Gelsenkirchen wohl immer eine Rolle spielen wird – Gelsenkirchen ist eben Gelsenkirchen und nicht Wien! Dennoch ist es möglich und sogar nötig, den Anteil des Autos am Gesamtverkehr zu reduzieren.
    Dabei ist die Stärkung des Radverkehrs sicher eine sinnvolle Ergänzung, aber das Fahrrad ist nunmal für die meisten Menschen eher ein „Schönwetterverkehrsmittel“, deshalb ist es noch viel wichtiger den ÖPNV deutlich auszubauen und nicht mal eben irgendwelche Shuttlebusse einzurichten!
    Was wir in meinen Augen bräuchten ist ein „Stadtbahnprogramm“ mit dessen Hilfe das Straßenbahnnetz konsequent ausgebaut wird. Straßenbahnwürdige Ziele gibt es schließlich genug: Ringschluss 301, Fachhochschule, Hassel, Marienhospital oder auch eine Strecke über Rotthausen und Kray nach Essen wären denkbar. Ergänzend sollte das Busnetz neu geordnet werden und auf den verbleibenden Buslinien bei Bedarf die Taktung angepasst werden.


     


     

    Nebenan.de

    von Martin H.
    Der Transparenz wegen:
    – die WeAct Campagne wurde auch von dir gestartet
    – das Magazin, auf das du verlinkst, ist auch von dir
    korrekt?

    Ein paar präzisere Fragen:
    1. Du redest von einem ggf. Shuttleservice, der Leute in die Innenstadt bringen soll. Wenn ich das richtig verstanden habe, soll der Shuttleverkehr von den neu angelegten großen Parkplätzen ausgehen.
    Wenn aber die selben Autos (oder vllt dann sogar mehr) auf und von dem Parkplatz fahren, plus die Shuttlebusse, wieviel Abgase spart man dann tatsächlich ein? Und: Wie sieht es mit Elektro-Autos aus? Diese erzeugen ja null emissionen und könnten daher in dem Gebiet doch weiterhin fahren.

    2. Wer soll für die Zahlung der kostenfreien Parkplätze und des Shuttleservices aufkommen? Vermutlich sollen dann alle Gelsenkirchener die Zahlung übernehmen, oder gibt es Planungen, dieses Geld aus Fürdergeldern zu bekommen?

    3. Wenn ihr (falls ich es richtig verstanden habe) die Hauptverkehrsstraßen um die Innenstadt sperren wollt, müssen die Autos, die dort entlang fahren, einen Umweg fahren, welcher länger dauert und mehr Emissionen erzeugt. Wodurch sollen diese mehr-Emissionen laut eurem Plan kompensiert werden?

    4. Dein Artikel dazu ist ja recht neu (1. November 2020). Meinst du nicht, dass es mehr Sinn gemacht hätte diesen Antrag einzureichen, nachdem die aktuelle Pandemie vorbei ist? Viele Geschäfte in der Innenstadt werden vermutlich enorme Geld-PRobleme haben und manche werden recht wahrscheinlich schließen oder sich enorm verkleinern. Wenn nach der Pandemie in der Innenstadt nur noch recht wenig los ist, weil viele Geschäfte schließen mussten oder aus der Innenstadt wegziehen mussten, sinkt ja der potentielle Gewinn eurer Idee :/

    5. Ich wohne „erst“ ein paar Jahre in Gelsenkirchen, aber was genau meinst du mit „Imagefalle“? Ich kenne nur das Image von Gelsenkirchen als ärmste Stadt Deutschlands. Hohe Arbeitslosigkeit und hohe Schulden. Wollt ihr mit dem Imagewechsel wirklich Touristen und Investoren nach Gelsenkirchen locken? Habt ihr denn schon offizielle Umfragen in Auftrag gegeben, ob euer Plan überhaupt ein Umdenken bei Touristen und Investoren hervorbringen würde?

