Die geheimen Tagebücher der K.W. (10)

Liebes Tagebuch!
Ach, es fällt mir heute wirklich schwer, dir diese Zeilen zu schreiben. Recht eigentlich sollte ich ein frohes Herz haben, wo wir heute die Geburt Christi feiern. Aber die letzte Zeit hat doch etliche Prüfungen für mich bereit gehalten.
Erst mal diese Kaffee-Truck-Nummer von der Zörgiebel. Die lässt einen zur mobilen Kaffeebude umgebauten Truck vorfahren und ein paar Stehtische aufstellen, an die sie einige Kerle aus ihrer Knüppelgarde postiert, die Kaffee und warme Worte servieren, um mit den „Menschen“ ins Gespräch zu kommen. Sie inszeniert sich selbst auf dem Truck für eine Stunde, haut dann wieder ab, lässt ihre Kerle zurück, die mit den Leuten quatschen, und ist prompt am Tag darauf mit Foto in der Presse, von der sie auch noch für dieses innovative Format gelobt wird. Innovativ? Dass ich nicht lache! Ich sage nur: Carmen Thomas, Hallo Ü-Wagen im WDR, Stichwort: Eigen-Urin! Ein Format aus den 70er und 80er Jahren wird hier als „innovativ“ abgefeiert! Und natürlich punktet die Zörgiebel bei dieser geschichtslosen Lokalpresse damit! Hätte ich das gemacht, hätten sie bestimmt von einem „altbackenen Versuch ins Gespräch zu kommen“ geschrieben. Altbacken, dieses Label klebt irgendwie an mir.
Und dann der Hammer: Ich poste ein schönes Foto von mir an meinem Arbeitsplatz und sende weihnachtliche Grüße an die Menschen der Stadt. Und das macht auch der weiße Obama, der aber im HSH schon lange nichts mehr zu sagen hat. Und was passiert? Innerhalb kürzester Zeit bekommt der das Vierfache an Likes. Und dabei postet der aber nur eine Schnee-Winter-Landschaft und setzt seine Grüße dazu. Ist noch nicht mal selber zu sehen. Nur diese weiße Landschaft! Und bekommt so viele Likes. Warum er und nicht ich?

Ich weiß: Du antwortest nicht. Das tust du nie! Und fast immer tut dein Schweigen gut! Fast immer!

Für heute aber erst einmal:
Schlaf gut, liebes Tagebuch!
Auf bald!

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4 comments

Be.Voi. says:

Ich verstehe ja, wer gemeint ist, aber möchte dennoch einmal darum bitten, mir den etymologischen Ursprung des Wortes „Zörgiebel“ zu erklären.

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Bernd MatzkowskiBernd Matzkowski says:

Zörgiebel war Polizeipräsident in Köln, Berlin und Dortmund, berühmt-berüchtigt, weil der Sozialdemokrat 1929 am 1. Mai auf Teilnehmer der verbotenen Demonstration und Passanten schiessen ließ und es dadurch mindestens 30 Tote gab, zudem viele Verletzte.

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Bernd MatzkowskiBernd Matzkowski says:

Zörgiebel : lautlich eine Variante zu Zergiebel, abgeleitet von zerren bzw spalten, Giebel von Gebel, Kopf, Dach ( Dachgiebel),

Ein Zörrgiebel ist einer, der den Kopf spaltet, also gemeint: Raufbold, Haudegen

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Be.Voi. says:

perfekt, danke!

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