Plakate – Plakate – Plakate 1/4

Jetzt sind sie endlich wieder da, diese aufgeständerten, angekleisterten und aufgehängten Botschaften, die uns sagen wollen, was wir wählen sollen, oder sagen sollen, was wir wählen wollen. Plakate, Plakate, Plakate!
Die wesentliche Eigenschaft von Plakaten ist, dass sie plakativ sind. Müssen sie sein, weil sie sich an viele richten. Und wer sich an viele richtet, kann und muss sich Subtilitäten sparen, sonst wären Plakate, die zumeist eine Komposition aus Farbe, Bild und Text sind, nicht das, was sie sind, Träger einer Wort-Bild-Botschaft. Mit der Besonderheit, dass der Sender (die Partei) nicht wirklich weiß, ob er den Empfänger überhaupt erreicht.
Aber genug der Theorie! Rein in die Praxis! Werfen wir einen Blick auf einige Plakate der Saison!

Heute: Die GRÜNEN oder Plakate mit Patina

DIE GRÜNEN wollen frisch, frech, mutig und anders sein. Oder, wie es der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, sagte: „Wir wollen einen Aufbruch für dieses Land und wir wollen aus den ausgetretenen Pfaden der politischen Kommunikation austreten (…). Wir wollen Dinge anders machen.“
Und das machen sie auch: etwa durch die Farbgebung ihrer Plakate, den grünen Grundanstrich. Sachlich betrachtet kommt das GRÜN der Plakate am ehesten noch der RAL-Farbe 6000 nahe, auch Patina-Grün genannt (RAL Classik, Grüntöne). Es ist also nicht mehr das kräftig-leuchtende Grün, das wir von früheren Plakaten der Partei kennen (RAL 6038, Leuchtgrün). Das neue Grün passt aber durchaus zu den alt gewordenen GRÜNEN, die sozusagen farbecht auch schon Patina angesetzt haben. Das Patina-Grün wirkt allerdings etwas schmutzig, sogar etwas kränklich und krank machend. Das GRÜN erinnert den Kenner an von grünem Schimmel befallene Wände (etwa durch die Grünschimmel-Arten Aspergillus oder Cladosporium). Statt ausgetretener Pfade also nun eine schimmelbefallene Wand mit Aspergillus hinter der Tapete!
Das Hauptmotiv bilden, auf den Plakaten der Serie immer wiederkehrend, Habeck (links-mittig postiert) und Baerbock (rechts daneben). Ihre Umrisse (er in Hose und Hemd, sie im Kleid) erscheinen wie Schatten ihrer selbst. Ihre Gesichter sind vom gleichen Grünton wie der Grundton des Plakats. Kurz: sie erinnern an die Olchis, die grünen (von der Farbe her) Liebhaber von Müll und Abfall aller Arten, die auf einer Müllhalde leben. Oder anders: Sie wirken kränkelnd! Gegen ihre grünen RAL-6000-Gesichter sehen die Zombievisagen in Michael Jackson Video „Thriller“ aus, als kämen sie nicht aus der Gruft, sondern aus einem Jungbrunnen.
Mindestens so auffällig wie das kranke GRÜN ist die Tatsache, dass die beiden Obergrünen keinen Augenkontakt mit dem (möglichen) Adressaten des Plakats aufnehmen. Das Wahlvolk, das sie doch gewinnen wollen, schauen sie nicht an. Sie scheinen mit sich selbst zufrieden zu sein, so als bräuchten sie die Wähler überhaupt nicht. Sie sind guter Dinge, lachen (Baerbock) oder lächeln verschmitzt (Habeck), interessieren sich aber nicht für ihre „Kundschaft“. Worüber freuen sie sich? Wahrscheinlich über den Granaten-Text:

