ELEVATOR´S GOING UP! (81)

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Heute mit: Untergang, Abbruch,Umbruch und Aufbruch

Untergang

Die, die vom Völkerrecht kommt, deren Lieblingswort „ebend“ ist (mit einem dicken „d“ am dicken Ende) und die gerne mit Kobolden spricht, hat nun auch endlich mal eine Untergangsprophezeiung rausgehauen: „Die Menschheit steuert auf einen Abgrund zu“. Hat sie gesagt. Aber von wem weiß sie das? Von einem Kobold oder Witzbold oder Lügenbold? Aus alten Schriften oder aus einer Gute-Nacht-Geschichte von Freund Robert H.?
All die Untergangs- und Abgrundszenarien der Menschheit hier aufzuzählen, fehlt mir der Platz. Aber einige sind schon originell und hantieren, im Gegensatz zu Frau Baerbock, sogar mit konkreten Datumsangaben. So ging der römische Schriftsteller Hippolytus davon aus, dass die Welt 5500 v. Chr. erschaffen worden ist und 6000 Jahre alt werden würde. Folglich sagte er den Weltuntergang für das Jahr 500 nach Christus voraus – und siehe da, die Erde dreht sich noch und wir sind auch noch hier!
Der jüngste Untergang war für 2012 geplant – also vor zehn Jahren. Jedenfalls nach Berechnung des sagenumwobenen Maya-Kalenders. Genau für den 21.12.2012, was uns das Weihnachtsfest und die blöde Silvester-Party am Brandenburger Tor erspart hätte. Ich weiß nicht mehr genau, was ich vor zehn Jahren gemacht habe. Aber auf einen Untergang habe ich mich nicht vorbereitet! Und der „Biene -Maja-Kalender- 2013“ warb für sich 2012 völlig zurecht mit dem Hinweis: „Entwarnung: Es stimmt gar nicht, dass der Maja-Kalender dieses Jahr endet.“
Aber viele glauben wohl an die Untergangsvoraussage, weswegen sie noch schnell einen 14-tägigen Pauschalurlaub in Ägypten gebucht haben. Dort findet nämlich im milden Klima des Pharaonen-Landes die nächste “Klimaparty“ statt – und 30000 Klimafreunde (in Worten: dreißigtausend sogenannte Delegierte) werden mitmachen. Hot, hot, hot! Die meisten reisen wohl – Klima hin, Katastrophe her – mit dem Flugzeug an. Nur die deutschen Mitglieder von FFF (Friedliche-Fogel-Freunde) machen etwas Besonderes: Bis in die Türkei wollen sie mit Bus und Bahn reisen, und erst von der Türkei aus mit dem Flugzeug – wegen Klima und so und weil es schneller geht als mit Boot oder Auto! Und weil die deutschen Partyluder nichts verpassen wollen! Und die 30000 anderen Partygäste sind bestimmt schon megascharf darauf, was Klima-Luisa an neuen Erkenntnissen aus Deutschland mitbringt. Wie gesagt: Die Party wird hot, hot, hot!

Abbruch

Hart an der Abbruchkante leben die Jecken von Lützerath. Da wohnt bekanntlich kein einziger der Ureinwohner mehr – die sind alle weggezogen, in neue schöne Häuser „woanners“, die es zum Ersatz für die alten Wohnungen gegeben hat. Die neuen „Lützerather“ haben sich gemütlich dort eingerichtet, nachdem sie das Dorf eingenommen haben. Erinnert irgendwie an die Stadtmusikanten aus Bremen, die, nachdem die vorherigen Bewohner (Berufsstand: Räuber) ein Häuschen fluchtartig verlassen hatten, selbiges in Beschlag genommen und dortselbst eine Alten-WG eingerichtet haben. Die „Neuen“, insgesamt etwa 100 Personen, leben in Zelten, Baumhäusern und eben auch besetzten (verlassenen) Wohnungen im Dörfchen Lützerath, für das sie, umgeben von Braunkohlebaggern, „kämpfen wollen“. Rechtlich und politisch ist das Abbaggern von Lützerath und damit das Verschwinden des Dorfes ausverhandelt. Aber es geht den „Aktivisten“ bekanntlich nicht um politische oder rechtliche Entscheidungen, die bereits gefallen sind, sondern um den symbolischen Wert des Dorfes, nicht etwa um dessen ursprüngliche Einwohner und deren Wohl. Jetzt bleibt nur zweierlei zu hoffen: Dass der von A. Baerbock vorausgesagte „Abgrund“ nicht unmittelbar an der Abbruchkante liegt. Und dass es einen milden Winter gibt! Bei Minusgraden protestieren, während die Klimabewegten im warmen Ägypten tagen: das sind auch keine schönen Aussichten!

