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So dröhnend laut die Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland (gewesen) ist, so dröhnend still ist es in Sachen „Terror der Hamas“ und Verteidigung des Existenzrechts Israels durch eine militärische Antwort. Damit meine ich nicht die offiziellen Deklarationen der politischen Führung auf allen Ebenen, die Solidaritätsadressen, die Wiederholung der Formel, man stehe fest an der Seite des Staates Israel, sondern die Nicht-Reaktion der linken, woken, feministischen und LGBTQ+++ Gemeinde. Wo hier bei uns ein „falscher“ Blick, ein Wort, eine Textzeile mit Vorwürfen aller Art überschüttet werden kann (sexistisch, übergriffig, body shaming, rassistisch), wo hier die Entfaltung der individuellen Freiheit als absolut gesehen wird, geht man in Sachen Barbarei der Hamas und ihrer Verbündeten auf „Tauchstation“.

Das Internet ist voll mit Szenen entmenschlichter Grausamkeit: Kinder und alte Leute, die drangsaliert, geschlagen, verschleppt, getötet werden. Frauen, entblößt und ihrer Würde beraubt, werden geschändet und als Trophäen unter Beifall vorgeführt, Menschen, die friedlich bei einem Festival feiern, werden massakriert, abgeschlachtet, gejagt und gehetzt wie Tiere. Das scheint aber weit weg zu sein, daran stört man sich nicht, empört sich nicht, ist nicht getriggert. Aber hier, im bundesrepublikanischen Alltag, kann ein Husten an falscher Stelle zu einem traumatischen Erlebnis werden!

Die sozialen Medien sind voll von Ukraine-Flaggen, die Solidarität mit dem Land zeigen sollen. Warum tauchen so gut wie keine Flaggen des Staates Israel auf, obwohl den Menschen in Israel durch den Hamas-Terror ähnliches passiert wie den Menschen in der Ukraine durch die Truppen Putins und wo auch – schenkt man der hiesigen Berichterstattung Glauben – nahezu identische Gräueltaten verübt werden: Entführung von ukrainischen Kindern, Vergewaltigungen, Erschießungen von Zivilisten.

Für große Teile der Linken waren die Palästinenser schon immer ein Hätschelkind, sie waren immer das Opfer. Ihr Judenhass wurde im Zweifelsfall legitimiert, denn sie wurden „unterdrückt“, oder man hat, was den Antisemitismus angeht, lieber weggeschaut! Selbst offensichtlicher Terror (z.B. der Anschlag während der Olympischen Spiele in München und kaltblütige Ermordung israelischer Sportler) wurde noch als „Freiheitskampf“ gefeiert. Die Palästinenser immer noch und immer wieder nur als Opfer zu sehen, erklärt auch, warum Gruppen, die zu bestimmten Anlässen „Nie wieder!“ rufen, vor dem auf die Straße getragenen Judenhass von islamischer Seite die Augen und die Ohren verschließen.

Die politische Kritik an Israel bzw. seiner politischen Führung ist legitim. Auch Gruppen in Israel, etwa ultranationale, ultra-orthodoxe oder ultra-konservative Gruppen, begehen Gesetzesbrüche (auch gegen internationales Recht). Aber sie werden in Israel von Israelis politisch bekämpft. Kritik an der Politik der israelischen Führung wird in Israel selbst oft schärfer und offener geführt als bei uns. Aber im Mantel der politischen Kritik an Israel stolziert häufig ein unterschwelliger Antisemitismus herum und eine Ablehnung des jüdischen Staates, wobei verkannt wird, dass Israel der einzige Staat in der Region ist, dessen parlamentarische Ordnung unseren Vorstellungen von politischer Freiheit entspricht und in dem eine Opposition ihre Positionen im Parlament und außerhalb äußern kann.

