Wahnsinn als Methode. Die Seite mit dem ungebremsten Schaum vorm Mund (27)

Though this be madness, yet there is method in it (Shakespeare, Hamlet, II/2)

Einer der bekanntesten Stiche von Albrecht Dürer, die „Vier apokalyptischen Reiter“, ist Teil seines Zyklus zur „Offenbarung des Johannes“ und personifiziert das göttliche Strafgericht (Hunger, Krieg, Tod, Elend), wie es in der „Offenbarung“ angekündigt wird und von Dürer durch die Erfindung des Kupferstichs, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Deutschland an Verbreitung zunahm, zur Vervielfachung einer Vorlage eingesetzt werden konnte.

Dürers „Vier apokalyptische Reiter“ wären heute noch ein dankbares Motiv – wenn auch anders gestaltet. Was die „Offenbarung“ schildert – den göttlichen Zorn und das über die Menschen kommende Strafgericht – gibt es auch heute noch, wenn auch in den säkularen Zeiten wie den unseren nicht im westlich-christlichen Kostüm (weswegen uns die moslemischen Praktiken auch so mittelalterlich vorkommen).

Aber uns springt das göttliche Gericht eher in der Gestalt des Absurden an, das uns der Lächerlichkeit preisgibt. Nehmen wir als Beispiel die zwei Damen, die im Stadtgarten, ganz in der Nähe des großen Spielplatzes, in eine Baugrube gefallen sind und sich verletzt haben, wobei die eine Dame die zweite noch warnen wollte und dabei selbst in die Grube gefallen ist, die zwar durch einen Deckel „verschlossen“, was aber wegen der herabgefallenen Blätter nicht zu erkennen war.

Absurd wird der Vorfall allerdings erst dadurch, dass das Unglück bereits im November passiert, aber erst heute in der Tagespresse veröffentlich worden ist. Ein Grund mag darin bestehen, dass bisher niemand in der Verwaltung die Verantwortung dafür übernehmen will, dass die Grube nicht ausreichend abgesichert war. Denn schließlich könnte die Übernahme von Verantwortung mit einer juristischen Klärung und einer Schadensersatzverpflichtung verbunden sein!

Uns bleibt es da nur, den beiden Damen gute Besserung zu wünschen!

Das trifft auf eine weitere Dame nicht zu, nämlich auf Franziska Brantner! Denn der ist so gut wie nicht mehr zu helfen! Sie ist nicht etwa Erschreckerin in der Geisterbahn, erste weibliche Schiffschaukel-Bremserin oder Männer-Beauftragte der AfD, sondern Mitgliedernde des Deutschen Bundestages und zugleich Staatssekretärin im Habeck-Ministerium und als solche Stimme ihres Herrn. Und wie ihr Minister hat sie das Schwurbeln bereits in einem Grund- und einem Aufbaukurs in angewandter Rhetorik gelernt. Heißt: Konkrete Antworten gibt es bei ihr nicht, sondern nur unverbindliche Erklärungen. Wenn die waz sagt, Habeck sei doch das Gesicht der Rezession, antwortet sie: „Die entscheidende Frage ist, wer die richtigen Antworten hat und konkrete Probleme löst. Und das sind wir.“ (waz, 23.12.24, Seite WPL2) Das ist GRÜN  pur: zunächst auf die Frage nicht eingehen, sondern der waz sagen, was stattdessen die richtige Frage wäre. Und dann die nicht gestellte Frage beantworten. Beispiel 2: Die waz stellte die These auf, die GRÜNEN müssten sich wohl auf die Rolle als Opposition einstellen. Die nicht-gegebene Antwort: „Die Umfragewerte für unseren Kanzlerkandidaten sind so gut, dass niemand voraussagen kann, wie das Ergebnis am Wahltag aussehen wird.“ (ebenda) Ja, niemand kann voraussagen, wie das Wahlergebnis am Abend der Wahl, also ab 18.00 Uhr, aussehen wird. Und zwar wegen der Tische!

Denn der ROOOBÄÄRT hat bekanntlich zugesagt, er würde auch an die bundesrepublikanischen Küchentische kommen (besondere Wünsche für Getränke und Speisen hat er – meines Wissens – nicht geäußert). Wenn wir jetzt einmal voraussetzen, dass es in der Bundesrepublik Deutschland 41 300 000 Haushalte gibt, die meisten davon sind 1- oder 2- Personen-Haushalte, dann muss der Robert aber so langsam ´mal in die Pötte kommen, wenn er nur 10 Prozent, also vier Millionen, abklappern will.

Ganz abgesehen davon, dass es in der einen oder anderen Straße auch noch Baugruben gibt, in die der ROOOBÄÄRT fallen kann!

Allen ein FROHES FEST und ein gutes Jahr 2025!

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