Umbruch
Irgendwie hat sich ganz leise ein Umbruch vollzogen. Die einstige Gallionsfigur der Klimabewegten, die FFF-Erfinderin Greta Thunberg, wird nicht nach Ägypten zum „Gipfel“ reisen, weil sie, nach eigenen Worten, meint, der Kongress sei eine Versammlung, bei der sich mächtige Menschen treffen, um „zu lügen und zu betrügen“. Allerdings hat Greta T. auch schon längst den Status einer „Klima-Heiligen“ verloren, seit sie in verschiedenen Stellungnahmen geäußert hat, zur CO2-Reduzierung sei auch die weitere Nutzung der Atomenergie zur Stromgewinnung eine Option. Das hat ihrem Heiligenschein in großen Teilen der „Bewegung“ Kratzer verpasst – und die deutschen „Fridays“ kennen da sowieso kein Pardon: abweichende Meinungen werden nicht gern gesehen. Greta ist also im Grunde von der Klima-Heiligen quasi zur Atomlobby-Hure abgestürzt! Und Frau Neubauer ist sowieso telegener als die kleine Schwedin! Die fällt aber nicht ins Nichts – denn immerhin kann sie durch die Landschaft reisen, um ihr Buch zu vermarkten, von dem wir hoffen, dass darin mehr Sätze von Greta T. selbst stammen als Sätze von Baerbock in deren verhindertem Bestseller zu finden waren. Und eigentlich könnte doch Greta, wo sie schon nicht nach Ägypten reist, mal bei der Hundertschaft in Lützerath vorbeischauen und einen Leseabend gestalten. Ein Abend an der Abbruchkante mit Greta T. Das wäre mal ein echter Wumms!

Aufbruch
Der Anfang vom Ende der Pandemie“ titelt heute die WAZ in einem mehrspaltigen Artikel zu Corona! Bis jetzt hat sich die angedrohte „Herbstwelle“ noch nicht so richtig eingestellt. Vielleicht hat das Corona-Virus sich an seinen eigenen Subtypen überfressen! Statt Welle eher ein Plätschern: Die berühmt-berüchtigte Inzidenz, die Crazy-Karl so gerne vor sich hergetragen hat, ist abermals gesunken: von mehr als 460 in der Vorwoche auf 290. Und Thomas Mertens, der Großvatertyp mit Bart und einer kleinen Vorliebe für Pullover der Marke „Geschmacksverirrung“ und seines Zeichens Vorsitzender dieser klandestinen Gruppe, die sich STIKO nennt, hat gesagt: „Wir erleben jetzt den normalen Zustand einer Endemie“, wobei die Aussagenbestandteile „normal“ und „Ende“ den Wesenskern der Aussage bilden. Und viele Virologen, die in Lauterbachs Panikorchester mitspielen wollen, gibt es auch nicht mehr! Aber noch ist der Herbst nicht vorbei – und der Waschlappen-Winter ohne Dusche und bei Minusgraden kommt auch auf uns zu. Bestimmt!
Hoffen wir mal, dass der Nikolaus kein Corona bekommt, nicht die Abbruchkante bei Lützerath hinabstürzt oder von Greta nach ihrem Leseabend in der himmlischen Weihnachtsbäckerei entführt wird!
Da sei der Wettergott vor!

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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