Generation Schneeflöckchen: Ein Zwischenruf

Ohne Übertreibung kann man  wohl sagen, dass die „freitäglichen Klimastreiks“ (zumindest bisher) eine mediale Aufmerksamkeit bekommen, die weit über ihrer tatsächlichen Stärke, gemessen an der Teilnehmerschaft, liegt.  Am Freitag vor einer Woche wurden in NRW 4000 Teilnehmer gezählt, also deutlich weniger als 1 % der 2,5 Millionen Schüler in NRW!

Auf den Plakaten und Transparenten war allerlei Originelles und Vermischtes zu lesen, etwa „MORE TREES LESS ASSHOLES“, wobei sich mir nicht sofort erschließt, dass es einen klimanatürlichen Gegensatz zwischen Bäumen und Arschlöchern gibt. Aber gut, ich bin weder Klimaexperte noch Proktologe. Schaue allerdings  gelegentlich Nachrichten und Wetterberichte. Und deshalb hat mich eine Transparentinschrift etwas verwirrt: „Oma, was ist ein Schneemann?“

Welches Problem hat das Mädchen (ja, ein Mädchen!)? Will es uns sagen, dass wegen der Erderwärmung kein Schnee mehr fällt bzw. keine Schneemänner? Warum fragt das Mädchen, das bestimmt im Besitz eines Smartphones ist, nicht Wikipedia oder kommuniziert mit der häuslichen Alexa? Und: Hat das Mädchen nicht mitbekommen, dass vor ein paar Wochen die Nachrichten voll waren mit Katastrophenberichten über die Unmassen an Schnee, die in Österreich, Bayern und anderen Alpenregionen gefallen sind. Ganz einfach, weil in diesen Regionen im WINTER, so nennt man die Jahreszeit, eigentlich immer Schnee fällt und Schulklassen deshalb häufig in dieser Winterzeit in die Ski-Regionen zu Klassenfahrten aufbrechen?

Und was wird bloß die Oma gedacht haben, falls sie das Kind mit dem Transparent gesehen hat?

Vielleicht: „Mein Gott, ist meine Enkelin aber ein dummes Schneeflöckchen!“

Noch keine Stimmen.
Bitte warten...
Bernd Matzkowski

Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.