Machen wir uns nichts vor: Wir sind am Ende!

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Machen wir uns nichts vor: Wir sind am Ende!
Jetzt kommen tagtäglich all die nützlichen Vorschläge von all den Ratgebern und Verbraucherorganisationen*** – egal ob staatlich, halbstaatlich oder vereinsmäßig organisiert und finanziert: Auf Sondergebote achten, Stoßlüftung und vorher Heizung runter drehen, duschen statt in die Wanne steigen, Sparduschkopf anbringen und nur kurz duschen, auch mal eher kalt als warm (tut zudem der Durchblutung und der Haut gut), beim Verlassen der Wohnung Licht ausmachen nicht vergessen, auch mal einen warmen Pullover in der Wohnung anziehen anstatt die Temperatur zu erhöhen.
Im Moment schlottern unsere Knochen vor ahnungsvoller Zukunftssorge mit Blick auf den Winter. Ist er da, der Winter, werden die Knochen vor Kälte schlottern, während Herr P. in seinem Palast sitzt, sich eins ins warme Fäustchen lacht und zufrieden auf sein Heizthermostat schaut. Schön muckelig ist es bei ihm!

Wir haben uns überschätzt, aber viel schlimmer: wir haben ihn unterschätzt. Wir haben gedacht, dass ihn einige mit großer Geste verkündete Sanktionen in den Staub vor uns zwingen würden. Wir haben gedacht, dass die Sanktionen dazu führen, dass die Oligarchen oder die Militärs oder das Volk oder alle zusammen einen Putsch zu seinem Sturz organisieren würden! Wir haben gedacht, die Welt stehe hinter uns, wenn wir die Ukraine unterstützen, weil der Rest der Welt unser Gesellschaftsmodell und unsere Werte-und Moralvorstellungen so toll findet. Pustekuchen! China und Indien, die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Erde, stehen nicht an der Seite „des Westens“, ebenso nicht Südafrika und andere Staaten des afrikanischen Kontinents. Und das gilt auch für etliche asiatische Länder! Und nicht wenige in diesen Ländern werden sich die Hände reiben, weil der großspurige „Westen“ mitsamt den USA ordentlich eins auf die Runkel bekommt! Wir bekommen jetzt die Schwäche unseres Wirtschaftsmodells gezeigt, dessen jahrzehntelanger nahezu grenzenloser Erfolg auf zwei Säulen beruht: der uneingeschränkten Lieferung preiswerter Energie und der Ausbeutung billiger Arbeitskräfte im Rahmen einer internationalen Arbeitsteilung mit all den Elementen wie einer ausgefeilten Logistik und einem nahezu uneingeschränkten Zugriff auf Rohstoffe.

Und wir hier in Deutschland bekommen zudem noch das Scheitern einer vor 20 Jahren begonnenen Energiewende zu spüren, die die hier vorhandenen Energieträger abgewürgt hat (Kohle, Atom) und andere nicht zugelassen hat (Schiefergas), bevor überhaupt alternative (regenerative) Energieträger soweit ausgebaut waren, dass die Grundlastversorgung nicht mehr durch Zukäufe von Energie aus Europa gesichert werden musste, sondern über Wind und Sonne gewährleistet werden kann, weil entsprechende Speichermöglichkeiten vorhanden sind (wovon wir technisch aber unendlich weit entfernt sind). Die Energiewendefanatiker müssen Putin dankbar sein, denn die am Horizont auftauchenden Energieprobleme können nun ihm in die Schuhe geschoben werden und von der eignen unsinnigen Energiepolitik ablenken! Die ja immer billiges russisches Gas als Voraussetzung eingepreist hat! Die ja nicht nur für Versorgungsengpässe, sondern auch für die höchsten (und weiter steigenden) Endverbraucherpreise wesentlich verantwortlich ist.
Die jetzt deutlich werdende Krise der Energiepolitik wird, im Zuge der andauernden und wachsenden Inflation und der Verknappung von Energie, größer werden und zu weiteren sozialen Verwerfungen führen, deren Konfliktpotential auf Dauer nicht mit Geld, etwa in Form staatlicher Transferleistungen, zugekleistert werden kann.
Aber vielleicht kommt es in diesem Kontext ganz passend, wenn demnächst Haschisch frei gegeben wird. Dann sitzen und stehen wir den Herbst und Winter über in unseren Wintermänteln, dicken Pullovern und gefütterten Funktionshosen um brennende Mülleimer auf der Straße herum, lassen den Joint kreisen und denken: Man, als man noch heizen und warm duschen konnte, das waren noch schöne Zeiten! But – don´t bogart that joint, my friend!

