ELEVATOR´S GOING UP! (45)

Heute mit: XXL POSITIV und mehr

Für Albert Camus (1913-1960), den französischen Schriftsteller und Wegbereiter des Existenzialismus, war die entscheidende  und letztlich einzig wichtige Frage der Philosophie die nach der Rechtfertigung des Selbstmords. Etwas weniger großräumig gedacht, also den gegenwärtigen Zeiten angemessen, scheint mir die heutige Fragestellung: Leben wir in einem Hamsterrad?

Seit Monaten drehen wir uns alle miteinander um Corona, warten auf Entscheidungen unserer Regierungen in Bund und Ländern, erlauben uns zwar die eine oder andere kleine Freiheit – mal die Maske abnehmen und mit mehreren Personen aus unterschiedlichen Haushalten im Freien atmen! -, unterwerfen uns aber ansonsten  den Unsinnigkeiten der herrschenden Verordnungen zur Rettung vor Corona  mit all ihren Widersprüchen, Defiziten, Orgien des Versagens und absonderlichen bürokratischen  Bestimmungen: Bitte in bestimmten Bereichen der Düsseldorfer Innenstadt nicht „verweilen“!

Weil es so ist, wie es ist, gibt es heute einen ELEVATOR mit ausschließlich positiven Meldungen!

POSITIV:

Fangen wir also mit der Bundeswehr an: die hat bekanntlich viele (U-) Boote, die nicht einsatzbereit sind,  Transportflugzeuge, die nur als Modelle aus Balsaholz existieren oder auf Papier als Zeichnung, und ein Sturmgewehr, das bei Dauerfeuer angeblich heiß läuft, dafür aber um die Ecke schießen kann. Endlich hat sich das Beschaffungsamt für ein Nachfolgemodell entschieden und den Auftrag an die Waffenfabrik vergeben, nämlich Heckler & Koch, die schon das jetzige Modell geliefert hat. Warum? Wahrscheinlich, weil Heckler & Koch Erfahrung im Bau von Sturmgewehren hat, die um die Ecke schießen können!

GANZ POSITIV:

Wirklich ganz positiv eingestellt zum Impfen ist Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der amtierende Präsident des Bundesrates. Zum Thema Impfpflicht hat er jüngst geäußert: „Ich bin als Kind schon mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden. (…) Impfpflicht hatten wir in der DDR. Ich habe es überlebt. (…)“.

Was das Impfen angeht: Ich bin kein Impfgegner, trage keinen Alu-Hut und bin auch der festen Überzeugung, dass Angela Merkel nicht zur Gattung der Reptiloiden gehört, also jenen reptilienartigen Lebewesen in menschlicher Gestalt, die wichtige Positionen in Politik, Wissenschaft und Showbusiness besetzt halten, um die Menschheit zu beeinflussen. Aber könnte es sein, dass Alexej Nawalny die Behandlung mit russischen Impfprodukten weniger locker sieht als Ministerpräsident Haselhoff?

Zudem:  Meinen allerdings eingeschränkten historischen Kenntnissen nach hat es im sozialistischen Unrechtsstaat DDR neben der Impfpflicht auch noch etliche andere Pflichten gegeben, z.B. die Grenze zum feindlichen Westen  nicht zu überschreiten. Ein Verstoß gegen diese Pflicht hat in vielen Fällen dazu geführt, dass der Pflichtverstoß mit Zuchthaus oder der Versuch sogar direkt an der Staatsgrenze mit dem Tode bestraft wurde. Das ist bei uns zum Glück noch nicht so! Bei einem negativen Corona-Test darf man sogar aus Frankreich und der Tschechei nach Deutschland ein- und  tatsächlich auch wieder ausreisen!

