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Gastbeitrag
Ansgar Louis Baptist zu Fürstenfeld-Bruck (zurzeit London)

E II R: (M)eine deutsche Königin

Sie ist immer noch „meine“ wahre Königin! Und war es seit jeher! Nicht eine von irgendeinem „Goldenen Blatt“, einer „Illustrierten für die Frau“, einer „Gala“ oder einer „Bunten“ oder irgendeinem anderen Käseblättchen hochgejazzte „Königin der Herzen“, die von einem Schmalzsänger später als „Kerze im Wind“ beträllert wurde. Also eine Pseudokönigin, die dem Plebs durch ihren Tunnel-Tod zur wohlfeilen Abfuhr emotional aufgestauten Seelenkitsches diente und dadurch den Verkauf von geschmacklosem Nippes aus Porzellan oder von untalentierten angeblichen „Fuß- und Mundmalern“ angefertigten Devotionalien antrieb (die natürlich aus China kamen und als Massenware in Fabriken hergestellt wurden und werden, nicht also von Fuß-und Mundmalern, vor denen ich Respekt habe!).
Nein, sie ist meine echte Königin, Königin Elisabeth II (E II R). Nur wenige Wochen vor meiner Geburt bestieg sie den Thron (6.2.1952), ein gutes Jahr nach meiner Geburt erfolgte die Krönung (2.6.1953). Ein Jahrhundertereignis – auch als Fernsehevent, denn die Zeremonie verfolgten (als erste Live-Übertragung einer Krönung überhaupt) weltweit Millionen von Menschen. Schon bei der Krönung rief Elisabeth Begeisterungsstürme hervor, denn sie trug ein von Norman Hartnell entworfenes Kleid, das die Nationalblumen aller damaligen Commonwealth-Staaten zeigte.

70 Jahre ist sie nun Königin, hat alle Krisen des Königreichs überstanden, halt alle Fehltritte und Peinlichkeiten, Skandale und Skandälchen ihrer royalen Verwandtschaft und Familie , von denen es nicht wenige gab, souverän gemeistert, weil sie sich nicht gemein gemacht hat mit den Pressehyänen oder populistischen Kritikern. Sie hat Kurs gehalten, ohne sich als Königin „in Szene zu setzen“, weil sie eine echte Königin war. Was ihr gelegentlich von Tintenklecksern der Regenbogenpresse vorgeworfen wurde, nämlich eine angebliche Kälte und Herzlosigkeit, vor allem im Umgang mit ihrer Schwiegertochter Diana, war nichts anderes als die uneitle Gewissheit, dass der Thron wichtiger war und ist als aufgesetzte Familienidylle und wohlfeiles Minenspiel für die Klatschpressen-Meute. Wenn manchmal ihr Herz auch schwer gewesen sein mag, sie hat sich immer als Repräsentantin des Königshauses und der Nation verstanden und ihre persönliche Befindlichkeit diesem Amt, das sie nicht als Bürde empfunden hat, untergeordnet.

Sie war immer royaler als manch ein Royalist, denn man in diesen Tagen des Jubiläums schnell auf die Palme bringen kann ( to drive somebody mad), wenn man sagt, dass man sich in Deutschland über die Thronbesteigung einer deutschen Königin in England freut und als Begründung die Wurzeln Elisabeths nennt. Und damit sind nicht die Angelsachsen gemeint, die ab dem 5. Jahrhundert Britannien besiedelten und beherrschten (bis zur Eroberung durch die Normannen).

Dass Elisabeth heute eine Windsor ist und ihr (verstorbener) Mann ein Mountbatten geworden ist, ist historischen (kriegerischen) Ereignissen geschuldet. 1714 bestieg Georg I. den Thron in England, der Kurfürst von Hannover. Die Hannover-Linie regierte bis zum Tod von Königin Viktoria im Jahre 1901. Die wiederum hatte einen deutschen Ehemann, dessen Namen sie angenommen hatte, so dass das Königshaus nun Sachsen-Coburg-Gotha hieß. Das war bis zum 1.Weltkrieg für die Briten bzw. das Königshaus kein großes Problem, wurde dann allerdings eines, denn man konnte doch schließlich nicht einen Liniennamen des deutschen Feindes tragen. So verfügte König Georg V. im dritten Kriegsjahr, also 1917, die Umbenennung des Königshauses in „Windsor“, was alle Familienmitglieder betraf. Die „Anglisierung“ des Namens betraf schließlich auch Elisabeths Ehemann Philip. Auch er verabschiedete sich sprachlich von seiner deutschen Herkunft. Er nahm den Nachnamen seiner Mutter an: Aus dem mittelhessischen Battenberg war ebenfalls bereits 1917 das englische Mountbatten geworden. Aus Philipp, Prinz von Griechenland und Dänemark, wurde HRH Philip, Duke von Edinburgh. Seinen Familiennamen „ von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg“ änderte er also in Mountbatten.

Nun mag man fragen: Warum überhaupt dieser royale Plunder, der auch noch eine Geldverschwendungsmaschine ist? Und haben wir den Adel nicht in der Revolution 1918/19 bei der Republikgründung (Weimarer Verfassung) abgeschafft? Ja- und nein! Denn was haben wir als Alternative bekommen! Bundespräsidenten! Stocksteife Männer in dunklen Anzügen, die – jedenfalls die meisten von ihnen – vorgefertigte Reden, die einen langweilen, vom Blatt ablesen oder- wenn es gut läuft – so schlecht reden können, dass sie zur Belustigung dienen wie Heinrich Lübcke ( von 1959 bis 1969 zweiter Bundespräsident).
Stellen sie Königin Elisabeth II. einmal gedanklich neben diesen immer sauertöpfisch wirkenden Grüßaugust Frank-Walter Steinmeier, der sich schon längst nicht mehr als Präsident aller Deutschen versteht, sondern zu „Walter-dem-Spalter“ geworden ist, der nicht die Fahne bürgerlicher Freiheiten hochhält, sondern sich immer deutlicher politisch einseitig positioniert.

Ein funkelnder, strahlender Stern auf der einen Seite, eine trübe Funzel auf der anderen.

Und die Funzel wird in wenigen Tagen wohl noch einmal für 5 Jahre gewählt!

Glückliches England! Glückliches Britannien!

Vivat E II R!

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