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Es ist ja nicht so, dass Claudia Roth erst seit der antisemitisch verseuchten „Documenta 15“ auffällig geworden ist. An ihr Nicht-Handeln als Staatsministerin damals knüpft ihr Auftritt bei der Preisverleihungsveranstaltung der Berlinale allerdings nahtlos an, wo sie im Saal die antisemitischen und anti-israelischen Tiraden kommentarlos hinnahm und zum Abschluss brav klatschte. Wie sie im Nachhinein erklärt hat: Für einen Regisseur, der sich für Friedensverhandlungen ausgesprochen hat.

Ob ihr Verhalten einem tiefsitzenden Anti-Semitismus zuzuschreiben ist, Naivität, Oberflächlichkeit oder dem Umstand, dass sie nun ganz oben angekommen ist, Staatsministerin sogar, mag dahingestellt sein. Sie, die sie keinen Abschluss an der Uni hinbekommen, sondern vielmehr schnell ein Studium abgebrochen hat, Hilfskraft an Theatern wurde, aber eben nie einen Beruf erlernt oder einen Abschluss gemacht hat, sonnt sich nun im Glanz einer Schickeria des Kulturbetriebs, dessen Anti-Semitismus immer wieder aufploppt.

Wieder will sie nun, wie schon nach der „Documenta“, aufarbeiten, Gespräche führen, Dinge klären. Das ist nichts anderes als eine Verdunkelungsstrategie, die sich davor drückt, den Antisemitismus im Kulturbetrieb klar zu benennen. „Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Thomas Hacker, führte die antisemitischen Vorfälle auch auf eine zu zögerliche Politik von Kulturstaatsministerin Roth zurück. „Nicht erst seit der Documenta handelt die deutsche Kulturpolitik zu zögerlich und orientierungslos, gelegentliche Gesprächskreise mit Claudia Roth hinter verschlossenen Türen reichen nicht aus. Wir brauchen einen breiten, gesellschaftlichen Dialog über Anti-Israelismus und Antisemitismus in der Kulturszene“, sagte Hacker WELT.“***

Vielleicht kommt ein solcher Dialog besser in Gang, wenn Claudia Roth ihren Posten aufgibt, wenn sie endlich zurücktritt und uns die eine oder andere Banalität erspart, mit der sie genervt hat.*****

Das fertige Abschiedslied gibt es schon seit Mitte der achtziger Jahre:

Junimond“.

Die Welt schaut rauf zu meinem Fenster
Mit müden Augen ganz staubig und scheu
Ich bin hier oben auf meiner Wolke
Ich seh dich kommen aber du gehst vorbei

 Doch jetzt tut’s nicht mehr weh
Nee, jetzt tut’s nicht mehr weh
Und alles bleibt stumm und kein Sturm kommt auf
Wenn ich dich seh

 Es ist vorbei
Bye bye, Junimond
Es ist vorbei
Es ist vorbei
Bye bye******

„Wer „Junimond“ von Rio Reiser googelt, landet immer nur bei Claudia Roth, der deutschen Kulturstaatsministerin. Früher war sie die Freundin eines Musikers der Band Ton Steine Scherben, lebte mit ihm in der Bandkommune Fresenhagen neben Rio Reiser und organisierte eine desaströse Abschiedstour der linken West-Berliner Agit-Pop-Band. 1985 lösten sich die Scherben, wie sie alle nannten, auf. Claudia Roth verließ den Musiker Martin „Paul“ Hartmann und ging zu den Grünen. Hartmann komponierte auf der Heimorgel sein Abschiedslied für sie, den Text schrieb Rio Reiser – und der „Junimond“ wurde zu Claudia Roth. So setzen sich Legenden durch, wenn sie sich googeln lassen.“****

Also: Bye, bye,  Frau Staatsministerin!

*** https://www.welt.de/politik/deutschland/article250274398/Claudia-Roth-ueber-Berlinale-Die-Statements-waren-von-einem-tiefgehenden-Israel-Hass-gepraegt.html

****https://www.welt.de/kultur/article239163185/Junimond-Rio-Reisers-grosses-Geheimnis.html

***** https://www.spiegel.de/video/politiker-erklaeren-die-welt-claudia-roth-und-die-tuerkei-video-26895.html

****** https://www.youtube.com/watch?v=X6VIYLmS6vM

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Von Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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Ann.Schwenz.

Könnt ihr mir mal die Quelle bzw, den Link schicken, was genau dort gesagt wurde? Ich kenne nur das, was im Fernsehen berichtet wurde.

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Ann.Schwenz.

Ob es sich nach all diesen Quellen um antisemitische oder anti- israelische Tiraden handelt, soll jeder selbst entscheiden.

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Dagm.Lau.

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