ELEVATOR´S GOING UP! (18) 

Heute ´mal nur mit der DREI

Die DREI ist schon ein Faszinosum, eine mystische Zahl, eine Zauberzahl, ein religiöses Geheimnis. Jesus soll ja am dritten Tage auferstanden sein, die Weisen aus dem Morgenland waren ihrer drei, mit Jesus und den beiden Bösewichten neben ihm standen drei Kreuze auf Golgatha. Und dann noch das DREI-IN-EINS- Mysterium: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist ! Und ab drei Richtigen gibt es Geld beim Lotto!

Dann gibt es die DREI von der Tankstelle, die DREI Musketiere, DREI einsame Herzen im Schnee und vier Jahreszeiten mit jeweils DREI Monaten.

In Märchen ist die DREI präsent (dreimal kommt das Rumpelstilzchen) , in Witzen kommt sie häufig vor (gehen drei Arschlöcher durch den Wald, kommen drei Männer ans Himmelstor), in der Musik gibt es den Dreiklang.

Auf dem Siegerpodest stehen drei Sieger:  der Erste, der Zweite und der Dritte. Und damit sind wir schon bei der

SPD!

Die war zeitweilig ERSTER, die letzten Jahre meistens ZWEITER, und jetzt ist sie schon dabei, über Platz DREI auf Platz VIER (oder noch tiefer) abzurutschen!

Deshalb versucht die SPD es jetzt mit der DREI, vielleicht weil es heißt: aller guten Dinge sind DREI!

Das hat die SPD in ihrer Geschichte schon mehrfach ausprobiert. Da wurde aus der DREI eine TROIKA (eigentlich eine besondere Art der Anspannung von Pferden).  So etwa in den 70er Jahren mit Brandt, Wehner und Schmidt, in den 90er Jahren mit Schröder, Lafontaine und Scharping. Ab 2011/2012  bestand das SPD-Gespann dann aus  Steinbrück, Steinmeier und Gabriel.

Und jetzt also der Thorsten, die Manu und die Malu, deren Nachnamen wir uns nicht merken müssen, weil sie das sowieso nur übergangsweise machen. Wobei nicht ganz klar ist, ob es sich hier um eine TROIKA handelt oder nur um ein TRIO, das abends im Willy-Brandt-Haus sitzt und sich gegenseitig versichert:

Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha“

Die SPD hat, das wurde vor ein paar Tagen deutlich,  mit der DREI allerdings in letzter Zeit auch nicht besonders viel Erfolg gehabt; immerhin hat es Andrea Nahles im Bundestag mit der DREI  versucht, die bekanntlich im Lied „Hey, Pipi Langstrumpf“ eine Rolle spielt, das Nahles im Parlament vorgetragen hat:

„2 x 3 macht 4 –
widdewiddewitt und 3 macht 9e !
Ich mach‘ mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt“.

Die Wähler haben das nicht honoriert – ebenso auch nicht ihre manchmal, vorsichtig formuliert, volkstümliche Ausdrucksweise  (Bätschi, Kacke, Wurst, Fresse), vielleicht weil sie nachgerechnet und gemerkt haben, dass das irgendwie nicht stimmt, was die Andrea da vorgetragen hat, denn 2 X 3 macht ja nicht 4, und wenn man 3 addiert, kommt auch nicht 9 dabei raus!

Ich glaube, dass große Teile der Bevölkerung, besonders die gebildeten Schichten, manchmal bei Andrea Nahles´ Reden an Goethes „Faust“ gedacht haben, der sich nach dem Vortrag des „Hexen-Einmal-Eins“ mit den Worten äußert:

Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.“ (Vers 2553)

Diese Reaktion Faustens kann man nachvollziehen, wenn man sich noch einmal vor Augen führt, was die Hexe vorträgt:

Du mußt verstehn!
   Aus Eins mach’ Zehn,
   Und Zwei laß gehn,
   Und Drei mach’ gleich,
   So bist Du reich.
   Verlier’ die Vier!
   Aus Fünf und Sechs,
   So sagt die Hex’,
   Mach’ Sieben und Acht,
   So ist’s vollbracht:
   Und Neun ist Eins,
   Und Zehn ist keins.
   Das ist das Hexen-Einmal-Eins!“

(Vers 2540 bis 2552)

Was wiederum Mephisto zu der Erklärung veranlasst:

 Es war die Art zu allen Zeiten,
   Durch Drei und Eins, und Eins und Drei
   Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.
   So schwätzt und lehrt man ungestört!
   Wer will sich mit den Narr’n befassen?
   Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört

Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.“

(Vers 2560 bis 2566)

Jetzt stehen also der Thorsten, die Manu und die Malu  vor den Mikrophonen der Republik und müssen ihr EINS und DREI und DREI und EINS ins Land hinaus tuten und hoffen, dass die Menschen sich schon was dabei denken, wenn sie ihre Worte hören. Denn die DREI müssen durchhalten – zumindest bis zu den Landtagswahlen, die in diesem Jahr noch über die SPD kommen.

Es sind übrigens: DREI!

 

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Bernd Matzkowski

Bernd Matzkowski

geb. 1952, lebt in GE, nach seiner Pensionierung weiter in anderen Bereichen als Lehrer aktiv

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