Echt.Gelsenkirchen

Impressionen aus dem Kommunalwahlkampf Gelsenkirchen 2020

Diese Häuser erinnern mich an das Märchen vom süßen Brei. Niemand hat bisher beobachtet, wie die Bewohner diese Kleinodien in die Häuser tragen, man sieht nur, wie die Waren in einem stetigen Strom aus dem Flurschlund quellen, sich über Bürgersteig und Straße ergießen.

Gut dass zeitgleich die Wahl-Lyrik-Heftchen der Parteien Interpretationshilfen für dieses Phänomen des Überfluss-Kapitalismus bieten. Heute schreibt der „Feldmarker Wecker“, eine Meinungs- und Informationsteilzeitung der SPD, z.B. auf Seite 1 dazu… oh.. nichts. Aber: sechs Jahre gute Arbeit hätten sie gemacht!

Auf Seite 2 … ähh.. nichts.

Auf Seite 3 wird Frank Baranowski beschrieben und dass viele Leute von Außerhalb Gelsenkirchen schlecht machen würden und natürlich auch einige Gelsenkirchener Miesepeter.

Aber auf Seite 4! Dem Stadtverordneten Siebel ist Sauberkeit, harmonisches Zusammenleben aller Menschen, Ordnung und das Einhalten allgemeiner Regeln wichtig. Deshalb.. Achtung: unterstützt er das bürgerschaftliche Engagement verschiedener Akteure im Stadtteil. Ach so, ich dachte er hätte die Zauberformel, mit der man den überquellenden Hirsebrei stoppen könnte.

Vielleicht auf Seite 5. Dort will man das harmonische Zusammenleben aller Kulturen. Aller Bevölkerungsteile. Wer hätte das gedacht. Es bleibt beim wünschen.

Aber jetzt… Seite 6-7. Frau Welge will nicht hinnehmen, dass Spielregeln des guten Miteinanders ausgehöhlt werden. Dafür braucht es keinen Zauberspruch, nur ein bisschen gegenseitige Akzeptanz, ein bisserl Kennenlernen und Verstehen was den Hirsebrei quellen lässt.

Sollte die Lösung auf Seite 8 zu finden sein? Nicht wirklich, eigentlich sieht man dort nur die Anzeige eines Umzugs- und Logistik Unternehmens, welches auch einen Hausmeisterservice anbietet. Da komme ich ins grübeln, ob da eine versteckte Botschaft hinter steckt.

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Heinz Niski

Handwerker, Rentner,

16 Gedanken zu „Echt.Gelsenkirchen

  • 30. August 2020 um 21:47
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    Was soll uns dieses Video jetzt sagen? Die SPD ist schuld an der Vermüllung?
    Das ist keine Impression aus dem Wahlkampf sondern ein Haufen Müll, verursacht von ich weiß nicht wem. Das passiert leider, jedoch hat Gelsenkirchen kein Patent auf solche Vermüllung, das kann woanders auch passieren. Leider!

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    • 30. August 2020 um 22:47
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      Hallo Herr Anthro,

      ich kann natürlich nur Anreize für Assoziationsketten liefern, die Zahl der Kettenglieder ist abhängig vom Empfänger.

      Früher war die SPD Schuld am fehlenden Sommer. Damit konnte ich leben. Dass sie sich dann zum Steigbügelhalter der AfD mauserte, schmerzt mich immer noch. Dass sie zusammen mit einigen anderen Parteien, Verbänden, Kirchen, Gruppierungen, Teilen der so genannten Zivilgesellschaft, über Jahrzehnte Probleme des Zusammenlebens ignorierte, Problembeschreiber als Rassisten, Nazis diffamierte, heute immer noch von einer Bringschuld der Aufnahmegesellschaft spricht, ist schlicht deprimierend.

      Dass über dem Müll ein Werbeplakat der SPD hängt, ist Zufall. Dort hätte z.B. auch ein Plakat der Grünen, Linken etc. hängen können.

      Dass Sie noch nichts davon mitbekommen haben, dass Teile der Neubürger Gelsenkirchens eine andere Sicht auf Regeln und Pflichten haben, kann ich mir zur Zeit nur damit erklären, dass Sie keinen Umgang oder Kontakt mit diesen haben. Vielleicht kann ich eine Familie in eine Wohnung vermitteln, die über oder unter Ihrer liegt?

