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Mal wieder Fernsehen – Michael Lüders 01.07.22 über Ukraine Krieg und Moral

Man muss weiß Gott nicht mit allen Positionen Michael Lüders einverstanden sein, eine Gegenstimme zur in großer Übereinstimmung vorherrschenden Meinung von Medien, Politik, Bevölkerung, sollte aber gehört werden. Wer Zweifel an den Waffenlieferungen äußert, wer die Sanktionsmaßnahmen hinterfragt, sieht sich rasch isoliert, als Putinist geoutet und als moralisch niedrig stehendes Monstrum.

Vieles, was ich in letzter Zeit lese, scheint direkt aus dem Stürmer entsprungen zu sein. Da werden Intellektuelle, so sie denn für Verhandlungen und Waffenstillstand eintreten, als sogenannte Intellektuelle demontiert, in die Nähe von Debilen kommentiert, ihre Werke, Bücher, Texte, ihre Lebensleistung als minderwertiger Schund von Schwachmaten geoutet.

Doppelstandards grassieren, man überhöht seine eigenen moralischen Positionen, politische und ökonomische Vorgänge werden nach ethischen, moralischen Kategorien bewertet, die Ideale sein mögen, an der Lebenswirklichkeit aber zerbrechen.

Kritiker werden ins „Linke“ oder „Rechte“ Lager verortet, sind Verschwörungsmystiker, Esoteriker, mindestens aber außerhalb des akzeptablen politischen Bereichs.

Es funktioniert immer noch, in Krisenzeiten scharen sich die Menschen um ihr politisches Personal, ihre „Führer“ und dulden keine Abweichler. Die Talkshows und die Zustimmungsraten durch die Bevölkerung beweisen es.

Ukraine über alles? Über Moral und wirtschaftlichen Niedergang

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17 comments

Ro.Bien. says:

Wir sind am Ar… Mir tuts um die Jungen leid.

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

Vorwärts, es geht zurück, unsere Generation und die noch älteren, stehen am Spielfeldrand und ahnen, wissen, was da kommen wird. Wir schauen hilflos zu…

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Ro.Bien. says:

Was bleibt da? Keine Nachrichten mehr gucken? Winterspeck anfressen?

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

Cocooning? Melancholie? Auf jeden Fall versuchen, seine Liebsten zu schützen. Zusammen rücken. Die Massenhysterie aussitzen, hoffen, dass der Sozialstaat wenigstens teilweise handlungsfähig bleibt.

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

Damit ich das alles richtig verstehe und nicht irre daran werde:
Feministische, wertebasierte Außen-/EU-/Natopolitik setzt auf territoriale Integrität und Souveränität und unterstützt deshalb die Ukraine.
Zeitgleich unterstützt sie aber auch Marokko, das die Westsahara komplett annektieren will, bzw. verhindert, dass ein UNO Referendum über den völkerrechtlichen Status des Gebietes abgehalten werden kann.
Deutschland begeht Gas Harakiri und Spanien will Algerisches Gas nach Marokko schicken, damit diese die Enklaven Ceuta und Melilla nicht mit Zuwanderern fluten.
Algerien wird die Gaslieferung nach Spanien stoppen, wenn die nach Marokko liefern. Ob Deutschland dann seine Frackingasschiffe umleitet nach Spanien?
Wertebasierte, feministische Außenpolitik hat für dieses Dilemma eine Lösung. Sie beschließt, dass das Werte- und Verteidigungsbündnis NATO seinen Schutz ausweitet auf Ceuta und Melilla, seine territoriale Integrität auch mit Waffengewalt gegen Ansprüche Marokkos schützen wird. Darüber hinaus, gilt als Bündnisfall nun auch „hybride Kriegsführung“ – im Klartext: die NATO kann, darf und muss und wird (?) beim nächsten Erstürmungsversuch von Migranten, Einwanderern, Flüchtlingen, Asylanten, auf diese schießen.
Algerien, bekanntlich Gaslieferant, setzt jetzt Spanien unter Druck und schickt Flüchtlinge, Einwanderer Richtung Almeria und Balearen. Hybride Kriegsführung. Erdogan kann das, Lukaschenko kann das. Algerien kann das. Das ist hybride Kriegsführung, seit kurzem also ein klarer Bündnisfall.
Griechenland nennt seine Pushbacks, jetzt „Turning Backs“ , vielleicht weil sie Flüchtlinge damit beauftragen, diese Pushbacks von Flüchtlingen / Zuwanderern durchzuführen. Immerhin haben sie bisher nicht den Bündnisfall wegen des hybriden Krieges ausgerufen.
Die technischen, politischen, juristischen Voraussetzungen sind also inzwischen gegeben, man darf gespannt sein, wann und wo die ersten Schüsse fallen werden.
Friedliche, feministische, wertebasierte Politik kann kompliziert sein.