„Unser Land kann viel, wenn man es lässt!“

Das ist doch ein echter Slogan-Knaller, eine Kommunikationsbombe, ein sprachlicher Flächenbrand! Warum? Weil die Satzkonstruktion deutlich macht, dass hier Sprachmanipulateure am Werk gewesen sind, um die GRÜNEN zur Freiheitspartei umzulackieren!
Zunächst das Possessivpronomen „unser“ (unser Land). Wessen Land? Und welches Land ist gemeint? Wem gehört es? Wer betrachtet es als „sein“ Land. Das „unser“ entspricht in etwa dem Merkelschen „wir“ im Satz „Wir schaffen das“, denn es ist mehrdeutig. Habecks Land kann es wohl nicht sein, denn der hat bekanntlich am 7.Juni 2019 auf facebook gepostet: „ Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.“ Baerbock aber auch nicht, jedenfalls geographisch nicht. Denn bekanntlich wähnte sie sich kürzlich im Oderbruch, war aber tatsächlich im Biesenthaler Becken in Brandenburg! Vielleicht steht das besitzanzeigende Fürwort „unser“ schon mal vorab etwas großkotzig für den Anspruch auf die Regierungsgewalt über das Land und seine Einwohner?
Vielleicht ist es aber auch nur Sprachschlamperei, in der sich die GRÜNEN auch schon mal gerne verlieren. Wie der oben zitierte M. Kellner, dem nicht klar ist, dass man aus ausgetretenen Pfaden nicht austritt, sondern dass man sie, wie die Redensart korrekt lautet, verlässt (aus einer Partei kann man austreten, z.B. aus den GRÜNEN). Nach den GRÜNEN Redensartenverdrehern soll das Land „viel können“! Nun: anders als der Spruch kundtut, muss gesagt werden: Dieses Land (ein Land) kann überhaupt nichts! Ein Land ist einfach da – mit seinen Landschaften, egal ob naturbelassen oder kultiviert! Ein Land kommt gut ohne Menschen aus, es braucht keine Menschen. Es ist in aller Gelassenheit zufrieden mit sich selbst!
Aber Menschen brauchen ein Land, in dem sie leben können und in dem sie, das, was sie können, z.B. als schöne Bäckerin eine Brotbackende zu sein, auch tun dürfen. Aber wie nennen die Grünen die Menschen, die hier leben und viel könnten, wenn sie dürften? Bürger, Volk, Deutsche, Einwohner, Wähler, Bevölkerung, Staatsangehörige, Zugereiste, Länger-hier-Lebende? Hier offenbart sich durch die Hintertür ein politisches Problem der GRÜNEN. Mit dem Volk, das Deutschland bewohnt, haben sie ein Problem – schon immer. Das deutsche Volk ist ihnen verdächtig, es riecht irgendwie nach 33-45, mit ihm kann man nicht unbefangen umgehen. Und deshalb wird es ersetzt, weil die passende Bezeichnung fehlt! Aus den Menschen, die Deutsch sprechen und viel können, wird das „Land“ – seine Einwohner werden verdinglicht, sie verschwinden sprachlich! Soweit der erste Teil der Botschaft, der Hauptsatz.
Jetzt zum Nebensatz, der mit dem – in diesem Fall – konditional (nicht temporal) verwendeten „wenn“ (also unter der Bedingung, dass…) als Konjunktion mit dem Hauptsatz verbunden ist.
Wieder so eine „unpersönliche“ Formulierung: Wer ist denn „man“, der das Land lässt („es“, nicht die Menschen!)? Die GRÜNEN doch wohl eher nicht, denn sie wollen dem Land und seinen Bewohnern eben nicht die Freiheit zum „machen“ geben, sondern mehr als alle anderen Parteien im Interesse eines höheren Ziels (Klima) die Menschen Regeln unterwerfen, ihnen Vorschriften machen, wie sie zu leben, zu sprechen, sich zu ernähren, sich fortzubewegen und zu denken haben. Die GRÜNEN sind es, die das Land und seine Bewohner auf den neuen Götzen, den Klimagötzen, einschwören und verpflichten wollen, weswegen sie auch gerne ein „Klimaministerium“ wollen. So ist es eine zynische Volte, die hier geschlagen wird, wenn ausgerechnet die GRÜNEN mit diesem Slogan so tun, als wollten sie die Schöpferkraft der Bevölkerung entfesseln. Nein, sie sind eher wie Zeus, der Prometheus im Kaukasus zur Strafe, weil er den Menschen das Feuer brachte, in Ketten legen ließ.
Dass sie zu dieser allumfassenden Bevormundung bereit sind, verkünden die Grünen mit dem zweiten Textelement, ihrem Hauptslogan: „Bereit, weil ihr es seid!“ Es ist ihre Behauptung und zugleich ihre Hoffnung, die Menschen seien bereit, sich der Bevormundung durch die GRÜNEN zu unterwerfen!
Ob es viele Menschen sein werden, die am Wahltag durch die Stimmabgabe ihre Bereitschaft erklären werden, sich in Ketten aus nachhaltig mundgeklöppelten Öko-Regeln, Gender-Vorschriften und CO2-Anweisungen schmieden zu lassen, bleibt abzuwarten!
Auf den Plakaten, die noch die alte Sonnenblume der Gründungszeit der Grünen zeigen, strahlt jedenfalls nicht das GRÜN der leuchtenden Hoffnung! Das RAL- 6000- Grün erinnert doch eher an grünen Gallensaft!