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  • 31. August 2020 um 7:40
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    Zwischen 2016-2018 nahm ich in Bulmke die Ansammlung von Sperrmüll an immer derselben Stelle dokumentarisch auf – ein mehrseitiger Wälzer…vor einer stadtbekannten Schrottimmobilie. Ans Ordnungsamt sowie an die WAZ geschickt. Die Schrottimmobilie sieht jetzt nach montalelanger Einrüstung schlimmer aus als vorher. Der Sperrmüll wird weiter dort hingeworfen..
    In der Schultestr. hocken im Schuleingang des Ricarda seit rund zwei Jahren bis mitten in der Nacht lärmende, junge Männer, die u. a. auch Drogen verkaufen. Auch hier: Nichts ändert sich.
    Das ehemalige Cafe Meißner mitten in der „Altstadt“, auf dem Heinrich-König-Platz: Wie lange lässt sich so eine Stadt eigentlich von Erbengemeinschaften/bzw. Vermietern vorführen? Bis so ein Gebäude/Haus in sich zusammenfällt?

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  • 31. August 2020 um 10:42
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    Nur zur Erinnerung sei angefügt, dass Katrin Göring-Eckhardt, die gerne im pastoralen Ton spricht und die Kunst des Unkonkreten so wunderbar beherrscht wie sonst kaum jemand, im Kontext von Massenzuwanderung einmal den bemerkenswerten Satz gesagt hat: „Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt.“ Und Frau Aydan Özuguz (weiß noch jemand, welches Amt sie einst bekleidet hat) meinte in diesem Zusammenhang, das Zusammenleben müsse täglich neu ausgehandelt werden. Sehen wir in diesem Video nicht einfach Geschenke als Ergebnis einer solchen Verhandlung? Immerhin sind Kleinteile ordentlich in Müllsäcken verpackt, so dass die Gelsendienste alles nur noch abfahren müssen. Ist das nicht Ausdruck einer gelungenen Arbeitsteilung und Integration: die einen legen Geschenke ab, die anderen holen sie ab?

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  • 31. August 2020 um 14:19
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    Zitat:

    „Und Frau Aydan Özuguz (weiß noch jemand, welches Amt sie einst bekleidet hat)…..“

    hat die nicht diese Leid-Kultur erfunden, wonach die hier lebenden Türken die SPD wählen und in der Türkei den Erdogan-Islamismus gut finden?

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  • 1. September 2020 um 12:49
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    @Autor des Beitrags
    Ich habe da mal ein paar Fragen: laut (online-)WAZ prügelten sich gestern gegen 16. 00 Uhr in der Altstadt/Innenstadt von GE vier Männer (23, 32, 33 und 51 Jahre aus GE und BO) mit „Baseballschläger und Holzlatte“. Nimmt man das wörtlich bzw. nach der Grammatik so, wie es in der WAZ steht, heißt es ja, dass sich die vier Männer einen Baseballschläger und eine Holzlatte geteilt haben beim Prügeln. Ist das jetzt ein Zeichen von Armut in GE und Bo (nur zwei Prügel-Geräte für vier Männer) oder Nächstenliebe (man teilt, was man hat) oder ungenau beobachtet? Ferner meldet die WAZ, einer der Männer habe eine Schaufensterpuppe geworfen! Frage: Gehört es zu den neuen Regeln, die täglich verhandelt werden müssen, dass man mit Baseballschläger, Latte und Schaufensterpuppe in die Innenstadt geht, weil man ja nicht weiß, was da alles neu zu regeln ist? Dann: Gelsenkirchen ist bekannt für seine rührige Kulturszene („freie Kultur“), so dass sich die Frage auftut:War das vielleicht sogar eine Inszenierung, um uns auf die bedrohliche Situation für „Kulturschaffende“ (übrigens ein alter DDR-Begriff) aufmerksam zu machen? Ich hätte noch die eine oder andere Frage, aber das sollen erst einmal deren genug gewesen sein.