    Finde dein Vorhaben interessant, aber habe eben noch ein paar Fragezeichen überm Kopf. Wäre schön, wenn du mir hier antworten geben könntest 🙂

    LG Martin

    Sophia Z.
    Ich gucke mir das hier immer mal wieder an und finde manche Vorschläge ja auch ganz nett. Ich bin auch absolut damit einverstanden, dass sich etwas ändern sollte. Nur habe ich ein Problem, das mir in letzter Zeit tatsächlich übel aufstößt, nachdem ich dank Corona öfter zuhause bin. Ich lese hier ständig etwas davon, dass Autos vermieden werden soll. Super Idee. Unpassend an dieser Idee ist zweierlei: zum einen sehe ich diejenigen, die am lautesten rufen, ständig mit – zugegeben sehr schönen – aber vor allem unglaublich stinkenden alten Autos durch die Straßen fahren und macht die Forderung sehr unglaubwürdig. Zum anderen ist die Forderung nicht durchdacht. In der Innenstadt befinden sich nicht nur Geschäfte sondern auch das Verwaltungsgericht und Behörden. Wie stellen Sie sich vor, dass dort die Anfahrt geregelt werden soll? Das funktioniert nicht.
    Die großen Probleme sind hier Armut und Arbeitslosigkeit. Mit Ihren Vorschlägen helfen Sie niemandem, der arbeitet und Arbeitsplätze schaffen könnte.


     


     

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  • 3. November 2020 um 12:34
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    Eine Verständnisfrage. Die Einreichung der Petition auf change und WeAct hat zur Folge, dass die Petition an die Stadt übermittelt wird, oder wie erhält die Stadt davon Kenntnis, dass sie sich damit im Rat überhaupt beschäftigen kann?

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    • 3. November 2020 um 12:35
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      Wurde schon an Frau Welge geschickt. Es ist ein Antrag nach § 24 GO NRW (Anregungen und Beschwerden) Die Unterstützerliste soll nur Ermuntern, sich ernsthaft damit zu beschäftigen.

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  • 3. November 2020 um 12:39
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    Das würde aber das Einzelhandelskonzept der Stadt deutlich tangieren. O.k., es müsste nach fünf Jahren ohnehin neu geschrieben werden. Unter anderem auch, weil die Kaufkraftziffer von 2014 iHv. 90,6 bei 1,2 Mrd. € Kaufkraft wohl schon lange nicht mehr stimmt.
    https://www.gelsenkirchen.de/de/infrastruktur/stadtplanung/gesamtstaedtische_konzepte/einzelhandelskonzept.aspx

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  • 3. November 2020 um 14:14
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    Ich unterstütze die Ziele für die Stadtzentren Alt-GE und Buer. Zusätzlich denke ich aus meiner Perspektive aber auch an Forderungen wie: mehr Stadtbild- und Denkmalschutz und: Wie kann man mehr an soziale Dynamik anstreben? Wie kann man erreichen, dass die Stadt für kreative Bewohner und Zuwanderer attraktiv wird?
    Dr. Lutz Heidemann, ehem. Stadtplaner, jetzt Bau- und Städtebauhistoriker

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    • 3. November 2020 um 14:53
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      Zum letzten Punkt zumindest gibt es ja seit einigen Jahren die Kreativ- und Galeriemeile an der Bochumer Straße in GE-Ückendorf.

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  • 3. November 2020 um 19:45
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    Die alte Situation mit großen Kaufhäusern ist passé. Das macht die Schließung von Karstadt in Buer und Kaufhof in Essen deutlich. Die Digitalisierung wird durch Corona und Lockdowns befördert.
    Der Neuerungsprozess wird sich stützen auf:
    1. Kommunale Einzelhandelskonzepte
    2. Regionale Einzelhandelskonzepte
    3. Inhalte aus Gutachten
    4. Situation offensichtlich
    5. Aussagen aus Bauleitplänen
    6. Sonstige Grundlagen.

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  • 3. November 2020 um 21:39
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    Dank und Glückwunsch für Ihren Bürgerantrag. Ich bin sehr gespannt, ob und wie die Kommunalpolitik darauf reagiert.
    Auf diese Weise könnten auch Räume entstehen, die „street art“-Angebote im soziokulturellen Sinne ermöglichen. Es wäre jedenfalls ein guter Einstieg in die Politik der neuen kommunalen Wahlperiode für Gelsenkirchen, um die Bürgerinnen und Bürger für das Zusammenleben in „ihrer Stadt“ zu gewinnen und damit an der Gestaltung mitzuwirken.

    Denn ich erlebe inzwischen als Fußgänger, wie das Fahrradfahren zunehmend die Bürgersteige nutzt und dabei dank seiner „technischen Gewalt“die Fußgänger be- und verdrängt und mit den E-Bikes sogar ein Instrument erhält, mit dem sich die „Macht des Stärkeren“ praktizieren lässt, wie ich es selbst auf den Bürgersteigen erlebe.. Aber auch der ruhende Verkehr, also die parkenden Fahrzeugen an den Straßenrändern neben den Bürgersteigen werden besonders dann zum Problem, wenn die Bürgersteige als Radwege für beide Richtungen benutzt werden. Ebenso wird selbst die Bahnhofstraße als Fußgängerzone verbotenerweise von Radfahrern als Slalomstrecke benutzt.