Glaubt jemand aus der woken und LGBTQ-Gemeinde, in einer Gesellschaft, die nach Maßstäben der Hamas organisiert ist, könnte man diese Kritik an der Regierung so äußern und zugleich seine „Individualität“ in all ihren Nuancen ausleben? Glaubt jemand, unter der Regentschaft der Hamas oder der Taliban könne man sich sein Geschlecht selbst aussuchen, könnten Frauen selbstbestimmt Entscheidungen fällen über Kleidung, Beruf, Bewegungsfreiheit, Gestaltung des Lebens – von der Freiheit des Glaubens mal ganz abgesehen. Man schaue zum Iran hin, der die Hamas unterstützt, oder nach Afghanistan, wo die Taliban das Zepter schwingen! Systeme, in denen (oft alte) Männer aus einem „Heiligen Buch“, das zwischen 600 und 610 n. Chr. entstanden ist, Regeln für das Leben im Alltag des „hier“ und „jetzt“ ableiten und mit Zwang durchsetzen? Die Frauen im Iran, die unter Einsatz von Leib und Leben den Kampf gegen das „Kopftuch“ führen, das ein Symbol der Unterdrückung der Frau und der religiösen Bevormundung ist, müssen sich verraten fühlen durch die lauwarme Haltung der linken und woken Geister gegenüber dem Terror, der von der Hamas ausgeübt wird und deren politischer Rückraum der Iran ist!

Wer zu diesen Grausamkeiten der Hamas schweigt, sollte morgen lieber die Klappe halten und sich nicht getriggert „fühlen“, wenn mal wieder jemand ein „falsches Wort“, sagt oder vermeintlich, „falsch schaut“.

Manchmal ist das Schweigen über Grausamkeiten schlimmer als diese selbst!

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Mi.Rob.

Tja. Wenn Personen & Parteien dem Mullahregime vom Iran persönlich und ideell sehr Nahe stehen, dann ist schon mal ein Highfive drin wie hier unsere Moralbeauftragte Claudia Roth mit dem iranischen Botschafter auf der Münchener Sicherheitskonferenz.
Ob sie sich insgeheim über die jüngszen militärischen Erfolge der Hamas gefreut hat wie Teile der moralinsauren Linken?

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10223455351675964&set=p.10223455351675964&type=3

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Last edited 8 Monate zuvor by Heinz Niski
anonym

NBA-Legende Amare Stoudemire mit einer Botschaft an die Welt, nachdem er Zeuge der feigen Verbrechen der Hamas geworden ist.

„Für alle Black Lives Matter, die nichts sagen oder ‚Lasst mich genau herausfinden, was passiert ist, bevor ich etwas sage‘: Fuck you. Finden Sie heraus, was? Es war noch nie cool, Kinder zu entführen.“

https://twitter.com/AvivaKlompas/status/1711391653355815403

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Last edited 8 Monate zuvor by Heinz Niski
Ro.Bien.

Ist die vollständige Blockade des GAZA-Streifens das Mittel der Wahl???

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Heinz Niski

die Antwort ist: egal was die Israelis nun machen, sie können es nur „Falsch“ machen. Das ist das Kalkül der Hamas, darauf ist die Aktion angelegt. Lassen sie sich auf einen Häuserkampf ein, werden viele Soldaten und Geiseln sterben. Ich will das nicht weiter ausführen, am Ende steht aber immer eins: der demografische Faktor, die Geburtenrate der Palästinenser sagt ganz klar, dass das Land verloren ist. Für die Israelis. Weil sie aus ethischen Gründen nicht so zurück schlagen werden, wie es die Palästinenser vormachen. Einen Genozid an den Palästinensern können und werden sie nicht verüben. Umgekehrt schon.

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Ro.Bien.

Also mit Netanjahu, der seit Wochen von 100.000en bestreikt wird, glaube ich das nicht.

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Heinz Niski

Netanjahu ist schon jetzt Geschichte. Das überlebt er politisch nicht.

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Ro.Bien.

Wenn irgendwas positiv wäre, dann das.

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Det.Kort.

hat das ZDF den ukraine krieg nicht abgesagt ich hörte davon

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Wo.hein.
Heinz Niski

Wirst nicht viele finden.

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Chri.Hac.

es sind leider wirklich erschreckend wenige….

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Heinz Niski

Kleine Recherche Dienstag 19 Uhr, 3 1/2 Tage nach dem Angriff:

Eine Israel Fahne vor dem Hans Sachs Haus fehlt nach wie vor.