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    • 7. September 2020 um 15:57
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      „Kulturschaffender“ ist meines Wissens kein DDR-Begriff, stammt vielmehr aus Sternberger,Storz,Süskind: Wörterbuch des (braunen) Unmenschen: dtv 48 aus 1962. „Der Unmensch hat die geistigen Arbeiter im Auge – die zum Sektor Kunst, Wissenschaft und Volkserziehung gehören und – dem Propagandaministerium (hätte ich beinahe gesagt) unterstehen. Müsste es nicht besser (fragt Süskind) „Kulturschaffer“ heißen? „Liebhaber“ sei, (meint er) handfester als „Liebender“, Wanderer als „Reisender“. „Colere heißt bebauen, heranziehen, pflegen … auch im allgemeinsten Sinn: es heißt die Götter verehren und ihre Feste feiern, nicht minder aber seine irdischen Pflichten wahrnehmen.“ Übrigens: Habe ich richtig verstanden, dass Herr Kules von der Wahl der LINKEN eher abraten möchte? Wirklich? Ich weiß nicht recht.

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      • 8. September 2020 um 14:24
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        Nicht falsch, aber auch nicht ganz richtig, weil historisch verkürzt,Klaus! Der Begriff kam in den 1920er Jahren auf und wurde dann Teil der „NS-Kultursprache“, war damit also politisch kontaminiert. Die drei genannten Autoren, der eine übrigens der Vater des Schriftstellers Patrick Süskind (Das Parfum u.a.) und wie die beiden anderen Verfasser Redakteur der Süddeutschen Zeitung, haben in ihrem „Wörterbuch“ auf die Verwendung des Begriffs und seine Implikationen hingewiesen. Dennoch ist der Begriff dann in die Sprache der Täterätetä (vorher SBZ) bzw der SED (also der Vorläuferpartei der heutigen „Die Linke“) unkritisch übernommen worden. Ein Schurke, wer Böses dabei denkt!
        Herr Kules hat meines Erachtens nicht zur Wahl oder Nicht-Wahl von irgendjemandem aufgerufen – der Verfasser gibt seine private Meinung wieder, wenn ein Artikel mit Namen gekennzeichnet ist. Ob man eine Partei wählt, deren namhafte Vertreter auch heute noch die DDR nicht als Unrechtssystem sehen, mag dann doch jedem selbst überlassen bleiben, auch wenn Mauertote und Stasi-Opfer das vielleicht anders beurteilen!.

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        • 8. September 2020 um 14:32
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          kleine Ergänzung:
          „Zweifellos zählte das ominöse Wort zum Vokabular der Nazis. So erschien etwa 1934 im Völkischen Beobachter ein „Aufruf der Kulturschaffenden“, in welchem die Unterzeichner, darunter Wilhelm Furtwängler und Ernst Barlach, dem Führer ewige Treue gelobten. Konsequenterweise wurde der Kampfbegriff bald nach 1945 von W.E. Süskind, Dolf Sternberger und Gerhard Storz in das Wörterbuch des Unmenschen aufgenommen, galt fortan als „Unwort“. Doch im totalitären System der DDR kam es wieder zu Ansehen. So applaudierte die große Mehrheit der dortigen „Kulturschaffenden“ 1976 der Ausbürgerung Wolf Biermanns. Auch im Westen tauchte der Begriff in den 70er Jahren im Rahmen der Kulturpolitik der Deutschen Kommunistischen Partei und des von ihr zeitweise unterwanderten Schriftstellerverbands unhinterfragt immer häufiger auf.“
          Quelle: https://volltext.net/texte/michael-buselmeier-aus-dem-woerterbuch-des-unmenschen-der-begriff-kulturschaffende/

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          • 9. September 2020 um 9:04
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            Ergänzung 2: Neues Deutschland(Zentralorgan der SED, ND-Archiv)

            Biermann das Recht auf weiteren Aufenthalt in der DDR entzogen“, meldete das „Neue Deutschland“ am 17. November 1976. Der Liedermacher und Kritiker habe „mit seinem feindseligen Auftreten gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik“ selbst dafür den Anlass gegeben, ein Kommentar des ND sprach von einer „angemessenen Antwort“. Die Ausbürgerung löste freilich heftige Proteste aus – auch in der DDR. Im ND war davon lange Zeit nichts zu lesen – stattdessen wurde seitenweise die „überwältigende Zustimmung der Kulturschaffenden zur Politik von Partei und Regierung“ dokumentiert. Erst nach der Wende kam in der Zeitung die Sprache wieder auf jenen Mann, „der so oft bittere Wahrheiten über unser Land öffentlich machte und der dafür des Landes verwiesen wurde“.
            (Quelle: https://www.nd-archiv.de/dossier/5.html)
            Fazit: noch nicht einmal selbst erfunden hat die SED den Begriff „Kulturschaffender“, sondern von den Nazis übernommen – wie eben auch bestimmte Praktiken