    Das Propagieren der Fahrradmobilität und damit verbundene Zunahme des Fahrradverkehrs bedarf deshalb dringend einer Neuordnung. Ich kann deshalb Ihren Bürgerantrag mit Nachdruck unterstützen, bevor der Mobilverkehr im „Gemeinwesen Stadt Gelsenkirchen“ außer Kontrolle gerät. Der mobile Verkehr ist zwar kein Virus, aber er breitet sich immer stärker aus und gefährdet damit die Umwelt und das menschliche Zusammenleben gleichermaßen. Es gibt also einiges zu tun.

    Deshalb noch einmal Dank Ihre Initiative und für das Gelingen.
    ein schlichtes solidarisches „Glückauf“

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    • 4. November 2020 um 7:25
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      grandioser, ja glorreicher @Verfasser der Redaktion bekannt! Endlich erklärt mal jemand den Unterschied zwischen dem mobilen Verkehr und Autos ❤ 😃

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  • 4. November 2020 um 9:27
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    Eigentlich ein cooler Vorschlag, allerdings ist er noch nicht ganz wasserdicht.

    Das Gelände Schalker Verein ist teils schon bebaut mit Einfamilienhäusern, die Grundstücke ohne Bebauung sind bereits verkauft.
    Die Ringstraße und die Husemannstraße (und das ist ein Skandal) sind die einzigen befahrbaren Bestandteile einer Nord-Süd-Verbindung. Die B227 wird ja von der Kurt-Schumacher-Straße weggeführt. Es gibt also keine sinnvolle Durchquerung des Stadtbereichs, ohne die Bismarckstraße komplett zu überlasten. Da gibt es zudem noch immer die Bahnschranke. Eine geschlossene Schranke kann unter Umständen auch für Staus auf der Gewerkenstraße sorgen. Auch eine fantastische Verkehrssituation.

    Eine Ergänzung meinerseits wäre:
    Der gesamte Innenstadtbereich wird autofrei. Innerhalb (!) des Straßenrings Ringstraße, Florastraße, Overwegstraße, Husemannstraße, Hiberniastraße und wieder Ringstraße.

    Die vierspurigen Straßen Ringstraße, Overwegstraße, und Husemannstraße werden zweispurig und sind nur noch in EINE Richtung befahrbar. Um die Innenstadt würde also eine Art Ring aus einer Einbahnstraße führen.
    Das lässt den Verkehr dann an diesen Stellen flüssiger laufen und es kommt zu weniger Stillstand. Die »inneren« Spuren sind zu bevorzugen für diejenigen, die jeweils Ziele im Innenstadtbereich anfahren müssen.

    Diesen Plan sollte man vielleicht auch im Hinterkopf behalten, wenn eine Verkehrsberuhigung der Innenstadt grundsätzlich abgelehnt wird!!

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    • 4. November 2020 um 9:42
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      Zur Ergänzung:
      Auch ’ne sehr gute Idee, wenn auch etwas aufwändiger.

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  • 4. November 2020 um 16:30
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    Barcelooooooooona……………….

    Verkehrsberuhigte Zonen sind auch bei Anwohnern und Ladeninhabern sehr beliebt, so berichtet der Spiegel:

    „Ja, anfänglich gab es viele Zweifel, besonders von Ladenbesitzern und Anwohnern“, sagt Xavi Matilla, 44, Chefarchitekt der Stadtverwaltung Barcelona. Aus seinem Büro am Rande von Poblenou hat er einen guten Blick auf den Superblock. Inzwischen wollten alle am liebsten im Inneren einer Superilla leben: „Wir haben Petitionen aus ganz Barcelona, das ist jetzt sehr beliebt“.

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/verkehrswende-in-barcelona-auf-superinseln-haben-fahrraeder-und-fussgaenger-vorrang-a-2c5f7774-7fb5-4965-9ed2-afe85010f7c5?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

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  • 4. November 2020 um 19:46
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    @Redaktion HerrKules
    Ich bin Ladenbesitzer in Buer und Altstadt. Und ich unterstütze den Vorschlag!

