Was haben eigentlich Deutschland und Belarus gemeinsam?

Die Diktatur? Gefälschte Wahlen? Natürlich nicht.

Sie vereint die Abneigung, von Google Street ausgespäht zu werden, dem Dienst, der alle Straßen weltweit fotografiert, filmt und so jedermann ermöglicht, aus dem Sessel virtuell um die ganze Welt zu reisen.

Nur nicht in Deutschland. Nur nicht in Belarus.



Das ist schade, weil ich zwar auf dem Rudergerät meiner Muckibude durch die Grachten Amsterdams cruisen kann, durch die Serra de Tramuntana Mallorcas radeln oder durch die Schluchten Manhattens joggen kann.

Nur nicht durch die Corona Bezirke Gelsenkirchens, die unendlichen Längen der Cranger Straße und einen virtuellen Slalom Lauf über die Bahnhofstraße bis zu den Attraktionen der Bochumer Straße kann ich auf meinem Ellipsentrainer zu Hause auch nicht nachahmen.

Weil da die Datenschützer davor waren, die mit Selbstentleibung drohten, sollte es öffentlich zugängliche Aufnahmen ihrer Hausfassaden geben.

Nun gibt es zwar dennoch diese Aufnahmen, jeder kann überprüfen, welche Dächer, Terrassen, Balkons, Innen- und Hinterhöfe, Hausfassaden in gutem Zustand sind, wer sein Auto ordentlich geparkt hat, wo man besser nicht wohnen sollte, wo Klinkenputzen oder Einbrüche sich lohnen, allerdings per Google Satellitenaufnahme, statt über Google Street View.

Kein Problem für mich, statt virtuell durch die Untiefen Gelsenkirchen zu joggen, fliege ich im Superman-Drachengleitschirm-Dress über die Abgründe der Stadt.

Schade um die ganze Aufregung auf Facebook und Twitter über die Ausspähung durch Google………….

Aber Hauptsache wir waren auch mal im Widerstand.

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Heinz Niski

Handwerker, Rentner,

7 Gedanken zu „Was haben eigentlich Deutschland und Belarus gemeinsam?

  • 18. November 2020 um 20:49
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    Wie geht dat? Muss ich da was unterschreiben?

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    • 18. November 2020 um 21:02
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      https://www.google.de/maps/place/Gelsenkirchen/@51.5374653,7.0244458,30531m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x47b8e5e1ede157ef:0x427f28131547e10!8m2!3d51.517744!4d7.0857172

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  • 18. November 2020 um 20:49
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    Köstlich zu lesen!

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    • 18. November 2020 um 21:18
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      In meinem Umfeld arbeiten sich gerade mehrere Leute an den Folgen der kaputten Infrastruktur Deutschlands ab, es geht um ein funktionierendes Telefon für einen Menschen in der Palliativpflege. Nicht in GE, in Frankfurt. Neben den katastrophalen ökonomischen Folgen hat eine technische Grundversorgung auf dem Level eines Subsahara Dorfes ohne Stromversorgung auch schwer erträgliche Folgen für das miteinander in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

      Aber trotz 0:6 Niederlage der NaTiOnAlMaNnScAfT glauben die meisten Deutschen immer noch, dass dieses Land State-Of-The-Art wäre.

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      • 18. November 2020 um 21:51
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        Ähhh…was hat das jetzt mit Google-Satellite zu tun? Simulierter Drohnenflug für Medikamente statt telefonischer Bestellung?

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        • 19. November 2020 um 6:00
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          Möglicherweise. Vielleicht aber auch Folgeerscheinung eines kompromisslos falschen Verständnisses von technischer Entwicklung, Infrastruktur, Datenschutz, Big Data. Legendär und richtungsweisend war Postminister Schwarz-Schillings Entscheidung, auf Kupferkabel statt Glasfaser zu setzen, was mit den Glücksgefühlen korrespondierte, die viele Lehrer und Lehrerinnen hatten, wenn sie ihre Computerfeindlichkeit lobten und der Welt verkündeten, dass solche teuflischen Geräte weder ins Haus noch in die Schule kämen.

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  • 19. November 2020 um 13:59
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    Sind das nicht alles sowieso nur Vorboten des Untergangs im Zeichen der Pandemie?
    Unruhe unter dem Himmel, Verstopfung auf den Straßen und im Darm, defekte Telefone, eine Fußball-Niederlagen-Schmach, Gletscherschmelze und Steigen der Meeresspiegel, kostenloses Geschrei an der Discounterkasse, kanadische Wildgänse im Wissenschaftspark. Gesichtslose auf facebook! Und immer dieses Pfeifen in meinem Kopf!
    Oder ist es doch nur der Teekessel?

    Schon 1911 schrieb Jakob van Hoddis davon :

    Jakob van Hoddis:
    Weltende (1911)

    Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
    In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
    Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
    Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
    Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
    An Land,um dicke Dämme zu zerdrücken.
    Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
    Die Eisenbahnen fallen von den Brücken

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