Mein Held Karl

Ich hatte in meinem Leben bisher nicht viele Helden. Winnetou und Old Shatterhand, klar. Michel aus Lönneberga, Willy Brandt, zeitweilig Ché Guevara (ein Missgriff, gebe ich zu), Oskar Schindler und – als Heldin!- Hannah Arendt.

In den letzten Monaten ist dann noch einer hinzugekommen: Karl Lauterbach.

Im Grunde war er als bedeutungsloser Abgeordneter der SPD-Fraktion schon in der Versenkung einer bedeutungslosen Partei und Fraktion verschwunden. Doch dann hat ihn DAS VIRUS ganz nach oben gespült. Er, der auch irgendwie Mediziner ist,  ist neben dem Virologen Drosten der zweite Chefberater der Kanzlerin geworden. Im Grunde, so kann man sagen, ist er der wirkliche Bundesgesundheitsminister, wobei er den Vorteil hat, es nur inoffiziell zu sein, so dass alle Missgeschicke der Regierung an Spahn kleben bleiben wie Kaugummi an der Schuhsohle. Keiner hat so viele Talk-Show-Minuten auf der Uhr, und keiner ist ständig so im Warnmodus wie er, ja, man könnte sagen, er ist der Pandemie-Laokoon, der mit den Corona-Schlangen kämpft und seinen Speer nach dem trojanischen Pferd wirft, in dessen Innerem die  Corona-Verharmloser,  Lockdown –Gegner und Impfverweigerer sitzen und darauf warten, dass der Wachsame ermüdet. Aber all das ist es nicht, was ihn mir zum Helden macht. Nein: Es ist das Menschliche, Allzumenschliche, das ihn hervorhebt aus der Masse der Bundestagsabgeordneten, aus dem Pulk der grauen  Anzugträger und der Menge der aufgeplästerten Kleiderständerinnen.

Karl ist keine Maschine, kein Aktenordner auf zwei Beinen, kein Paragraphenschnitzer und Verordnungs-Pinseler. Auf ihn würde ein neuzeitlicher Pontius Pilatus zeigen und dann dem Volke zurufen: ECCE HOMO!

Denn Karl zeigt uns sein ganzes Herz. Und das ist ein einziger Schrei nach Liebe:

Zum kompletten Glück fehlt mir eine liebevolle Frau.

Und damit wir (oder eine mögliche liebende Frau) ihn besser kennenlernen können, offenbart er noch mehr von sich:

Viele Politiker sind einsam, ich bin nicht betroffen. Ich habe Freunde, ich bin nicht der Nerd, für den mich manche halten. Ich bin lebenslustig, mache viel Sport, spiele Tischtennis.

 Ein Mann, der Tischtennis spielt. Was wünscht sich eine Frau wohl mehr als einen Mann, der Tischtennis spielt und auch noch lebenslustig ist!

Schade nur, dass Corona noch wirkt, denn der Aufbau einer Beziehung erfordert Zeit und die fehlt ihm im Moment dafür. Das sagt er klar und deutlich, weil er ehrlich ist:

Der Job in Corona-Zeiten ist gerade extrem aufreibend!

Und deshalb ist Karl mein Held. Stunde um Stunde sitzt er auf Talk-Show-Sofas, verbringt Tage und Nächte in Fernsehstudios, alles nur im Kampf gegen Corona. Und verzichtet, um uns zu retten, uneigennützig auf sein privates Glück.

Danke, Karl! Darum bist du mein Held!

Information :

Karl Lauterbach war von 1996 bis 2010 verheiratet; die Trennung erfolgte bereits im Jahr 2004. Aus der Ehe stammen vier Kinder. Ein weiteres Kind hat er aus einer anderen Beziehung.

(Quelle Zitate:  https://www.gala.de/stars/news/karl-lauterbach—zum-kompletten-glueck-fehlt-mir-eine-liebevolle-frau–22417540.html)

 

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

5 Gedanken zu „Mein Held Karl

  • 2. April 2021 um 18:09
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    Ich bin zwiegespalten.🤔

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  • 2. April 2021 um 18:26
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    Politiker Homestorys gehen in Deutschland immer in die Hose bzw. baden (Scharping und Gräfin) in Frankreich wirst du erst ernst genommen, wenn du Nachts mit der Vespa aus dem Élysée-Palast zu mindestens einer Geliebten fährst, eine heimliche Nebenfamlie ist Pflicht.
    Ist blöd, wenn man „Mensch“ sein will, aber eigentlich nur Projektionsfläche sein darf.

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    • 3. April 2021 um 9:06
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      ist es nicht auch so, dass ein teil der problematik darin besteht, dass sich beide seiten immer mehr vermischen, also boulevard und politik. das hineindrängen von politikern in unterhaltungsshows (samstagsabends) geht doch einher mit einer banalisierung von politik, mit einer häppchenkultur und einem journalismus, der sich als stichwortgeber versteht, kaum einmal nachfasst und sich mit ausweichenden antworten zufrieden gibt. journalismus und politik gehen eine eigentümliche ehe ein- für risiko mit beiden seiten! das ganze wird befeuert durch all die sozialen netzwerke mit ihren schnellschüssen, skandalisierungen, meinungskotzebröckchen im dreiwörterformat.
      im bereich der wirtschaft, also den vorständen großer firmen, gesellschaften oder gar hedge-fonds, findet man eine solche verbindung eher selten, da kennt man kaum die namen, obwohl diese leute mit einem federstrich üner tausende existenzen entscheiden, aber die masken von provinzpolitikern werden täglich durch die glotze geschleust.
      aber: schon mal auf jeden fall frohe ostern, ob ihr nun eier sucht, an den christengott, den alttestamentarischen, den islamischen oder sonst einen glaubt- oder an keinen!

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      • 3. April 2021 um 11:22
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        Der Geldadel wusste sich schon immer vor bösen Blicken zu schützen. Dass sich die Volksvertreter/rinnen und Arbeitnehmerinnen der Steuerzahler/innen heute selbst entblöden und – zaubern ist nur folgerichtig. Wer das am besten kann, hat verloren, und wenn Zuschauer* Glück haben, ist er/sie auch mal keine Luftpumpe und eine der seltenen Exemplare mit Charakter. Viele von den Dauergäste-Politikern haben nur noch nicht begriffen, dass die Gutsfrauenherrschaft ausgestorben ist.

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  • 4. April 2021 um 14:15
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    Uschi et Norbi, liebe Brüder… und Schwestern!
    https://scontent-dus1-1.xx.fbcdn.net/v/t1.6435-9/168824305_4220603841306546_821124256654767211_n.jpg?_nc_cat=107&ccb=1-3&_nc_sid=dbeb18&_nc_ohc=CJ6baZBlSQYAX_kvgzW&_nc_ht=scontent-dus1-1.xx&oh=5d3cffd8234bf538180e0cff3391be96&oe=609129DC

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