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  • 4. November 2020 um 22:49
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    Die heutige Ausgabe der WAZ (Lokalausgabe GE) stellt in einem Artikel die Vorstellungen der Fraktionsspitze der GRÜNEN zur kommenden Ratsarbeit vor. Nachdem nun klar ist, dass die GRÜNEN wohl in die Oppostion gehen müssen, da SPD und CDU sich auf eine „Große Koalition“ verständigt haben, gehen die GRÜNEN mit ihren Vorstellungen im Bereich Verkehr/Mobilität über das eigene Wahlprogramm hinaus. Im WAZ-Artikel heißt es dazu:

    Mehr Radikalität beim Thema Autoverkehr in Gelsenkirchen

    Neben der Transparenz will die Öko-Partei ihren Schwerpunkt auf die Themen Klimaschutz und Mobilität legen – und das stellenweise ruhig noch größer gedacht als im Wahlprogramm. „Beim Thema Autoverkehr lohnt es sich, radikaler zu denken“, sagt Adrianna Gorczyk mit Blick auf einen jüngst öffentlich gemachten Antrag des ehemaligen Grünen-Politikers Bernd Matzkowski, der eine autofreie Innenstadt in Gelsenkirchen fordert. „Wir müssen den Autoverkehr in Gelsenkirchen neu denken“, fordert Gorczyk.

    Dazu zwei Anmerkungen:

    1. Wir freuen uns über jede Unterstützung unseres Antrags
    2. Der Antrag ist von zwei Bürgern gestellt, nämich von Heinz Niski und mir.

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  • 5. November 2020 um 10:06
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    Ich bin gespannt wie die Verwaltung den Antrag behandeln wird. Angesichts der städtischen Information auf der Webseite – Anregungen und Beschwerden gemäß § 24 GO NRW – wonach es sich „Bei nachfolgenden Beispielen handelt es sich nicht um Anregungen und Beschwerden nach § 24 GO NRW: Beanstandung von Verfahrensrichtlinien“, was in der landesgesetzlichen Regelung keine Entsprechung findet, würde es mich nicht wundern, wenn die Verwaltung beispielsweise hier den Antrag mit der Begründung ablehnt: Ein Antrag „ist unzulässig bei Angelegenheiten, die im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens oder eines förmlichen Verwaltungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung zu entscheiden sind“.
    https://www.gelsenkirchen.de/de/rathaus/buergerbeteiligung/anregungen_und_beschwerden_nach__24_go/index.aspx

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    • 5. November 2020 um 11:01
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      Ich bin gespannt,welche Parteien den Antrag unterstützen werden. Oder mit welchen politischen Argumenten auch nicht. Eine verwaltungs- bzw gemeindeordnungsrechtliche Argumentation ist im Moment nicht mein Problem.
      Aber noch viel entscheidender ist doch, ob eine Debatte größerer Art über Verkehr, Mobilität etc. zustandekommt.

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  • 6. November 2020 um 7:58
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    Wir bitten aus technischen Gründen alle Unterstützer unseres Antrages auf eine autofreie Innenstadt, nur noch auf dieser Plattform die Petition zu unterschreiben:

    https://weact.campact.de/petitions/sperrung-eines-bereichs-der-innenstadt-ge-fur-den-privaten-autoverkehr

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  • 9. November 2020 um 8:18
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    WAZ Artikel vom 05.11.2020 als PDF Datei

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  • 9. November 2020 um 8:28
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    Mit dem unten stehenden Anschreiben haben wir den Fraktionen im Rat der Stadt unseren Antrag samt Anschreiben an Frau OB Welge und Zusatzmaterial zukommen lassen

    An die Fraktionen von SPD, CDU, AfD, B90/Die Grünen, FDP, Die Linke im Rat der Stadt Gelsenkirchen

    Betreff: Autofreie Zone Innenstadt

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    sicherlich haben Sie der Tagespresse bereits entnommen, dass wir als Bürger der Stadt Gelsenkirchen einen Antrag nach § 24 GO NRW gestellt haben mit der Absicht, einen Teil der Innenstadt von Gelsenkirchen für den Autoverkehr zu sperren (Ausnahmen etwa Anwohner, Lieferanten, Krankenfahrten etc.) und ebenso einen ähnlichen Vorschlag für den Innenstadtbereich von Buer durch die Verwaltung entwickeln zu lassen.

