HOT-HOT-HOT: Zwei Männer, eine Würdigung im Vergleich

EINLEITUNG:

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist es nur ein Zufall, bestenfalls aber eine Laune des Schicksals, dass die beiden Männer am gleichen Tag Geburtstag haben, nämlich am 7.6. Es ist nämlich so, dass der eine zehn Jahre früher geboren wurde als der andere (1950/1960) und dass der eine in Treforest, Pontypridd (Wales) und der andere ein paar Kilometer entfernt in Ortenburg (Landkreis Passau) das Licht der Welt erblickte. Ob sich die beiden jemals begegnet sind, ja, ob sie überhaupt von der Existenz des jeweils anderen Kenntnis (genommen) haben, ist mir nicht bekannt. Über das unterschiedliche Alter und die unterschiedlichen Sozialisationsräume und die geographischen Grenzen hinweg haben sie aber eine gemeinsame Leidenschaft: die HITZE. Wobei der eine sie hat, sie sozusagen in seiner Person verkörpert, und der andere sich für sie interessiert.

Die Rede ist natürlich von Sir Thomas John Woodward und Hans Joachim „John“ Schellnhuber. Ein direkter Vergleich der beiden ist natürlich nicht zulässig, soll hier aber genau deshalb erfolgen. Das Ergebnis soll auch bereits vorab mitgeteilt werden – es wird auf jeden Fall zugunsten von Sir Woodward ausfallen!

Noch nie von ihm gehört? Aber sicher doch, bestimmt! Im übertragenen und wortwörtlichen Sinn haben Sie bereits schon mal etwas von ihm „gehört“, denn Sir Thomas Woodward, so der „bürgerliche“ Name,  ist allseits als Tom Jones bekannt. Und auch der Joachim „John“ ist Ihnen sicher bekannt – jedenfalls was seine „Forschungsergebnisse“ angeht: Schellnhuber verdanken wir Begriffe wie „2-Grad-Ziel“ oder „Kippelemente“. Er ist sozusagen der Gottvater der Klimabewegung.

Warum der Vergleich zugunsten von Tom Jones ausfällt? Also los:

Kriterium 1: Erscheinungsbild/Erfolge

Hier holt sich Tom Jones bereits die ersten Punkte. Der ehemalige Vertreter für Staubsauger (ja, wirklich!) begann in den 60ern des vorigen Jahrhunderts mit dem Musikmachen, landete  mit It´s not unusual seinen ersten Nummer-1-Hit in den englischen Charts und wurde durch den Titelsong des Bond-Films „Feuerball“ weltbekannt. Jones beeindruckte nicht nur durch seine Gestalt und seine Stimme, sondern besonders durch den handgeknüpften Teppich auf seiner Brust, den er, Hemden stets lässig und tief aufgeknöpft, gerne zeigte. Schon in den 60ern, als er noch durch Clubs und Bars tingelte, war er Tom, der Tiger. Und diesen Raubkatzenbeinamen hat er bis heute behalten. Kraft, Brustbehaarung und seine Stimme: Ein Tiger, der heiß ist. Oder, um es mit (s)einem Liedtitel aus dem Jahre 2000 zu sagen: er ist die leibhaftige SEXBOMB!

Was soll man zu Schellnhuber sagen, ohne die Grenzen des Anstands zu überschreiten? Als Wissenschaftler hat er durchaus Karriere gemacht; er stand lange dem von ihm gegründeten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vor. Er ist dafür mitverantwortlich, dass wir heute allüberall Institute mit Forschern haben, die sich gegenseitig mit dem, was sie tun, bestätigen, nämlich, dass die Erde vor ihrem Ende steht, wenn wir nicht damit aufhören, fossile Brennstoffe zu verwenden. Schellnhuber selbst gilt als „Philosoph der Apokalypse“ (FAZ), denn er ist der Auffassung, dass wir nur noch zehn Jahre haben, um eine Reduktion der Erderwärmung auf das von ihm propagierte 2%-Ziel zu erreichen. Zu vermuten steht, dass er nicht so behaart ist wie Sir Woodward, jedenfalls lassen sich keine entsprechenden Bilder von ihm finden; ans Rednerpult tritt er praktisch nie mit bis zum Bauchnabel geöffneten Hemd.

