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Heute mit: einigen Aufgetauchten, vielen Verschwundenen, einer Ansagenden, 500000 Erschütternden und 65000 Fehlenden

Bis jetzt war es die Domäne der Nazi-Jägerin Nancy Faeser – der Kampf gegen das Böse! Und das Böse ist die braune Brut. Da mögen Islamisten das Kalifat fordern und Islamkritiker angreifen, mit Messern Menschen niedermetzeln und unsere Gesellschaft verachten. Da mögen Antifa-Terroristen Straßenzüge in Schutt und Asche legen, Menschen, die anders denken, verprügeln und bedrohen. Da mögen Israelhasser und Antisemiten allen Juden den Tod wünschen und zur Vernichtung des Staates Israel aufrufen. Nancy F. kämpft gegen das Böse – und das ist in ihrem Weltbild ausschließlich BRAUN. Jetzt macht ihr aber eine bayerische Landrätin Konkurrenz im Kampf gegen das Bös-Braune. Selbige Landrätin hat nämlich zum Aufbau einer bewaffneten Einheit gegen das Braune aufgerufen und eine „Braunbärenbereitschaft“ gefordert. Die bewaffnete „Braunbärenbereitschaft“ soll allzeit einsatzbereit sein, so hört man aus Bayern. Und das ist nur konsequent, denn das Braune, zumal wenn es in Gestalt von braunen Problembären aus den Ruinen der Geschichte auftaucht, kann auch jederzeit zum Angriff übergehen. Da mag der Steiff-Knopf-im-Ohr-Plüsch-Teddy, der seinen Namen angeblich der Tochter des US-Präsidenten Theodore „Teddy“ Roosevelt verdankt, noch so putzig, knuddelig und kuschelig sein – so ein echter Problembär, ein Brauner also, der gehört mindestens vergrämt, wenn nicht gleich erschossen!

Erschossen werden sollte zur Zeit der Friedensbewegung der 80er Jahre möglichst niemand. Hunderttausende gingen in Westdeutschland auf die Straße, um gegen den „NATO-Doppelbeschluss“ zu demonstrieren, der u.a. die Aufstellung von Pershing-Mittelstreckenraketen und BGM Cruise Missiles (Marschflugkörper) auf westdeutschem Boden und in weiteren westeuropäischen Ländern vorsah – als Antwort auf die sowjetischen SS-20-Raketen. Deutschland sollte, so die Friedensbewegung, nicht zum Schlachtfeld in Europa werden, wo sich die atomaren Hauptmächte der NATO und des Warschauer Paktes gegenüberstanden. Großdemonstrationen in Bonn (300000 Menschen), Brüssel (200000) und Amsterdam (400000 Teilnehmer) brachten den Protest zum Ausdruck. Von diesem Willen zum Frieden scheint nicht mehr viel existent zu sein. Nicht nur, dass gegen die jetzt angekündigte Stationierung von us-amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpern, SM-6-Raketen und neuen Hyperschall-Raketensystemen  in Deutschland nicht protestiert wird, nein, die deutschen Politiker, besonders einige Vertreter der GRÜNEN, die ihre Wurzeln auch in der Friedenbewegung der ausgehenden 70er und der achtziger Jahre haben, sind die lautesten geistigen Frontsoldaten in der globalen (auch militärisch geführten) Auseinandersetzung um Machtbereiche und Einflusssphären, deren gegenwärtiger europäischer Schauplatz die Ukraine ist. Setzten vormalige Politiker der Bundesrepublik auf Aus- und Versöhnung (Adenauers Frankreich-Politik, Brandts neue Ostpolitik, Kohls Verhandlungen mit Gorbatschow), kommt heute das lauteste Feldgeschrei aus Berlin. Die Friedensbewegung ist nur noch eine blasse Erinnerung, ihre Stimme ist längst verstummt.

Verstummt ist eine andere Stimme nicht, eine Plapperstimme, die immer was zu sagen hat. Die Stimme einer großen Denkerin, die seit ihrem Amtsantritt schon viele Konflikte außenpolitischer Art gelöst hat, z.B. den Konflikt ….ach, ein Beispiel habe ich gerade nicht zur Hand, weil ich noch so gerührt bin von ihrer Ansage. Und ausgerechnet im us-amerikanischen Fernsehen hat sie verkündet, dass sie nicht wieder als Kanzlerkandidatin antreten will, weil sie sich nur noch auf die Lösung außenpolitischer Konflikte konzentrieren will. Diese Information war für die 333 Millionen US-Bürger sicher von großer Bedeutung, einige Millionen haben so beruhigt und erleichtert aufgeatmet, dass der menschengemachte CO2-Ausstoß für einige Atemzüge explosionsartig angestiegen ist. Jetzt wissen wir es also! Ihre Partei wird in Umfragen im Moment bei etwa 11% gehandelt, da wären die Chancen, Kanzlerin zu werden, gigantisch, so dass es völlig richtig war, diese Entscheidung jetzt zu fällen. In den Hauptstädten der Welt kann man sich jetzt also schon auf gut geschminkte Konfliktlösungsstrategien einstellen, auf elegant beschuhte Argumente, schick fotografierte Debattenbeiträge und extravagant gekleidete Anträge. All das wird die Welt erschüttern!

Erschüttert, jetzt stürzen wir bereits dem Ende dieses ELEVATORS entgegen, war auch die Erde in der Schweiz. Wie in zahlreichen Medien berichtet wurde, haben acht Seismometer während eines Konzerts von Taylor Swift in Zürich, bei dem 50000 Fans anwesend waren, noch sechs Kilometer vom Ort des Konzerts, dem Stadion Letzigrund, entfernt, Erschütterungen gemessen. Wogegen bei TESLA in Grünheide festgestellt worden ist, dass rund 65 000 werkseigene Tassen abhandengekommen sind, was rein rechnerisch bedeutet, dass jeder Mitarbeiter mittlerweile fünf werkseigene Tassen zuhause haben muss. War in Zürich die Anwesenheit von Menschen erschütternd, ist es in Grünheide das Fehlen von Tassen!

Ist das jetzt Magie oder Physik

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Von Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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