EXTRA POSITIV:

Donald Trump hat vor begeisterten Anhängern, wenn auch in kryptischer Art und Weise, angedeutet, dass er eine zweite Amtszeit nicht ausschließt. Das hat bei den Versammelten frenetischen Beifall bewirkt, dürfte aber auch in zahlreichen deutschen Zeitungsredaktionen und bei den Öffentlich-Rechtlichen klammheimliche Freude ausgelöst haben.  Irgendwann wird Corona als Thema von Sondersendungen, die die bereits in den Nachrichtensendung wie „tagesschau“ und „heute“ verbreiteten Regierungsinformationen noch einmal aufkochen und in „Talk-Shows“  bequatschen, ausgelutscht sein.  Dann verschwindet auch Lauterbach  wieder in der Versenkung, der im Moment angeblich sogar ein eigenes Talk-Show-Zimmer in Mainz (ZDF) und Köln (WDR) hat, um dort zwischen den Laber-Shows, in denen er auftritt, zu übernachten!  Die nach Corona frei werdenden Sendeminuten ohne Lauterbach kann  Trump als Hasspuppe wieder füllen, wobei sich als Einleitungsmusik zur Rückkehr von Trump sicher „Spinnin´ Wheel“ von Blood, Sweat and Tears bestens eignet:

What goes up, must come down
Spinnin‘ wheel, got ta go round
Talkin‘ ‚bout your troubles it’s a cryin‘ sin
Ride a painted pony,
Let the spinnin‘ wheel spin

XXL POSITIV:

Zwei Zitate möchte ich nennen, die ich beide XXL positiv finde. Und ich kann mich nicht entscheiden, welches der beiden ich XXL positiver finden soll. Das eine kommt vom Bundesministerium der Gesundheit, ergänzt durch den Satz einer WAZ-Redakteurin: „Jeder, der geimpft werden will, wird auch geimpft. Das Gesundheitsministerium kann nur noch nicht sagen wann.“ Das zweite Zitat von Friedrich Göbel, dem  Chef des Bekleidungshändlers SINN, und bezieht sich auf den Vorschlag, dass Kunden des Einzelhandels unter dem Motto „Click and Meet“ online einen Termin ausmachen und sich dann im Geschäft zur abgesprochenen Uhrzeit bedienen lassen dürfen: „Einen größeren Schwachsinn als eine Terminvergabe im Einzelhandel gibt es gar nicht.“

SUPI-DUPI POSITIV

Ein Hit ist das Quartier am Buerschen Waldbogen geworden (Gelände der ehemaligen Kinderklinik). Wie die berühmten warmen Semmeln oder wahlweise das „geschnitten Brot“ sind die Grundstücke weggegangen, für die u.a. so geworben wurde:

„Freuen Sie sich auf abwechslungsreiche Baugrundstücke für moderne Einfamilienhäuser. Mit dem Quartierskonzept entsteht ein energetisch durchdachtes, städtebaulich hochwertiges Wohnviertel mit einer modernen Architektursprache und großzügigen Frei- und Grünräumen inmitten der schönen Landschaft am Stadtwaldbogen.“

(https://www.waldbogen-buer.de/quartierskonzept/)


Was noch fehlt, so meinen die Gelsenkirchener Grünen jedenfalls, um das schnuckelige Wohngebiet, in dem knapp 800 Personen mit überdurchschnittlicher Kaufkraft leben, noch schnuckeliger zu machen, ist ein Lebensmittelladen oder ein Café, das für „zahlreiche (…)Ausflügler, die dort auf der Suche nach Naherholung unterwegs sind“, ein Anlaufpunkt sein soll (F. Schwinge, Die Grünen, waz v.3.3.21, Lokalteil GE-Buer). Gut, dass die GRÜNEN extra auf die Ausflügler und Naherholungssuchenden hinweisen. Das entkräftet nämlich bösartige Gerüchte, die, vom politischen Gegner gestreut, sagen, die (ökonomisch unrentable)  Idee eines Lebensmittelladens oder Cafés an dieser Stelle  solle eine Service für die prominenten GRÜNEN sein, die in der gehobenen Siedlung wohnen statt im immer so gepriesenen Kulturquartier Bochumer Straße. Honi soit qui mal y pense!

Aber Kultur soll es dort natürlich auch geben, denn, so der Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung, Laden oder Café sollen „vielleicht garniert (werden) mit einer Portion Kunst und Kultur“. Kunst und Kultur als Garnitur: das ist schon mal positiv!

Und wenn zur Erdbeertorte mit Sahne auch noch eine kleine „Portion Kunst und Kultur“ serviert wird, dann ist das ist auf jeden Fall supi-dupi-positiv!

Ich wünsche eine positive Restwoche – außer beim Corona-Test!

 

 

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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