Sein größter Fehler: Er nennt als Ursache für die Erderwärmung die Verwendung fossiler Brennstoffe, stellt also einen recht monokausalen Zusammenhang her. Dass die Erderwärmung vielleicht auch oder sogar überwiegend durch einen Typen wie Tom Jones (HE IS SO HOT, HOT, HOT!) bedingt ist, hat er überhaupt nicht auf dem Schirm! Er ist also nicht nur unsexy (Behaarungsfaktor!), sondern hat auch noch einen Tunnelblick!

Kriterium 2: Fans/Beliebtheit

Man muss Schellnhuber zugestehen, dass er einen gewissen Beliebtheitsgrad erreicht hat. Beliebt ist er nämlich bei all denen, die auch auf dem Gebiet der Klimaforschung tätig sind, denn da hat er ja eine gewisse Türöffnerfunktion gehabt – ohne ihn, gäbe es diese tausenden von Lehrstühlen, Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter, Hilfskräfte, Doktoranden, Büroleiter und Sekretärinnen nicht, die alle von Schellnhubers apokalyptischer Vision zehren. Und natürlich hat er es geschafft, dass eine Klimakirche entstanden ist, in der Minderjährige, angeführt von professionellen Strippenziehern im Hintergrund, Parteifunktionären, Lobbyisten und griesgrämigen Fortschrittshassern, Fragen gestellt haben wie „Oma, was ist ein Eisbär?“ und Forderungen aufgestellt haben wie „Verbietet uns endlich etwas!“ Da durch die Corona-Pandemie, während der uns ja sehr vieles verboten worden ist, eine zentrale Forderung aber erfüllt worden ist, ist die Klimakirche mit ihrem Kinderkreuzzug praktisch aufgelöst worden. Dauerhaft war also Schellnhubers Erfolg in diesem Punkt nicht. So ist es eben: wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, gibt es keinen Strom aus Sonne und Wind, da müssen halt Kohle und Atom wieder ran, um die Öfen zu befeuern, damit das Licht nicht ausgeht!

Bei Tom Jones ist das natürlich ganz anders! Über Jahrzehnte hinweg halten ihm alte und neue sowie altgewordene Fans die Treue; hätte er alle Damenschlüpfer (ein paar solche von Herren mögen auch dabei gewesen sein!), die während seiner Konzerte auf die Bühne geworfen worden sind, behalten, hätte er mit Sicherheit heute die größte Schlüpfersammlung der Welt. Tom Jones hat – musikalisch – zu allen Seiten geblickt, er hat sich mit unterschiedlichen Musikstilen und ihren Repräsentanten auseinandergesetzt, indem er mit ihnen musiziert hat – auf Tonträgern und bei Konzerten. Was bei den Fans von Schellnhuber verblendeter Glaube ist, ist bei Tom Jones bzw. seinen Fans Hingabe, Herzenswärme, Verehrung, Begeisterung, ja – ich scheue mich nicht! – Liebe! Er ist immer da, wenn seine Fans ihn brauchen: im Streaming, auf CD, auf dem Stick und sicher auch noch auf den guten alten (Langspiel-) Platten aus Vinyl! Tom Jones ist überzeitlich und ubiquitär, vor allem unvergänglich! Deshalb gehören auch hier die Punkte ihm!

FAZIT

Ich hatte das Ergebnis vorausgesagt – und so ist es gekommen! Vielleicht sähe das Ergebnis bei anderen Kriterien, z.B. Teller waschen, Wäsche aufhängen, Fahrrad aufpumpen, Ravioli aus der Dose kochen, anders aus. Mag sein! Insofern ist das hier vorgestellte Ergebnis auch nicht eines, das den Anspruch erheben kann oder soll, eine schlussendliche Gewissheit oder letztgültige Bestimmtheit zu sein. Das nicht, aber es gilt natürlich, auf Tom Jones angewandt, was er in „Thunderball“ singt:

He always runs while others walk,
He acts while other men just talk,
He looks at this world and wants it all,
So he strikes like Thunderball.

 

 

 

 

 

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Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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