Ich würde sie vermissen

Drink doch ene met

Drink doch ene met,
Stell dich nit esu ann,
Du stehs he die janze Zick erüm.
Hässt du och kei Jeld,
Dat is janz ejal,
Drink doch ene met unn kümmer disch net drümm.

BLÄCK FÖÖSS

 Stell dich nit esu ann

Jetzt stellt euch doch nicht so an, wegen dieser dummen Geschichte mit der Doktorarbeit von Frau-Noch-Oder-Aber-Bald-Nicht-mehr-Ministerin-Giffey. Giffey und zurücktreten? Mein Gott, ist das denn so ein Problem? Die Arbeit juckt doch sowieso keinen  Menschen. Oder hat hier jemand Interesse daran, eine Arbeit mit dem sperrigen Titel zu lesen: „Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft“? Glaube ich nicht! Zumal Franziska Giffey in dieser Arbeit, die übrigens mit „sehr gut“ (summa cum laude) bewertet worden ist, nichts anders macht als, aufgepeppt mit ein paar Interviews, ihre Arbeit  als Europa-Beauftragte des Bezirks Berlin-Neukölln zu beschreiben. Wobei man sich natürlich zunächst mal fragen kann, wozu der Bezirk Berlin-Neukölln überhaupt eine Europa-Beauftragte braucht und warum die Arbeit auch noch fünf Jahre in Anspruch genommen hat. Egal: Die Lektüre des Werks ist im Moment sowieso nicht möglich, denn der Zugriff auf die Arbeit ist durch die Deutsche Nationalbibliothek gesperrt (https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&cqlMode=true&query=idn%3D102404677X).

Stell dich nit esu ann

Jetzt mal ehrlich: Stört es jemanden wirklich, dass sich in der Arbeit 27 Passagen, zum Teil eine gute halbe Seite lang, finden lassen, die aus Quellen übernommen wurden, ohne dass diese Übernahmen gekennzeichnet worden sind. Und dass es noch etliche solche Passagen gibt, die nicht eindeutig sind, was ihre Quellen angeht. Aber was soll´s! Man denke doch nur an die „Dreigroschenoper“! Elisabeth Hauptmanns Übersetzung von John Gays „The Beggars Opera“ aus dem 18. Jahrhundert und deren Bearbeitung durch Hauptmann, Bertolt Brecht und Kurt Weill (Musik) kann man als geistigen Diebstahl bezeichnen – oder eben als Geniestreich! Ein Welterfolg allerdings – im Gegensatz zu Giffeys Werk!

Also: WHAT SHELLS!

Ich würde sie jedenfalls vermissen, die Ministerin Giffey! Ich mag ihre leicht piepsige Stimme, die so herrlich mit ihrer  äußeren Erscheinung kontrastiert (Volksmund: Ministerin Doppelzentner). Vor allem aber mag ich sie, weil sie uns, den Bürgern, zeigt, dass sie ihre eigene Doktorarbeit gelesen und verstanden hat, denn sie ist immer auf dem Weg zum Bürger. Das hat sie mit einem Gesetz deutlich gemacht, dass sie DAS GUTE KITA GESETZ genannt hat. Das macht uns Bürgern, die wir doch manchmal begriffsstutzig sind, klar, dass das GESETZ aus ihrem Ministerium GUT ist.  Ne, warte mal! Oder bezieht sich das Attribut auf KITA?

Ach: Dat is janz ejal !

ALSO, liebe Franzi, was ist schon ein Doktortitel, wo es doch auf die inneren Werte ankommt. Und deshalb rufe ich dir, Doktor hin oder her, mit den BLÄCK FÖÖSS zu:

Drink doch ene  met unn kümmer disch net drümm!

(https://www.youtube.com/watch?v=0NgaGWWTHNU)

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

Ein Gedanke zu „Ich würde sie vermissen

  • 14. November 2020 um 12:47
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    Sie ist der Punkt auf dem Ihhhh. Tricksen, täuschen, tarnen. Und das mit einer Bottom-Down-Stimme, die in der SM-Szene reinste Verzückung auslöst…

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