 

***siehe passend dazu: “Sparen ohne Verzicht funktioniert auch beim Kochen. Ein Gelsenkirchener VHS-Dozent und Verbraucherberater verraten, wie sparsam Schlemmen geht.” (waz.de, Lokalteil GE, heute)

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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Herr Meier

Ich mache es folgendermaßen: blähende Lebensmittel essen, die Pupse auffangen. Mit einem Rohr, über das ein Gefrierbeutel gestülpt ist. Pupse sammeln und bei Kälte abbrennen. Das Licht ist stimmungsvoll und die Kalorienausbeute erheblich.

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Dag.Lau.

Zähneputzen ist als essenzieller Ratschlag noch nicht im Textcomment image

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Ro.Bien.

comment image!! Das war mir mein erstes Kotzsmiley ever wert.

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Heinz Niski

dabei schwächelst du schon?comment image

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Ro.Bien.

Ich habe halt ne blühende, bildhafte fantasie.

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Dag.Lau.

Zähneputzen trocken mit Sand (Sand wird übrigens auch knapp und ist energieintensiv in der Produktion…) hilft leider nur dem Zahnarzt, der bald halt übrigens keine Dentalwerkstoffe mehr hat, um Schäden zu reparieren. Dann besser biokompatibel auf Zahnhölzern kauen, wie es Naturvölker seit jeher tun…
Die essen nur gar keinen Industrie-Zucker, wo wir bei der Hauptursache von Zahnschäden sind…
Aber mit genug Dopecomment image merken wir ja glücklicherweise eh nix mehrcomment image
Auf die angepriesene Interdentalraumpflege möchte ich aus hygienischen Grünen nicht eingehen – Seide wäre bessercomment image
Liebe Grüße vom Fachexpertecomment image

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Be.Voi.

Beim Türken um die Ecke gibt es noch Campinggas-Kartuschen zu annehmbaren Preisen.comment image

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Ro.Bien.

Meine Tomatenpflanzen bilden Früchte. Wenigstens komme ich – ganz vielleicht – mit Tomatensauce über den Winter. Is dat vielleicht nix?

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Heinz Niski

Jetzt kommt es raus: Putin wollte uns mit dem billigen Gazprom Gas vernichten, zumindest die Hautflora.
Gepfiffen, ab sofort wird kalt zurück geduscht.
https://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/gelsenkirchen-wie-energiesparen-beim-duschen-der-haut-hilft-id235867763.html

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Ro.Bien.

ganz alte Kamelle. Wer ab 50plus was auf sich hält und weiss, was Falten macht, wäscht sich natürlich kalt und ohne Seife. DerSäureschutzmantel freut sich.

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Heinz Niski

Der Blick über den Tellerrand auf die, die sich ins Fäustchen lachen, während wir gewollt oder ungewollt, Schritt für Schritt tiefer in den Krieg hinein gezogen werden. Der ehemalige pakistanische Botschafter in Bonn, Militärattaché, Absolvent der Führungsakademie der Bundeswehr Asad Durrani, über den Ukraine Krieg:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=85794

….. Geht man nach ihnen, führen die USA jetzt einen Zermürbungskrieg gegen Russland bis zum letzten Ukrainer. Unabhängig davon, wie der ausgeht, wird die EU dann damit beauftragt werden, das kriegsgebeutelte Land wiederaufzubauen. Der Westen definiert die russische Invasion in die Ukraine offiziell als Angriffskrieg. Einige unabhängige Analysten würden ihn dagegen als Moskaus verzweifelten Versuch erklären, sich der immer engeren Umklammerung zu entwinden.

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Herr Meier

Italien, Bulgarien, Türkei, China, Indien kaufen bis zu 8X mehr russisches Öl ein, als vor dem Krieg. Oft transportieren griechische Tanker das Öl. Indien verkauft uns russisches Öl zu überhöhten Preisen. Die Bundesnetzagentur heute: spart Geld, die Nebenkosten werden explodieren, 4X höher nächstes Jahr.
Die einen verdienen sich dumm und dämlich an den “Sanktionen,” die anderen verarmen mit dem Gefühl, auf der Seite der Guten zu sein.

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