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

auf jeden Fall zeigen diese Beispiele, dass Gaslieferungen unter Umgehung von Drittländern, eine kluge Sache sind. Nordstream 2 wird hier als politische Waffe Russlands gegen die Ukraine verkauft. Umgekehrt geht auch, siehe Bereicherung der ukrainischen Oligarchen durch geklautes russisches Gas. Sich unabhängig von Dritten machen ist gut, es sei denn, Deutschland oder Putin macht es. Dann ist es eine Kriegserklärung gegen die freie Welt.

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Ro.Bien. says:

Mir ist das alles langsam zuviel: Nur eins noch, als alte unwissende Kriegsdienstverweigerin: Wie können unsere Volksvertreter ernsthaft meinen, wir sind wirklich ALLE so dämlich, um gemeinsam an den Sieg der Ukraine zu glauben – wovon träumen die nachts und vor allem warum? Die Unterwerfung ist doch im Gange.

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

der Zusammenhang ist, dass man (Frau) wenn es passt, einen angegriffenen Staat (Ukraine) unterstützt und wenn es passt, einen Angreifer (Marokko) – wertebasierte Politik am Arsch. Zusätzlich werden Bündnisfall und Kriegsgründe erweitert – nun tritt der Bündnisfall ein, wenn Flüchtlinge am Zaun rütteln.

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Ro.Bien. says:

Ihm hört ja keiner zu.

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

Jein. Er ist ein Seismograf für SPDCDUFDPGRÜNE und es kann über Nacht ein Stimmungswechsel eintreten. Siehe die Rüpeleien von Melnyk und sein klares Bekenntnis zu Stepan Bandera. War alles bekannt, jeder wusste es, man hat es ignoriert. Die woken Antifas, Demokraten, die Regierung, die Medien haben die Augen verschlossen, weil es ist ja Krieg und da gelten andere Maßstäbe. Bis Tilo Jung sein Interview machte und sich niemand mehr verstecken konnte. Nun stürzt der umjubelte Held des offenen Wortes ab. Zu Recht.

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

Grenzen zum Kriegsaktivismus fließend… schreibt „meedia“

So fühlten sich gerade in Deutschland zwar mehr als 50 Prozent der Befragten informiert, aber deutlich weniger als die Hälfte hätten das Gefühl, „genügend über die Auswirkungen des Kriegs oder über die verschiedenen Sichtweisen zu erfahren“. Prinzing sieht auf der einen Seite „bedingungslose, freiwillige Solidarität mit der Ukraine“ und auf der anderen eine „Unerbittlichkeit, mit der jene angegriffen und in Schubladen gesteckt werden, die andere Argumente vorbringen.“ Für sie erscheinen „die Grenzen hin zum Kriegsaktivismus und zum Vernachlässigen der eigentlichen Rolle von Journalismus“ fließend. Und das bleibt nicht ohne Auswirkungen: die Zahl derjenigen, die Nachrichten inzwischen ausweichen, nimmt laut Reuters News Report wesentlich stärker zu als in den letzten Jahren.

https://meedia.de/2022/07/01/wie-falsche-verbundenheit-im-ukraine-krieg-journalistische-standards-gefaehrdet/

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

So… also Melnyk wird nun weggelobt auf einen Außenministerposten. Da bin ich gespannt, wer nun alles seine Fotos mit Melnyk aus den sozialen Medien löscht. Ich kenne da ein, zwei Politiker, die sich gerne mit ihm haben ablichten lassen, obwohl schon längst bekannt war, dass er Bandera Fan ist. Einer davon ist ein Gelsenkirchener Bundestagsabgeordneter der SPD, der meine Frage, ob er Melnyk auf seine Verehrung eines Rassisten und Faschisten angesprochen hat, nie beantwortete.

https://www.dw.com/de/ukrainischer-botschafter-melnyk-soll-deutschland-verlassen/a-62329497

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Heinz NiskiHeinz Niski says:

06.02.2015 – ein Beitrag auf HerrKules eines Autoren, der den 2ten Weltkrieg noch miterlebt hat und sich damals große Sorgen über die Entwicklung in der Ukraine machte. Er wusste, wovon er sprach, sicher im Gegensatz zu den meisten heutigen Freizeit-Partisanen an ihren Tastaturen bei lecker Hafermilch. https://magazin-herrkules.de/2015/02/06/kriegs-geschrei/

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