Arme Eltern – hilflos allein zuhause!

Es gibt schon bedauernswerte Lebewesen!

Etwa die Robbenbabys, die im Wattenmeer die Übersicht und ihre Mutter verlieren und deshalb zu Heulern werden. Dann Gregor Samsa in Kafkas „Verwandlung“, der morgens aufwacht und bemerkt, dass er sich in einen Käfer verwandelt hat – und noch dazu auf dem Rücken liegt! Zu dieser Gruppe  gehören auch  die Jockeys, die ihr Fliegengewicht nicht halten und deshalb ihren Beruf nicht ausüben können (Wussten Sie, dass einige Vertreter dieser Spezies sich kurz vor einem Rennen mit Babyöl einreiben und dann in einer Sauna sitzen, um noch ein paar Pfunde zu verlieren? Vertraglich festgelegt ist übrigens für Jockeys ein Gewicht von um die 55 KG!). Zu dieser bedauernswerten Gruppe von Lebewesen gehören außerdem noch Bäcker mit Mehlallergie und Baumkletterer in der Wüste Gobi – beide sind stark von Arbeitslosigkeit bedroht!
Aber die Bedauernswertesten der Bedauernswerten sind: DIE ELTERN! Warum das so ist? Weil sie wegen ständiger Anforderungen ständig überfordert sind, z.B. durch das Smartphone! Ja, das ist so – jedenfalls wenn man einer Umfrage der KKH (nicht verwechseln mit AKK) Glauben schenken darf. Die KKH (Kaufmännische Krankenkasse) hat nämlich herausgefunden, dass viele Eltern sich ganz große Sorgen machen, dass ihre Kinder durch den übermäßigen Gebrauch von Handys zu Smartphone-Süchtigen werden, sich zu wenig bewegen, an Gewicht zulegen (weswegen eine Perspektive als Jockey wohl entfällt), motorische und sprachliche Störungen entwickeln und überhaupt aus der Spur geraten (ob Eltern auch Sorge davor haben, dass ihre Kinder den ganzen Tag heulen oder sich in einen Käfer verwandeln, konnte statistisch nicht erfasst werden).
Das ist schon wirklich eine schlimme Sache mit diesen Anforderungen an Eltern – und das alles, bei Licht betrachtet, für ein zumeist recht kurzes Vergnügen beim Zeugungsakt. Danach müssen Kinder nämlich über einen langen Zeitraum gepudert, gepampert, beknuddelt und betüddelt werden. Eltern sollen, man mag es kaum glauben, mit diesen Biestern auch noch etwas unternehmen, sich um sie kümmern und sie bespaßen. Wobei Kinder bekanntlich auch noch jede Menge Geld und Zeit und Nerven kosten und spätestens, wenn sie in die Pubertät kommen, aufsässig und pickelig werden, ihre Klamotten überall hinwerfen, die Zahnpastatube nicht richtig verschrauben (falls sie sich die Zähne überhaupt mal putzen) und auch sonst Dreck machen. Und bei all dem, das ist das SCHLIMMSTE, sollen Eltern ihre Kinder auch noch ERZIEHEN!
Um es mit dem Grundgesetz zu sagen, genauer dem § 6/2:
Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
PFLICHT, PFLICHT,PFLICHT zur ERZIEHUNG!
Und das ZUVÖRDERST! Und auch noch überwacht!
Könnte man da, wenn man Vater und/oder Mutter ist (oder, wie es heute so schön gaga und plemplem, also bescheuert heißt: Elter 1 und Elter 2), nicht einfach einmal Regeln setzen und Grenzen ziehen, z.B. die Nutzung von elektronischen Endgeräten, egal ob Smartphone, Tablet, Console, TV oder PC, einfach mal zeitlich begrenzen und stattdessen gemeinsam etwas lesen oder spielen oder einen Runde um den Block drehen oder in den Park gehen (man muss dort ja nicht gleich Tauben vergiften!)?
Und könnte man vielleicht gelegentlich auch einmal etwas VERBIETEN, wenn man doch weiß, dass stundenlanges Hocken vor Bildschirmen aller Art zur geistigen Austrocknung führt!?
Nein, das ist zu viel verlangt! Stattdessen maulen diese Jammerlappen herum, zeigen sich voller Sorge, die sie wahrscheinlich auch noch in den sozialen Medien vor sich her tragen wie eine Monstranz oder über die sie beim angesagten Italiener im Freundeskreis aus der KITA parlieren . Diesen Erziehungsluftpumpen kann man doch nur wünschen, dass ihre Smartphonejunkies sie hassen lernen und ihnen irgendwann einmal die Kindschaft aufkündigen.

Am besten per SMS oder auf twitter!

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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