    In unserem Anschreiben an die neue Oberbürgermeisterin Frau Welge haben wir zudem betont, dass eventuellen Entscheidungen im Rat oder seinen Gremien eine möglichst offene und breite Diskussion mit allen Betroffenen (Anwohner, Geschäftsleute, Lieferanten etc.) und allen interessierten Bürgern vorausgehen soll.
    Mit Schreiben vom 3.11.20 hat uns die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass für die Bearbeitung des Antrags die Referate Verkehr und Öffentliche Sicherheit und Ordnung zuständig sind.
    Wir würden uns freuen, wenn Sie den Mitgliedern Ihrer Fraktion, deren Ausschüsse sich thematisch dem Antrag zuordnen lassen, die mitgesandten Informationen (Anschreiben, Antrag, Ergänzungsinformationen) zukommen lassen würden.
    Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und hoffen auf eine zukunftsorientierte, sachgerechte und konstruktive Diskussion, an der bereits jetzt zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der Stadt, auch mit eigenen Vorschlägen, mit Kritik und Anregungen auf verschiedenen Plattformen (z.B. Gelsenkirchener Geschichten, facebook, HerrKules) teilnehmen.
    Mit freundlichem Gruß
    Heinz Niski Bernd Matzkowski

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  • 9. November 2020 um 9:43
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    Autofreie Städte: Ein Experiment | SWR Odysso

    Radikale Fahrradstadt Groningen – Wie gut läuft der Verkehr? | Galileo |

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  • 9. November 2020 um 19:41
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    Antwort auf eine Liste von Fragen vom Martin H.:

    Hallo Martin,

    die Herausgeber / presserechtlich Verantwortlichen von http://www.herrkules.de, unter anderem mich, findest du unter dem „Impressum“, Infos zu den Autoren unter den Beiträgen. Der Antrag und die Petition ist eine Initiative von Bernd Matzkowski und mir.

    Jeder Bürger hat das Recht, Anregungen oder Beschwerden nach § 24 der Gemeindeordnung des Landes NRW schriftlich an den Rat oder die Bezirksvertretung der Stadt zu richten. Unsere Anregung wird aktuell vom Referat Verkehr und Öffentliche Sicherheit und Ordnung bearbeitet.

    Darüber hinaus haben wir uns an die einzelnen Ratsfraktionen der Parteien gewandt, in der Hoffnung, dass diese unseren Antrag im Rat unterstützen.

    Die Petition auf WeAct ist nur eine zusätzliche Unterstützung, ein Stimmungsbild und Versuch, die Bürger für das Thema zu sensibilisieren.

    Der angedachte Shuttleservice ist nur eine von vielen Möglichkeiten und könnte ausgestaltet sein als Zubringer von weiter entfernt liegenden Parkplätzen oder als „Hop-On Hop-Off“ Citybus innerhalb der autofreien Zone oder beides.

    Am Rande der autofreien Zone gibt es fußläufig so viele Parkhausmöglichkeiten, dass sich ein Zubringer von entfernteren Parkplätzen fast erledigt. Die Frage ob E-Autos klimafreundlicher sind, wie viel Abgase durch Citybusse eingespart werden, möchte ich an dieser Stelle außen vor lassen. Mir geht es um eine andere, neue Qualität von Nutzung des öffentlichen Raumes, die sich durch mehr Fläche, mehr Ruhe, ergeben würde.

    Die Kosten für die Errichtung und den laufenden Betrieb der Parkhäuser und Citybusse müssten auf viele Schultern verteilt werden, Stadt, Land, Bund, Private, einen „Finanzierungsplan“ kann man erst dann erarbeiten, wenn man ein Konzept entwickelt hat. Soll es nur um die Sperrung von einigen Straßen gehen, soll es darum gehen eine Innenstadt neu zu erfinden und lebenswert und fit für die nächsten 2-3 Generationen zu machen. Richtet man sich an den Bedürfnissen der jetzt eher ärmeren Bevölkerung aus, an den Bedürfnissen der Neubürger (türkisch-syrisch-rumänisch) oder plant man langfristige Veränderungen und und und.

    Ich persönlich fände die Idee sehr reizvoll, die Weberstraße vom Grillo Gymnasium bis hinter den Bahnhof als parallele Bahnhofstraße mit gehobeneren Geschäften, Restaurants, Dienstleistern, Kultur- Kunstanbietern, Kneipen, Bars aus dem Türkisch-Arabischen Raum auszubauen. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Seitenstraßen mit Zeugnissen der Sinti-Roma Tätigkeiten und Kultur belebt werden würden.

