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Gelsenkirchen hatte schon viele Bauchbinden, Etiketten, Label, Banderolen. Stadt der Tausend Feuer. Kenne ich noch. War romantisch, feine Flammenzungen, sprühend, funkelnd, da zischte es auch schon mal bedrohlich. Aber: ohne Feinstaub. Der klebte an den dicken Rußflocken, die wir später nach Skandinavien schickten, damit über der Ruhr blauer Himmel leuchtete.

Wir waren die Stadt ohne Atomwaffen, ohne Atomkraftwerke, zuletzt wurden wir das Shithole Germany`s.

Wir waren die Stadt ohne Gewalt und die Stadt ohne Kriegsspielzeug.

Lange, lange bevor Politiker sich öffentlich dafür entschuldigten, als Indianer verkleidet im Karneval herumgetollt zu sein, Mohrenköpfe gegessen zu haben, brandeten in dem Shithole heißeste Diskussionen darüber auf, ob es dem Weltfrieden dient, wenn man Kindern Spielzeugwaffen verbietet.

Sehr unerbittlich für den Frieden durch ein Spielzeugwaffenverbot traten oft Damen ein, die heute genauso unerbittlich „Leo“ und „Taurus“ an die Front rufen und stolz darauf sind, dass ukrainische Männer ihr Blut, ihre Gliedmaßen, ihr Leben für den Weltfrieden und natürlich auch für den Seelenfrieden dieser Damen geben.

Ein paar von denen haben sich von Herrn Kules getrennt, ich erwähne es nur nebenbei, weil es mir diebische Freude bereitet, sie auf ihrer „360 Grad“ Kehrtwende zu begleiten. Man möchte ihnen sagen, dass sie weder 180 noch 360 Grade durchwandern, dass sie nur Wellenreiten.

Aber das wäre gehässig.

Nun zum Thema:

Kriege sind Booster der Emanzipation. Waren Frauen vorher mit Ach & Krach gerade mal in der Lage, die Betten aufzuschütteln, konnten sie plötzlich Lokomotiven fahren, schwierige Geheimcodes entschlüsseln, in Fabriken, im Straßenbau, in allen Männerdomänen zeigen, dass sie es können.

Ich meine sogar (ohne Gewähr) dass Frauen die besseren Kampfpiloten wären, weil sie bei extremen Beschleunigungen später ohnmächtig würden.

Um diese Form der Emanzipation zu beschleunigen, erfanden die Amerikaner im Zweiten Weltkrieg die Figur der „Rosie the Reveter“ (Rosie, die Nieterin).

Es gab Filme, Plakate, Musik, also alles, was der Emanzipation Schub gibt und die an der Arbeitsfront fehlenden Männer ersetzt.

Wir sollen, müssen kriegstüchtig werden, höre ich.

Richtig zünden will das aber nicht.

Mein Tipp an die Frauen, Männer, Diversen: Kriegstüchtigkeit beginnt im Kopf, beginnt mit der strategischen Kommunikation, hier sind besonders die Intellektuellen, Künstler, Journalisten gefragt, holt euch Inspiration aus dem Zweiten Weltkrieg, lasst 100 Blumen, Ideen, Gewehrläufe blühen.

Schaut auf die US-Unterhaltungsindustrie. Eifert ihnen nach. Macht Vorabendserien zur Ertüchtigung zum Krieg. Moderiert zünftige Kampfkloppe im Kinderhort, jagt die weinerlichen Männchen vom Hof, lasst Machos um uns sein.

 

 

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Von Heinz Niski

Handwerker, nach 47 Jahren lohnabhängiger Arbeit nun Rentner. Meine Helden: Buster Keaton, Harpo Marx, Leonard Zelig.

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Ro.Bien.

Am Samstag sind meine Walk-Freundin und ich aus Versehen in das Telekomfarbene Schmodderfrauen-Fest auf die Trabrennbahn geraten. Wir wunderten uns, wieso es keinen Flohmarkt gab. Und da wir schon mal da waren und einen Kaffee trinken wollten, betraten wir das Gelände. 1000e Frauen zwischen 16 und 80 in Magenta-Hemdchen und Sporthosen- und -höschen gekleidet – darüber einen durchsichtigen rosa oder schwarzen oder grünen Tüllrock, um den Kopf magentafarbendes Stirnband, darauf ein Prinzessinenkrönchen und Glitzerschminke auf den Wangen. Doppelstriche, wie es damals noch Indianerinnen durften. Obwohl – ich bin nicht sicher, ob die Glitzer hatten.
Am Anfang des Parcours stand ein in Tarnfarben designter Bundeswehrtransporter. Davor: ein in einer Halterung befestigtes Rhönrad. Darin: eine Frau, kopfüber, hin und her schwingend und davor eine Schlange. Frauen. An einem der Stehtische wurde mit mediteranem Flyern und Kreuzf..nee Marineschiff geworben; an einem anderen Tisch für die freiwillige Grundausbildung als Sanitäterin oder Soldatin – mit Gehaltsangaben.
Der Stand hatte großen Zulauf.
Mehr muss frau nicht sagen.
Was hätten wir früher mit dem Transporter gemacht?

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Ro.Bien.

Ich für meinen Teil als Frau schäme mich wahrscheinlich ganz unnötig für dieses Klischeebild, was hier zigtausende Frauen von sich selbst lustvoll präsentieren -verstehe aber wahrscheinlich wieder irgendwas miss. Da ist wohl der Emanzpationsprozess nicht in meine Richtung gelaufen.

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Mi.Rob.

Ich sehe schon die Quotenregelungen kommen, mit der die Kriegstoten gleichmässig und gleichberechtigt auf beide Geschlechter verteilt werden.
Und natürlich werden sich mal wieder einige Männer als Frauen ankleiden und anmalen und auch in den Genuß der Quotierung zu kommen.
BBC berichtet schon:
https://www.youtube.com/watch?v=Rd2GFknyYFo

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