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  • 1. September 2020 um 17:31
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    Hallo Herr Matzkowski,

    die in schöner Regelmäßigkeit stattfindenden „Arabellion Riots“ hier im Quartier schaffen es eher selten bis in die WAZ. Gerüchte besagen, dass das Quartier um Hauptstraße, Hans Sachs Haus, von Oven Strasse, gerne als Kulisse von Castingfirmen für die nächste Staffel von 4 Blocks genommen wird. Hauptaugenmerk der neuen Serienstaffel soll neben den Rivalitäten der kriminellen Banden, der gewöhnliche Alltagsrassismus sein. Also Araber hassen Türken, Türken hassen Kurden, Erdoganer hassen Gülianer, alle zusammen hassen Schwarzafrikaner. Juden kommen auch vor und natürlich deutsche Kartoffeln. Mehrere Szenen drehen sich um die vielen kleinen Mikroaggressionen, denen ein Teil der Mitbürger ständig ausgesetzt sind. Leberwurstbrote im Kindergarten, Schweinebratwurst auf dem Grill bei der Feier des Fussballvereines, frei sichtbares Frauenhaar, Sankt Martins Umzüge, so was eben. Möglicherweise war die Schaufensterpuppe aber auch nur ein Dschinn, der mit Latte und Baseballschläger halal geknüppelt werden sollte???

    Ach, ich weiss es doch auch nicht, was diese neuen Sportarten bedeuten sollen.

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  • 1. September 2020 um 18:45
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    Jetzt bin ich ratloser als zuvor! Bisher habe ich imer gedacht, so etwas gäbe es nur in Metropolen wie Berlin und Hamburg, nicht aber in der Provinz. Und Sie sind sich wirklich sicher, dass das alles in „echt“ passiert und keine gespielten Szenen sind, z.B. mit Leuten aus der abgesetzten „Lindenstraße“, also quasi ein Projekt, das von der Agentur für Arbeit finanziert wird. Also so in Richtung „Matrix“ oder Truman-Show!Ich glaube ja z.B., dass dieser ominöse und angebliche“Sturm“ auf die Treppe des Reichstages von Schauspielern ausgeführt wurde, die – als Abschlussprojekt der Ausbildung an der Ernst-Busch-Akademie der Bildenden und Darstellenden Künste in Berlin – eine der berühmten Szenen aus Eisensteins „Oktober“ nachgespielt haben – allerdings ohne weißes Pferd, den Kinderwagen und Lenin (der ist zu fest in Horst einbetoniert).
    So, ich würde gerne mit Ihnen hier weiter korrespondieren, muss aber erst mal in die Garage und meinen Aluhut polieren!

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    • 1. September 2020 um 19:57
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      Erstürmung der Reichstagstreppe Pure Aggression!

      „Wir werden gleich diese komischen kleinen Dinger brav niederlegen und gehen da hoch und setzen uns friedlich auf Treppe…“ Der Kaiser oder Führer würden toben! Da ich in einer Hausverwaltung arbeite ist es schon erstaunlich wie realitätsfern die gesamte „Stadtgesellschaft“ also alle die die sich gerne auf schönen Fotos oder im MiR so selbst feiern! Die haben echt keinerlei Ahnung !!!

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  • 1. September 2020 um 20:58
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    Hallo Herr M., sehr bewährt bei der Politur von Aluminium hat sich Ketchup. Zur Frage der „Echtheit“ von Szenen berufe ich mich auf Jean-Paul Sartre: Der Mensch ist ein Sein, „das nicht das ist, was es ist, und das das ist, was es nicht ist“.

    In diesem Sinne mögen Sie den Gewerbetreibenden der Hauptstraße nachempfinden, die bei den Arabellion Riot Spielen, wenn Jets & Sharks sich messern und knüppeln, hoffen, dass der Auftritt der Polizei möglichst lange heraus gezögert wird.

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  • 2. November 2020 um 12:11
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    Wunderschön!

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  • 10. November 2020 um 8:13
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    Das.ist.nicht.gelsenkirchen.sondern.rumänien.

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