Meine surreale Reise zur Amazon Packstation

Eigentlich ist das Städl leerer als sonst.

Es ist ja Corona. Es ist stiller.

Das sonst vorherrschende Grundrauschen aus Sirenen, Hupen, Ghetto- und Turkstampfwumme hat sich ins Nirwana versendet.

Wer in der Einflugschneise von Feuerwache, Polizeiwache und Krankenhaus wohnt, den Lärm der Stille nicht fürchtet, freut sich über die neu gewonnene Lebensqualität.

Ein Paket war abzuholen. Dies, mit dem Auto surfend wie Travis Bickle, bot sich zwingend an.

Unterwegs viele gechlossene Geschäfte, High Noon Zeit. Trauben von jungen, bärtigen, dunkelhaarigen Männern, hier und da in Gespräche vertieft, vor Lebensmittelläden oder Dönerbuden.

Auf dem Parkplatz eines Supermarktes beluden Emir Kusturicas Figuren aus der „Zeit der Zigeuner“ ihr Auto mit Dortmunder Kennzeichen, mit Zucker und Mehl. Vor dem Eingang zwei junge, elegant-smart aussehende, Sicherheitsabstand wahrende Polizisten, Klaukids bewachend. In der Zufahrt, wettergeschützter, ein Pulk Alks, die Welt erklärend.

So lange sich die Ordnungshüter um Klaukids kümmern können, die Spiritisten öffentlich Flaschen und Gedanken kreisen lassen, die Jungmänner platzhirscheln, Armutswanderer mit großen Autos anreisen, kann Corona noch nicht angekommen sein.

Oder ich war im falschen Film.

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Heinz Niski

Handwerker, Rentner,

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