    Wenn es dann noch auf der Bahnhofstraße neue Geschäfte, Läden, Gewerbe, Dienstleister, Kultur- Kunstangebote jenseits der Ein-Euro-Kultur gäbe, wäre ein Anfang gemacht. Dass das alles korrespondieren muss mit den ökonomischen Möglichkeiten der Bürger, ist klar.

    Hauptverkehrsstraßen werden nicht gesperrt. Nur die Zufahrten in den Stadtkern selber sollen eingeschränkt sein. Umwege entstehen deshalb nicht.

    Wir haben unsere Anregung unabhängig vom Ausgang der Pandemie öffentlich gemacht, weil die strukturellen Probleme letztlich die gleichen bleiben werden und die Umgestaltung sicher eher 10 – 20 Jahre braucht.

    Einen schlechten Ruf oder ein schlechtes Image wird man in der Regel nicht mehr los. Gelsenkirchen hat sich diesen schlechten Ruf hart erarbeitet und muss deshalb noch härter daran arbeiten, den in den nächsten 50 bis 100 Jahren in einen positiven zu verwandeln. Hinweise auf das schönste Grün, das weißeste Musiktheater, den größten Herzensmeister aller Fußballsportvereine der Welt, bringen nichts, wenn das Umfeld nicht stimmt.

    Die Politiker Standardfloskel ist dann, dass es hier rau aber herzlich zugeht, dass Gelsenkirchen nichts für Weicheier wäre, dass man hier einen langen Atem bräuchte, um eigentlich zu sagen, dass man vor allem attraktiv ist für Armutsflüchtlinge, für Verlorene der Globalisierung.

    Mit dem vorhandenen Potential neue, gemeinsame Ziele zu definieren und langsam, aber stetig QUALITATIV zu steigern, das würde ein Image ändern. Die Gentrifizierung der Bochumer Straße ist so ein Versuch, dort wird allerdings das Rad nicht neu erfunden, sondern nur nachgespielt, was die Unis auf dem Lehrplan haben.

    Eine coole neue Innenstadt, durchaus auch mit ein paar Hipstern dazwischen, hauptsächlich aber mit normalen kleinen Leuten wie du und ich oder Mehmet & Aische, Avesta & Masut, Björn & Magdalena, Vayolka & Boldo hätte Strahlkraft über das Ruhrgebiet hinaus.

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    • 9. November 2020 um 22:25
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      Danke Heinz für die ausführliche Auskunft 🙂 Das mit den Hauptverkehrsstraßen habe ich dann falsch verstanden, hatte das auf dem Map-Bild nicht so ganz sehen können.
      Werde über deine Punkte und deine Idee mal etwas genauer nachdenken 🙂

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    • 10. November 2020 um 5:28
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      Welcher Partei gehörst du an?

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      • 10. November 2020 um 6:24
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        Keiner.

        Und du? Bist du Nichtwähler? Verschwörungsmystiker? Katholisch?

        Welche Ideen zur Verbesserung der Innenstadtsituation hast du?

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        • 10. November 2020 um 6:56
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          Blöde Antwort.
          Dazu sage ich jetzt nichts.

          Warst Du wählen*?(nachträglich bearbeitet)

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          • 10. November 2020 um 7:30
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            Seit 1972 habe ich die Sozialversicherungswahlen meistens verpennt, die Spardabank Vertreterwahl habe ich mal ausgelassen, mal durch Würfeln entschieden. An Kommunal- Landttags- Bundestags- Europaparlamentswahlen habe ich immer teil genommen. Manchmal habe ich Pest gewählt, manchmal Cholera, manchmal taktisch, manchmal klug, manchmal überzeugt, manchmal aus Reflex. Meine Schuhgröße ist 45. Und deine?

