Ein Lied, in die heraufziehende Dunkelheit hinein  gesungen

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Glaubt man der Juli-Ausgabe des ZDF-Politbarometers (aber wer tut das schon?) liegen zwei in der Gunst des Wahlvolks deutlich vorne: Auf der Politbarometerskala nach „Sympathie und Leistung“ befindet sich auf Platz 1 Brabbelbär Robert, gefolgt von der Plapperpuppe mit dem Lieblingsworten „Waffen, Waffen, Waffen“ und „ebend“*** Sie ahnen es: Es geht hier nicht um den Robert und seine Carmen, sondern um die Habock und den Baerbeck oder umgekehrt. Während der Robert wirklich einen Schlag bei Frauen weg hat, hat die Annalena es durch Sprachcoaching, Style-Beratung(man sieht sie kaum mehr in schwarzer Lederjacke) und einfach weil sie qua Amt da und dort und überall zu sehen ist, geschafft, vom meist gemobbten Girl der Klasse, das keine Stimme bei der Schülerinnensprecherinnenwahl bekommen hat, zur höchsten Diplomatin der Bundesrepublik aufzusteigen. Gleichwohl geht mit ihr gelegentlich die feministische Außenpolitik durch und es kommt zu sprachlichen Spontangeburten: So hat sie vor wenigen Tagen bei einem Podiumsgespräch des Redaktionsnetzwerks Deutschland (nicht verwechseln mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz des zum Hinterbänkler aufgestiegenen EX-Aussi Meiko Haas) mal wieder einen echten Knaller rausgehauen und vor „Volksaufständen“ im Herbst und Winter gewarnt – wegen Energie, Teuerung, Corona, der rechten Gefahr, der Kohle und der Atomkraft und der Affenpocken. Und hat diese Warnung aber gleich wieder durch ihre Presseknechte einkassieren lassen und als „Zuspitzung“ bezeichnet.

Schade, eigentlich!

Es wäre doch wirklich mal toll, wenn das Volk im Winter nicht freiwillig frieren und gleichzeitig immer mehr für nicht geliefertes Gas bezahlen müsste, sondern einfach mal einen Aufstand machen würde. So einen richtigen Aufstand, wie damals in der DDR. Nicht gewalttätig, aber gewaltig! Winterjacken an, dicke Stiefel, Schal um den Hals, Mützen über beide Ohren – und dann warm geschrien, am besten vor dem Außenministerium. So ein Zug der Menschen, endlos lang, aber entschlossen wie in Eisensteins „Oktober“! Und dann schaut die, die „vom Völkerrecht her“ kommt, aus dem Fenster und sagt: „War doch nicht so gemeint, war doch nur zugespitzt!“ Und die Leute rufen zurück: „Das ist es ja, du laberst doch nur rum!“ Und in einem Anfall von Wahrhaftigkeit ruft sie zurück “EbenD“ und schließt das Fenster.
Dann entschließen sich die Leute zum Wirtschafts- und Energieministerium zu ziehen. Von dort aus versorgt der Robert uns seit Wochen mit Tipps zum Energiesparen und auch eigentümlichen Rätseln in gesprochener Habeck-Sprache. So jetzt grade eben wieder. Da hat der Robert uns für den Weg in unsere nicht geheizten Räume folgendes verkündet:
Die Energiebilanz ist dann eine positive, wenn in den Büros nicht geheizt wird und daheim Räume genutzt werden, die sowieso geheizt werden.“

Erstens, du Märchenonkel, würden die Leute, die mittlerweile am Habeck-Amtssitz angekommen sind, hoffentlich rufen: Positiv wäre die Energiebilanz, wenn wir mehr Energie (etwa zum Heizen und für die Produktion) zur Verfügung haben, als wir überhaupt benötigen. Haben wir aber nicht! Und das kannst du nicht dem Putin in die Schuhe schieben, denn die Abhängigkeit vom russischen Gas war eine politische Entscheidung, die auch ihr vorangetrieben habt (Ausstieg aus Kohle und Atomkraft). Ihr seid doch dem Putin dankbar, dass er in seiner Kriegsraserei jetzt den Sündenbock spielen kann.
Zweitens. Dein Energiebilanzschwindel beruht auf der falschen Annahme, dass bei uns daheim Räume überhaupt geheizt sind. Sind sie aber nicht! Können wir uns nicht leisten – auch dank deiner “Verordnung über eine zeitlich befristete Gas-Umlage für sichere Wärmeversorgung im Herbst und Winter”. Dafür hast du im Juli mit dem neuen Paragrafen 26 des „Energiesicherungsgesetzes“ die Grundlage geschaffen („saldierter Preisanpassungsmechanismus“), damit du uns jetzt im Interesse der Gasversorger schön zusätzlich belasten kannst.“
Aber Robert Habeck hört das alles nicht. Denn er sitzt schon längst zu Hause im Kreis Flensburg im gemütlichen Wohnraum vor dem Kamin-Ofen, in dem das Feuer der Holzpellets-Heizung eine wohlige Wärme und ein nachhaltiges Gefühl der Energiewende verbreitet. Und er liest Andrea Paluch, der Mutter seiner vier Kinder, aus dem gemeinsam verfassten ersten Kinderbuch vor, das unter dem Titel „Jagd auf den Wolf“ 2001 erschienen ist.
Und die Demonstranten vor seinem Ministerium?

Verschwinden wie ein Spuktraum.  Und singen in die heraufziehenden Dunkelheit des Abends hinein das Lied
Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ (1890)

Mutter, der Mann mit dem Koks ist da.
Junge, halts Maul, ich weiß es ja
Hab ich denn Geld? Hast du denn Geld?
Wer hat denn den Mann mit dem Koks bestellt?
Ach lieber Koksmann, ich habe kein Moos!

Aber Madameken, det kost´t ja blos
ne halbe Mark.
So´n bisschen Quark
Hab´n sie nich
Det find ich stark

Tun sie denn nicht borgen?
Ne, borgen macht Sorgen
Borgen kann ich nich
Tu ich nich, will ich nich
Borgen is mir ganz fürchterlich

Text: Verfasser unbekannt
Melodie nach dem Walzer „Heiraten, heiraten, das ist schön“ bzw. „Er soll dein Herr sein…“ aus der Operette „Gasparone“ (1884) von Karl Millöcker

***Meine Empfehlung dazu der Sketchup-Klassiker: „Ein Pfund Nackend“ mit D. Krebs
Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=QxvePXhC8oE

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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anonym
Dag.Lau.

Wie immer geil geschrieben!comment image

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Die.Zent.

Ja, der Mann mit dem …

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Last edited 1 Monat zuvor by Heinz Niski
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