Das arme Lenchen*

Editorial: Nach einem Beitrag zu Armin Laschet folgt hier der Beitrag zu Annalena Baerbock

Das arme Lenchen*

Ach, war das Lenchen einst beglückt,
Als es auf Platz EINS gerückt
Und Robert nur Platz Zwei bekam
Was er ein wenig übel nahm
Denn er war doch der Philosoph
Und fand sie schon ein wenig doof
Was er lächelnd ihr verschwieg
„Das heute ist ihr Pyrrhus-Sieg!“
Dachte er ganz still bei sich
Und grollte leise innerlich

Jetzt war Lenchen auf dem Sprung
Ganz nach oben und noch jung
Jetzt schien er nah, der Kanzlerthron
Und dort sah sie sich sitzen schon
„Allein, das Volk, es wählt mich nie
Mit meiner Echt-Biographie“,
glaubte Lenchen nun zu wissen
„Das werden wir verbessern müssen!“
Und so hübschte sie den Lebenslauf
Hier und da ein wenig auf
Mit Tätigkeiten, Kompetenzen,
Abschlüssen und Referenzen
Und dann kam ihr noch die Idee
„Ein Buch muss her fürs Renommee“
Ein paar Notizen hingeschrieben
Was in Erinnerung ward geblieben
Aufgeschnappte Halbwahrheiten
Die uns im Leben stets begleiten
Aus anderen Büchern jede Menge
Das reichte für ´ne gute Länge
So dachte sie. Doch falsch gedacht!
Denn alsbald wurd bekannt gemacht
Dass zu viel abgekupfert war
Mehr als 100 Stellen gar
Waren einfach abgeschrieben
So dass kaum eignes war geblieben
Und auch in ihrem Lebenslauf
Fielen Schönheitsfehler auf
Dazu Versprecher aller Art
Mit blankem Unsinn gern gepaart
Schwächen in Geographie
Tendenzen auch zur Aphasie
Wie Wernicke sie einst beschrieb**
So dass vom Glanz bald nichts mehr blieb
In der Gunst des Volkes brach sie ein
Es blieb nicht viel vom Kanzler-Sein
Anstatt der großen Zeitenwende
War der Höhenflug zu Ende!
Trampolin war sie einst hoch gesprungen.
Doch dieser Sprung ist ihr misslungen!
Und als Vizekanzler tritt wohl an:

Der Robert bald – ihr Schattenmann!

 

*inspiriert durch Wilhelm Buschs „Das brave Lenchen“; zu finden hier: https://www.projekt-gutenberg.org/wbusch/lenchen/lenchen.html

** „Die Wernicke-Aphasie wurde früher auch „sensorische Aphasie“ genannt. Fließende Sprache mit sehr vielen semantischen Paraphasien (Verwechslungen von Wörtern) und phonematischen Paraphasien (Lautverdrehungen) bzw. Neologismen (Wortneuschöpfungen). Meist werden die Fehler von den Betroffenen nicht wahrgenommen. Zum Teil überschießender Sprachfluss (Logorrhoe). Stark eingeschränktes Sprachverständnis.“ (Quelle: WIKIPEDIA)

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

Ein Gedanke zu „Das arme Lenchen*

  • 30. September 2021 um 18:54
    Permalink

    Die TAZ schreibt:
    https://taz.de/Personaldiskussion-bei-den-Gruenen/!5800391/

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