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  • 17. November 2020 um 17:55
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    Wien….
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wiener-stadtplaner-thomas-madreiter-autos-raus-nahverkehr-und-fussgaenger-rein-a-a16acff1-990d-4d67-bca4-39de94179a00?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

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  • 18. November 2020 um 21:59
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    Ich gucke mir das hier immer mal wieder an und finde manche Vorschläge ja auch ganz nett. Ich bin auch absolut damit einverstanden, dass sich etwas ändern sollte. Nur habe ich ein Problem, das mir in letzter Zeit tatsächlich übel aufstößt, nachdem ich dank Corona öfter zuhause bin. Ich lese hier ständig etwas davon, dass Autos vermieden werden soll. Super Idee. Unpassend an dieser Idee ist zweierlei: zum einen sehe ich diejenigen, die am lautesten rufen, ständig mit – zugegeben sehr schönen – aber vor allem unglaublich stinkenden alten Autos durch die Straßen fahren und macht die Forderung sehr unglaubwürdig. Zum anderen ist die Forderung nicht durchdacht. In der Innenstadt befinden sich nicht nur Geschäfte sondern auch das Verwaltungsgericht und Behörden. Wie stellen Sie sich vor, dass dort die Anfahrt geregelt werden soll? Das funktioniert nicht.
    Die großen Probleme sind hier Armut und Arbeitslosigkeit. Mit Ihren Vorschlägen helfen Sie niemandem, der arbeitet und Arbeitsplätze schaffen könnte.

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    • 19. November 2020 um 7:00
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      @Sophia Z. danke für die Hinweise. Wenn Sie im Ruhr Park Bochum shoppen wollen, kommen Sie locker auf mehr als 500 Meter Fußweg vom Auto bis zum Geschäft. Viele Leute schaffen das. Die schaffen auch ihre Einkäufe vom Laden zum Auto zu bringen. Für die Innenstadt wären es je nach Parkhaus maximal 200 Meter. Anspruchsvollere Lösungen muss man natürlich für alte, schwache, gehbehinderte Menschen suchen. Da bin ich sehr optimistisch, dass es technische Möglichkeiten gibt, z.B. die dreirädrigen Elektro Scooter, Shuttle Kleinbusse usw.

      Meines Wissens fährt Herr Matzkowski einen Autogashybrid, ich einen hässlichen neuen Dacia. Stinkt nicht. Aber vielleicht meinten Sie jemand anderen?

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      • 19. November 2020 um 9:14
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        Haben Sie im Ruhrpark ein Gericht gesehen? Wäre mir neu

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        • 19. November 2020 um 9:22
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          Technisch gesehen bleibt es gleich, ob ein Autofahrer ein Gericht, ein Kaufhaus, eine Behörde, ein Bordell, ein Theater, ein Fitness-Studio erreichen will. Irgendwann muss er aussteigen und weiter zu Fuß, im Rollstuhl, mit Rollschuhen, Flügeln, Springstöcken. Oder er lässt sich tragen.

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          • 20. November 2020 um 22:09
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            Technisch ist es eben nicht gleich und erst recht nicht dasselbe. Ob ich zu viel einkaufe und es dann tragen muss, ist nun einmal nicht dasselbe als wenn die Justiz und die Behörden nicht auf den elektronischen Rechtsverkehr umgestellt haben. Denn wenn ich einkaufen gehe, ist es meine Entscheidung, was ich trage, aber wenn mir das zu tragende auferlegt wird, ist es nicht meine Entscheidung und dennoch mein Rücken und meine Arme, die danach weh tun

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  • 20. November 2020 um 23:04
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    @Sophia Z.
    Vermutlich wollen Sie eine Lösung für das Problem, so nah wie möglich mit dem Auto an den Einkaufswagen z.B. eines Supermarktes in der Innenstadt zu kommen. Dafür müssen selbstverständlich im Interesse der Geschäftsleute und der Kunden Lösungen gefunden werden.

    Bei Real in Wattenscheid hat mich immer fasziniert, dass die Kunden bereit waren ihre sehr vollen und schweren Einkaufkörbe bis zu 200 Meter bis zum Auto zu schieben. Was im Ruhr Center Bochum geht, bei Real Wattenscheid ging, geht in Gelsenkirchen nicht?

    Wer auf den Mond fliegen konnte, hat genug Erfindungsreichtum, um kluge, von Kunden und Geschäftsleuten gleichermaßen akzeptierte Lösungen für das Problem der letzten 200 Meter zu finden. Einiges wurde schon angerissen, vielleicht sollten Sie bedenken, dass es bei unserem Vorschlag nicht um eine unangekündigte nächtliche Straßensperre geht, sondern um einen längeren Diskussionsprozess aller Beteiligten und dass eine Umsetzung nicht nur einige Jahre dauern würde, sondern eher 10-20 Jahre. In dieser Zeit lassen sich entsprechend konzipierte Parkhäuser an den Rändern bauen, z.B. für all die Menschen, die in der Innenstadt arbeiten und nur mit Glück einen der jetzt schon überteuerten Parkplätze finden. Es lassen sich bis dahin ganz sicher auch neue Formen eines Shuttle Transportes auch für schweres Einkaufsgepäck finden, für Menschen mit Gehbehinderung. Ich bin sogar ganz sicher, dass die MamaPapaSchulTaxis der Vergangenheit angehören würden, wenn die Kinder in der Innenstadt wieder auf eigenen Füßen ohne Eltern zur Schule gehen könnten. Das hilft auch fürs spätere Leben.