Bekannte zivilgesellschaftliche Vertreter aus dem links-humanistisch-grün-feministischen Milieu, die sonst gesellschaftliche Anlässe, wie den Solidaritätsbesuch der Synagoge im November nutzen, um einander zu dokumentieren, dass sie zu den Guten gehören, posten nichts in den sozialen Medien.

Stopp, nein, vor einigen Tagen, vor dem Terrorüberfall der Hamas, gab es Berichte über den Besuch einer „würdigen“ Gedenkveranstaltung für bzw. über eine Holocaust Überlebende.

Und sonst?

Da gibt es den, der oft Gedichte von toten jüdischen Autoren postet, der immer wieder Bilder des Holocaust zeigt, der gedankenschwer „Nie wieder“ mimt und letztlich doch nur sich selbst überhöht und Selbstdarstellung, Selbstvermarktung betreibt. Schreibt er über sein Entsetzen, dass trotz seiner Warnungen aktuell wieder Menschen getötet werden, weil sie Juden sind?

Nein, nichts. So geht Betroffenheitsvermarktung. Wenn sie nutzt.

Und was macht der Stadtmusikant? Der musikalische Klischees über jüdisches Leben perpetuiert?

Nichts.

Die hysterische Sozialarbeiterin, die allen die Menschlichkeit absprach, die nicht für sofortige und bedingungslose Waffenlieferungen an die Ukraine waren?

Nichts.

Die Charlie Hebdo Bauchbindenposter, die „We stay with Ukraine“ halten die Füße still.

Was mag das sein?
Antisemitismus?
Orientierungslosigkeit?
Angst vor Übergriffen der muslimischen Community?
Ein politisches Statement?
Klammheimliche Solidarität mit den Palästinensern?

Ich weiß es nicht.

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Ro.Bien.

Schiss.

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Heinz Niski

vor der eigenen Blase? Vor der muslimischen Community?

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Ro.Bien.

Beides! Mal schauen, wer sich als Erstes aus der Deckung traut. Der Künstler sicher nicht.

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Last edited 8 Monate zuvor by Heinz Niski
Mi.Rob.

Man darf den Blick einmal um die Erdekugel schweifen lassen und sehen, was in Sydney los war, als man das Opernhaus mit den Farben Israsels anstrahlte.
Diese Erfahrung wollte man sich in Gelsenkirchen sparen.

https://www.youtube.com/watch?v=_94dVz7omcA

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Heinz Niski

aber was ist mit S04? Haben die schon neue Farben, aus Sicherheitsgründen?

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Mi.Rob.

Da es bald nur noch eine (Welt)regierung, eine Firma und ein gemeinsames Ziel geben soll, sind Nationalfarben, Vereinsfarben und Firmenlogos bald nicht mehr nötig.
Der internationale Sozialismus zeigt bereits Flagge!

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Mi.Rob.

One Love, one world, one gouverment.
So geht Transformation!

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And.Gill.

Übrigens müssen deutsche Staatsbürger, die gerade in Israel sind, sich selbst um ihre Ausreise kümmern. Die Bundesregierung holt ihre Staatsangehörigkeit nicht aus dem Krisengebiet raus. Das ist doch blanker Wahnsinn.

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Uw.Klei.

Absolute Zustimmung. Das ist auch mein Empfinden. Während in den Medien Israel absolut das Thema Nr. 1 ist, herrscht in den Netzwerken relative Ruhe. Da erhalten Katzdnvideos mehr Likes und Kommentare. Schämen sich vielleicht einige bei ihrer Einschätzung der Palästinenser oder ist es vielleicht ein versteckter Antisemitismus?

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Heinz Niski

Interview mit Doctor Basem Naim, dem offiziellen Sprecher der Hamas. Er sagt: „Wir haben keine Zivilisten getötet“ – die Bilder, Videos, Augenzeugenberichte sind nur Propaganda der Israelis.

https://www.youtube.com/watch?v=Egipqa0ZhUk

Eine andere Sicht als Kontrapunkt über die Medienarbeit der Hamas von Torsten Heinrich: https://www.youtube.com/watch?v=1Y3KpHkoJBk

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Last edited 8 Monate zuvor by Heinz Niski