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

6 Gedanken zu „Plakate – Plakate – Plakate 1/4

  • 27. August 2021 um 18:25
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    Wir sind die Olchis. Hammer!

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    • 27. August 2021 um 19:56
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      Olchigarchen, gar!

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  • 30. August 2021 um 9:46
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    Nicht ganz korrekt zitiert: nicht „Bereit, weil ihr es seid!“ sondern: Bereit, weil Ihr es seid.“ Über dieses groß geschriebene „Ihr“ könnte man sich auch noch ein wenig unterhalten. Scheut man das „Sie“ aber traut sich auch nicht, das eher kumpelhafte „ihr“ zu nutzen?

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    • 30. August 2021 um 10:42
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      @Fran. Bara.
      Sehr geehrter Kollege!
      Ihr Hinweis ist richtig, ich habe hier falsch zitiert (das hätte mir nicht passieren dürfen!). Übrigens ist dieser Fehler auch verschiedenen Presseorganen unterlaufen – was meinen Fehler aber nicht besser macht.
      Eine Erklärung: Der alte Deutsch-Pauker in mir hat wahrscheinlich automatisch korrigiert, weil das großgeschriebene Ihr hier fehlerhaft ist. Dazu nur ein kleiner Auszug aus dem DUDEN zur Großschreibung und Kleinschreibung solcher Anredepronomina:
      „In der Regel werden die Formen des Anredepronomens du kleingeschrieben, ebenso dann auch die der Mehrzahl ihr.(…). Allgemein gilt: In allen Textformen, in denen der Autor selbst den Leser persönlich anredet, kann man du/Du und die genannten Wörter großschreiben.(…)
      Nicht großgeschrieben wird auch in Werbeanzeigen bzw. -plakaten, Editorials von Jugendzeitschriften oder in Fragebogen (z. B. bei schriftlich fixierten Prüfungsfragen), da es sich hier jeweils nicht um eine persönliche Anrede handelt.“ (Quelle: https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Gross-oder-Kleinschreibung-von-duDu-und-ihrIhr)
      Ich vermute also, dass die GRÜNEN ihre möglichen Wähler und –innen hier PERSÖNLICH ansprechen wollten, aber übersehen haben, dass ihr Plakat ein Plakat ist. Ansonsten gilt, was ich an anderer Stelle zu diesem Slogan bereits angemerkt habe: Eine leicht veränderte Übernahme aus Thomas Harris´“Das Schweigen der Lämmer“ (Bereit, wenn Sie es sind!)

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      • 30. August 2021 um 19:21
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        👍

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  • 30. August 2021 um 19:21
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    erinnert mich an den großen AnthonyHopkins in “das Schweigen der Lämmer” an Jodie Foster / alias Clarice Starling. ” Bereit wenn Sie es sind”

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