    Vor dem Jobcenter gibt es einen kleinen Parkplatz. Der könnte erweitert, vergrößert werden, weiter benutzt werden, wenn die Straßenführung entsprechend gestaltet wäre, damit nur aus der Overwegstraße eingefahren werden kann und vom Parkhaus nur zur Overwegstraße wieder hinaus. Von dort ist es ein Katzensprung zum Gericht, Hans Sachs Haus, Jobcenter. Vermutlich wären sogar Sie glücklich mit dieser Lösung, oder?

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  • 22. November 2020 um 10:33
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    hier ein Beitrag zum Thema Einkaufsstadt/Innenstadt:

    https://t3n.de/news/einkaufsstadt-stirbt-einzelhandel-corona-zukunft-1330478/

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  • 22. November 2020 um 18:35
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    Heinz N.
    Aus dem verlinkten t3n Artikel:
    „Ich liebe es, einzukaufen, und ich bin überzeugt davon, dass ein guter Einzelhändler in die Innenstadt gehört und diese auch bereichern kann.“

    Der Artikel ist also von einem Autor geschrieben, der der ganzen Sache alles andere als neutral gegenüber steht.

    „Statt drei Dutzend Mal Textilien lieber nur ein Dutzend Läden, dafür aber kleine Boutiquen und spezialisierter Fachhandel.“

    Wenn jemand etwas Spezielles kaufen möchte, sagen wir einen PC-Monitor mit bestimmten Eigenschaften, dann ist es natürlich ein Glücksspiel, diesen in der Innenstadt zu kaufen:
    – Minimale Auswahl an Produkten
    – Verkäufer kann unmöglich alle Pro und Contra Eigenschaften (neben den Tech-Daten) aller seiner Produkte kennen
    – Man bekommt höchstens eine einzige Meinung des Verkäufers und nicht mehrere, um sich ein genauerres Bild zu machen
    – der Artikel ist in aller Regel teurer, da der Verkäufer natürlich Mietfläche, Strom, Mitarbeiter etc bezahlen muss.

    Die Frage ist also: Wieso sollte jemand noch in der Innenstadt einen Fachhandel aufmachen?
    Klar gibt es noch ein paar Leute der älteren Generation, die mit der modernen Technik nicht so viel zu tun haben wollen. Aber die Generation stirbt ja bald weg. Das bedeutet, diese Kaufkraft verschwindet immer mehr.

    Eine Innenstadt kann wirklich schön sein, aber Fachhandel in der Innenstadt? Oder auch Textilien-Läden? So etwas wird logischer Weise immer weniger werden. Viele große und kleine Ketten verschlafen diesen Moment nur leider, weshalb diese Ketten dann immer öfters schließen müssen.

    Cafès, Eisdielen, Restaurants, Freizeit-Centren, Grünflächen, Spielplätze, usw, das alles passt aber super gut in eine Innenstadt.

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    • 23. November 2020 um 9:49
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      Qualitativ hochwertige Einzelhandelsläden gibt es z.B. in der Hauptstraße mit Leder Jungmann, der Fahrradladen dort ist dank Mitgliedschaft in einer Einkaufkooperative wettbewerbsfähig, in der Arminstraße eine Boutique etc. – also da geht durchaus in Nischenbereichen einiges, auch in Gelsenkirchen.

      Das angesprochene Problem der eingeschränkten Auswahl, des Verlustes der Berater- und Vermittlerfunktion der Verkäufer sehe ich ähnlich. Im Onlinehandel wird sich irgendwann die Kultur des „Bestellen – Einmal Tragen – Zurück Schicken“ wandeln, dann werden die Karten neu gemischt. Vielleicht geht dann wieder vor Ort etwas, wenn dann noch die Ladenmieten nicht mehr im Mondpreisbereich sind, wer weiß. Mittelfristig wird Gelsenkirchen aber wohl noch einige Zeit im Bereich „Grundbedarf“ und Ein Euro Läden dümpeln.

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