In Memoriam Kumpel Anton und die Mayas

Klar, es ist schon lange, sehr lange her, dass der Kumpel Anton in einer westdeutschen Tageszeitung, indem er Arbeitsgespräche mit seinem Kollegen, dem Cerwinsky, dessen Vorname nie erwähnt wurde, den Leuten im Revier die Welt näher brachte. Nicht die große, weite, sondern die zwischen Scholven und Rotthausen, zwischen Hamm und Walsum.

Wilhelm Herbert Koch, Sportreporter bei der WAZ schuf diese zwei Originale. Und alle drei, Koch und die Kumpel wurden unsterblich.

Wenn ich Anton noch einmal aus der Grube hole, soll das eine Verbeugung sein vor H. Koch und der WAZ-Redaktion, die den dreien so viele Jahre die Treue hielt.

 Von Meiers und Mayas

„Anton“, sachte Cerwinski für mich. „Gezz happich an so ,Forscher’ von diese Amischiene, watte so kriss, wennde dich son platten Fernseher mit Fussball ankucks, ,History’ unt allet, meine Rechnungen geschickt.“

„Watthass hast Du denn um allet inne Welt mit ,History’ zu tun, mein Freund und Kupferstecher?“, sarrich.

„Ja wall die alle, woose sich  „Präastronauten“ schimpfen, und für geden, der in seine Kindheit nich „Nick, den Raumfahrer“, gelesen hat, weiße, diesse schmalen Comic-Streifen, die unser Vaader den „Schund von die Amis“ genannt hat, hört sich datt schonn fast studiert an, also, watt wollt ich sagen, die ganze Korona hat mich versichert,“

Ich unterbrach ihn: „Mir“.

„Wattenn, dich auch?“

„Nein, man sagt ,mir versichert’, glaupich gedenfalls?“

„Gedenfalls erzähl’n die seit Monaten, datt am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen äh, tät. Weil, datt hätten die Mayas so festgelegt.

Datt sind als nich die Erfinder vonne Mayanäse, also von diese Öl-Essig-Eier-Pampe. sondern, neben die Babylonier, die Erfinder von datt Sternezählen.

Und, als nach Fünfzehnhundert die Spanier zu Tarifverhandlungen bei die da in Mexiko landeten, da hatten sie grade datt Bronzezeitalter erreicht.

Also zogen die Spanier, datt sind ja allett so lange, kuck dich ma den Könich an,“

„Dat iss kein Spanier, Cerwinski, dat ist ein Grieche aus deutschen Adel, wahrscheinlich irgendwatt mit ,Coburg-Gotha’, verstehste?“

„Naja, wie dat auch sei, die zogen die nicht nur übert Tischken, sondern schlugen die gleich den Kopp app.“

Cerwinski trank einen Schluck Tee und lehnte sich ausholend auf seiner Gezähekiste zurück.

„Abber, datt waa zu ne richtige Unzeit, denn die Meiers, die Mayas! Ich muss immer an den Dokter Meier bei uns inne Straaße denken, erforschten in eine große Aktion die Möglichkeiten der Herztransplantation.

Bei geden, der da nich sonne Kaate von dat Gesundheitsministerium bei sich hatte, übten se schomma die Entnahme. Gezz wurden da nich mehr mit fertich und fingen wieder an, sich ummet Gestirn zu kümmern.

Nur ihre Hymmne ist noch auf uns gekommen: „Weißt Du, wieviel Sternlein stehen…“

Ich schrieb also Rechnungen über:

1 abgerissene Brücke,

1 verbranntes Schiff,

1 zerbrochenen Krückstock,

1 dz mittlerweile verdorbene Wegzehr.

Geantwortet, allerdings per Mail, so dass ich kein Autogramm besitze, hat der Denkerfürst Heinrich von Dänemark. Normal würde er ja zahlen, aber
1. habe ich die Rechnung schon vor dem 21. 12. 2012 abgeschickt, und
2. hätte er nie von einem Weltuntergang gesprochen sondern nur vom Ende einer Maya-Aera.

In diesem Fall, datt mailte ich zurück, soller meine Rechnung als „Nichtexistent“ einstufen.

Abber gezz ma ehrlich, alten Anton, iss dattenn die Possibillitie, monatelang die Leute mit son Schiet zu nerven. Und ma widder, wall dat ja auf alle trügge kommt, auch noch die ganzen Kollegen Journalisten für bescheuert zu erklären?

Unntann müssense noch in alle Tolkschauen so tun, wie wenn da watt wär. Ich mein, Anton, wo wir schonn beide bei disse Püttbesichtigung auf Bismaak maloocht haam, datt wir die Brüders alle kenn’. Abber die fällt immer wat neuet ein.

Jau, Istochso…“

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Friedhelm Möllmann

Friedhelm wurde im Februar 1950 in Gladbeck Zweckel geboren, zog im Alter von einem Monat nach Scholven um und wurde damit zum überzeugten Bueraner. Er ist bekennender Christ und wohl auch bekennender, weil kritischer Katholik. Schriftsetzer mit allen Gutenbergschen Würden. Gelernt hat er bei der damals besten “Bude” der Welt, K+B auf der Hagenstraße in Buer. Er ist ohne Probleme durch die Zwiespältigkeit der Jugend, hie DPSG, dort Rock’n'roll, gekommen. Er hat kein Abitur. Seit 1980 ist er verheiratet, mit mittlerweile zwei erwachsenen Nachfahren, nach 3 Herzinfarkten und einem Stammhirnapoplex ist er seit 2011 berentet und nicht mehr ganz fit – aber nur körperlich!! Er gehört keiner Partei an, wobei er den Unionsparteien, der FDP, den Piraten, den Grünen und den Linken ganz besonders nicht angehört. Nach IG Druck und Papier, nachmals IG Medien, jetzt bei IG ver.Di nur noch zum Rentnerbeitrag Mitglied. Friedhelm Möllmann verstarb im Oktober 2015.

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